Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: Juni 2017

Mal aktuell: Prison Break Season 05 Episode 09

Da sind wir also. Das große Staffelfinale. Und wenn es einen Seriengott gibt, auch das Serienfinale, denn noch so eine hingewichste Kackstaffel braucht einfach keine Sau. Außer natürlich die ganzen hirnamputierten Mutanten, die mittlerweile jeden Rotz fressen, der ihnen auf nostalgische Weise in die Fresse geschmissen wird. Soll heißen: Es gibt tatsächlich Idioten, die diese Grütze gut finden. Nun, ich hoffe, alle Charaktere sterben heute und die Affen, die diese Grütze gut finden, gleich mit. Für eine bessere Welt!

Behind The Eyes

Die Folge beginnt 6 Minuten vor dem Ende der letzten Folge. Nicht 5 oder 7, nein genau 6 müssen es sein.

Poseidon erklärt Sara erstmal den ganzen „evil plan“, den er so geschmiedet hat. Blah er hat Michael in den Jemen geschickt, damit er da verreckt, blah er liebt Sara, blah mit der Zeit hätte sie Michael vergessen, blah er wollte den Sohn adoptieren, blah. Könnt ihr euch nicht einfach alle erschießen und mir diesen Schwachsinn ersparen?

Draußen kommt Michael angefahren und Poseidon sagt Sara noch schnell, dass in 10 Minuten die Bude abfackelt.

Und dann sind wir wieder da, wo wir am Ende der letzten Folge waren, nur dieses Mal sehen wir, was passiert. Nämlich, dass nicht Michael erschossen wird, sondern die blonde Killerin ihren Partner wegballert, weil der zu viele Fragen stellt. Michael befreit Sara, Poseidon entführt den Sohn und haut ab, Michael und Sara finden den abgeknallten Link, der direkt um die Ecke geparkt hat. Es ist alles der helle Wahnsinn.

T-Bag und Whip fahren durch die Gegend und sind jetzt Vater und Sohn. Es ist wirklich bezeichnend für diese grauenhafte Kackserie, dass man einen grandiosen Charakter wie T-Bag nur dabei hat, damit man diese lahme Auflösung bringen kann, die zudem absolut keine Bewandtnis hat.

Poseidon erzählt dem Sohn, dass seine Mutter tot ist. Buhu. Oh, und dass Michael nicht sein Vater ist, sondern ein Typ, der sich als dieser ausgibt und seinen wahren Vater umgebracht hat.

T-Bag und Whip kommen bei Michael an, der erklärt, dass er einen Plan hat, um allen ein normales Leben zu ermöglichen. Dazu muss T-Bag scheinbar Poseidon killen, oder so. Bin ich eigentlich der Einzige, der in Frage stellen muss, wie sinnvoll es ist, am helllichten Tag mit einem komplett durchlöcherten Auto durch die Gegend zu gurken? Aber gut, Michael Scofield hat ja immer einen Plan, wie diese Staffel eindrucksvoll wiederle… bewiesen hat, also weiß er wohl, was er tut.

Michael kommt mit Hilfe eines neuen Tattoos, das in der ganzen Staffel keine Rolle gespielt hat, in Poseidons geheimen Unterschlupf und klaut seine Festplatten, mit denen er ihn jetzt erpresst.

Link bricht aus dem Krankenhaus aus und sorgt dafür, dass Abruzzis Sohn verhaftet wird. Wen interessiert das bitte an dieser Stelle noch? Der Typ hat doch ohnehin keine Rolle mehr gespielt.

Oh bitte, der alles hinterfragende Killer lebt noch und gibt Sara ein paar Tipps, wo sie ihren Sohn findet. Wie verdammt langweilig und unkreativ kann man bitte sein? So: Er stirbt direkt nachdem er die Information übergeben hat.

T-Bag und Sohn Whip treffen sich mit einem Typen, den Michael aus dem Knast geholt hat und der mit ihnen den Mord an Poseidon plant, wie den Mord an John F. Kennedy. Immerhin gibt es hier den besten Dialog der ganzen Staffel, als T-Bag wirbelnd erklärt, wann man morden sollte und wann nicht und Whip feststellt, dass sein Vater ja „pretty queer“ ist. T-Bags Antwort: „Now you know, where you got it from.“

In einem Lagerhaus kommt es dann zum großen Finale. Michael ist da. T-Bag und Whip sind da. Poseidon und seine Killerin sind da. Und irgendwie hat das alles absolut nichts mehr mit dem ursprünglichen Plan zu tun. Whip wird erschossen, T-Bag ist nicht erfreut und erledigt die Killerin mit einem Genickbruch.

Sara und Link befreien den Sohn, Michael und Poseidon decken alles auf, was an Schwachsinn abging und wie sie sich gegenseitig in die Pfanne gehauen haben und es kommt zum großen Endkampf, den Michael natürlich gewinnt. Aber dann kommen die Bullen und halten ihn für den Täter und verhaften ihn. Boah, Leute, macht fertig jetzt den Scheiß. Das macht doch alles keinen Bock mehr.

Poseidon wird auch verhaftet, weil Michael Beweise in sein Büro geschmuggelt hat. Und zu dem Büro hat nur Poseidon selbst Zutritt. Frage: Wenn nur er da rein kann, wie haben die dann darin die Beweise gefunden?

Michael wird freigelassen, weil irgendwie sich irgendwas ergeben hat, dass jeder weiß, dass er unschuldig ist. Ich habe nicht richtig zugehört, weil ich die Schnauze einfach voll hab.

Poseidon landet in Fox River und in einer Zelle mit T-Bag. Immerhin gehört dem damit die letzte Szene dieser Staffel und hoffentlich auch der Serie. Es war grauenhaft.

 

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Monatsrückblick – Mai 2017

Der Mai startete mit einem Kinobesuch, der … zumindest kein Totalausfall war. Ansonsten ging es unter anderem ganz weit zurück ins Jahr 1932:

THE MOST DANGEROUS GAME

Heutzutage ist es ja kaum noch möglich, etwas wirklich Neues zu erzählen. Jede Idee war zumindest im Ansatz schon mal da. Und so kann man eigentlich nur noch bereits existierende Versatzstücke nehmen und versuchen, sie zu kombinieren, um daraus dann doch noch etwas einigermaßen Frisches zu machen. Um so interessanter ist es da, sich mal mit den Geschichten zu befassen, die den Anfang machten. In diesem Fall handelt es sich um das mittlerweile all zu bekannte „Manhunt“-Prinzip. Die Jagd auf das „gefährlichste Tier“. Den Menschen. Lange bevor Jean Claude van Damme und Ice T zur Beute wurden, lange bevor in Japan die „Battle Royale“ und in den USA die „Hunger Games“ starteten, veranstaltete man auf einer Insel das „Most Dangerous Game“.
Und meine Herren, was für ein Spiel es ist. Was man hier in gerade mal einer Stunde abfeuert ist bemerkenswert. Zumal es sich um einen Film handelt, der mittlerweile 85 Jahre auf dem Buckel hat. Das merkt man ihm aber eigentlich nur an der fehlenden Farbe an. Ansonsten habe ich das Gefühl, dass man hier seiner Zeit doch sehr weit voraus war. Der Schiffsuntergang am Anfang ist beeindruckend für diese Zeit. Ansonsten schafft man es auch ganz gut, nicht zu lächerlich zu werden. Gerade der Antagonist bewegt sich da immer auf einem schmalen Grad der Cheesyness, aber kriegt immer noch die Kurve.
Der Überlebenskampf selbst ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Fallen werden gebaut und die Bedrohung immer weiter gesteigert. Es ist einfach die Blaupause für jede Geschichte, die danach kam und diese Idee aufgriff. Und das macht es so interessant und immer noch absolut sehenswert.

Es gab etwas Horrorquatsch:

HATCHET

Schöne Old-School-Slasher-Action, die teils etwas zu lustig sein will. Macht aber Spaß, wenn man Bock auf guten handgemachten Gore, der direkt aus den Achtzigern stammen könnte, hat und nicht viel über Story und gute Darsteller nachdenken will. Der Film weiß was er ist und was er ist, ist durchaus unterhaltsam.

Nach enttäuschender Postapokalypse mit „Into The Forest“ gab es am selben Abend noch mal enttäuschende Postapokalypse:

THE BOOK OF ELI

Malcolm X hat ein Lieblingsbuch, aber Stansfield will es auch mal lesen.

Alles an dem Film schreit Postapokalypse. Das ist schon mal ein Pluspunkt, den man aber auch voraussetzen sollte. Es gibt aber eben auch Filme, die das nicht wirklich gebacken kriegen. Die Darsteller machen ihre Sache auch wie zu erwarten gut.
Aber so richtig will der Funke nicht überspringen. Mit überreligiösem Käse und Belehrungen hält man sich glücklicherweise zurück, aber man geht viel zu wenig darauf ein, was die Charaktere ausmacht, die hinter dem Buch her sind. Klar, man kennt die Gründe, aber diese auch auszuspielen hätte das ganze durchaus interessanter gemacht. Dazu kommt dann die scheinbare Unverwundbarkeit von Eli, was einfach jede Geschichte schon aus Prinzip runter zieht. Und so dümpelt das dann eben alles so ein bisschen vor sich hin. Irgendwie nix Halbes und nix Ganzes, wie Jesus damals gesagt hat … war doch er, oder?

Am Strand war ich auch noch:

THE BEACH

Im Fahrwasser von „Titanic“ konnte ich mir damals eine ganze Zeit lang keine Leonardo DiCaprio Filme angucken. Das lag weniger an ihm selbst, sondern an den Weibern, die mir damals tierisch mit dem Typen auf den Sack gingen. Alle waren sie in Leo verknallt und mussten sich auf seine Filme fingern. Also hab ich lieber Pamela Anderson Filme geguckt, um den Sexualtrieb wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ob das die richtige Entscheidung war, müssen andere entscheiden.

„The Beach“ ist jedenfalls einer der Filme, die damals auf der Strecke blieben und der, obwohl scheinbar mehr oder weniger in Vergessenheit geraten, immer mal wieder meinen Weg kreuzt. So auch heute und jetzt hats halt mal gereicht und ich hab ihn angemacht. Und im Nachhinein muss ich feststellen, dass es ein Pamela Anderson Film wohl auch getan hätte. Denn auch wenn dieser Film ganz tolle Bilder hat, hat er viel mehr nicht zu bieten. Sehr dahindümpelnde Geschichte über die Findung des Paradieses und der Vertreibung aus selbigem, das nur an der Oberfläche der eigentlichen Idee kratzt. Pamela Anderson im Evakostüm hatte damals Ähnliches zu bieten.

Insgesamt gesehen: 18

Davon Schrott: 4

Rewatches: 2

Kino: 2

„Alles neu macht der Mai“ sagt man. Dementsprechend gab es diesen Monat – ungeplant – sehr wenige Rewatches. Und nebenbei auch wenig Kriegsaction. Hat sich irgendwie dieses Mal nicht ergeben. Immerhin habe ich die erste Staffel von „The Brink“ nachgeholt – auch wenn das nicht direkt Krieg ist, sondern eher die politischen Eskapaden, die dazu führen – und bin jetzt traurig, dass es keine zweite geben wird.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.