Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: Mai 2017

Veraltete Käferpanik im Hinterwald

Erinnert ihr euch eigentlich noch an die Panik vor dem Millennium Virus? Damals zur Jahrtausendwende dachten ja alle, dass die ganze Technik abkacken würde, weil irgendjemand im Jahr 1954 beim Bau des ersten Computers mit eigenem Kalender vergessen hat, eine Zwei mit drei Nullen einzutippen. Oder so ähnlich. Natürlich eine tolle Vorlage für einen Film. Den man dann 11 Jahre später auch gemacht hat. Besser spät als nie, würde ich sagen.

THE MILLENNIUM BUG – USA – 2011 – 88 Min.

Das Produktionsstudio trägt nebenbei den wundervollen Namen „No CGI Films“. Ich liebe sie und werde alle ihre Filme kaufen. Leider haben sie nur diesen gemacht, also habe ich das scheinbar schon getan.

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass der Film am 31. Januar 1999 spielt, oder? Und das man eine Weihnachtsmelodie dudelt, sollte auch klar sein, weil … Weihnachten ist ja noch nicht lange her. Und der Radiosender hatte scheinbar keine anderen Lieder. Jetzt mal ehrlich: Welcher Radiosender dieses Planeten spielt bitte „We wish you a Merry Christmas“ in einer reinen Piano-Acoustic-Version an Silvester? Das hört sich doch wirklich keine Sau an.

Außer Familie Haskin, bestehend aus Vater Byron, Tochter Clarissa und Stiefmutter Joany, natürlich, die gerade in die Berge fahren, wo sie sich Sicherheit vor dem drohenden Millennium Chaos versprechen. In den Bergen, oder besser gesagt im Wald, vermöbelt gerade ein selbsternannter Oberförster einen zurückgebliebenen Typen, weil der ein Reh erlegt hat. Dann wird der Oberförster von hinten erlegt und als er wieder aufwacht wird er in ein Loch gezogen und weggeschnetzelt.

In einer Hütte im Wald findet gerade eine Geburt statt. Da das Baby scheinbar nicht ganz normal ist, wird es direkt abgeknallt. Also, so wie mir das aussieht, haben wir es hier mit einem Mix aus Backwoodslasher mit irren Hillbillies und Monsterfilm zu tun. Das dürfte spaßig werden.

„Silent Night, Holy Night“. Was zur verfickten Hölle ist bloß los mit diesem Radiosender?

Irgendein Forscher forscht im Dickicht nach irgendwas, das man erforschen kann. Er hört einen Adler kreischen. Klingt verdächtig nach einem Adler, denkt er sich und forscht weiter, weil Adler bereits erforscht wurden.

Byron hat im Zeltlager die Weihnachtslichterketten aufgehangen. Ernsthaft: Wäre es nicht auf ganz simple Weise möglich gewesen, den Film am 24. Dezember 1999 spielen zu lassen, damit die Familienmitglieder hier nicht wie weihnachtsbesessene Irre rüberkommen?

Der Forscher hat irgendwas faszinierendes gefunden, was mit seismischen Geräuschen zu tun hat. Ich blicke nicht durch, also lasse ich ihn einfach quatschen.

Die Haskins werden natürlich von den Hillbillies entführt und wachen in ihrer gammeligen Hütte auf. Wie es sich für gute Hinterwäldler gehört, wollen sie natürlich die Tochter knallen. Vermutlich versprechen sie sich davon ein normales Baby, das sie nicht direkt erschießen müssen. Sie haben scheinbar noch nicht den Weihnachtswahn der Familie mitgekriegt, sonst würden sie sich nicht so große Hoffnung machen und direkt alle abknallen.

Joany soll Hilfe holen und verirrt sich nach genau 5 Metern im Wald. Deshalb tritt Plan B in Kraft und sie stürmt die Hütte, um sich auch vergewaltigen zu lassen. Bevor das passiert gibt es aber ein Erdbeben, das alles wackeln lässt und den Forscher draußen im Wald dazu veranlasst dämlich in die Gegend zu glotzen. Wer nur Weihnachten feiert kann so eine günstige Gelegenheit natürlich nicht nutzen und die Haskins bleiben in Gefangenschaft, weil sie eben zu doof sind, ihren Arsch zu retten.

Der Forscher steht vor einem Krater im Wald, holt irgendeine komische Figur hervor und erklärt in seine Kamera, dass er danach immer gesucht hat. Keine Ahnung, ob er den Krater oder die Figur meint. Aber die wird er ja schon vorher dabei gehabt haben. Jedenfalls erzählt er, dass nur alle 1000 Jahre ein Käfer geboren wird, der halt echt groß ist. Dieser Käfer frisst dann seine Notizen.

Byron wird von einem Zombie gefressen. Oder sowas in der Art. Ich habs nicht gerafft.

Nee, doch nicht, denn einen Moment später kommt der Zombietyp durchs Fenster geflogen. Gefolgt von einer Axt, die der Hillbilliemutter die Visage spaltet. Rambo Haskins, der vorhin noch eine Schulterverletzung und eine Patrone im Bein hatte, kloppt den Weg frei und will mit Joany abhauen. Die Tochter hat er scheinbar schon aufgegeben. Allerdings wird ihm die Fresse mit einer Schrotflinte weggeballert.

Der Forscher fällt den Hillbillies dann auch in die Hände und ich muss schon sagen, so langsam kann von mir aus dann mal der Käfer wüten. Die gehen mir alle auf den Sack hier. Das ändert sich auch innerhalb der nächsten Viertelstunde nicht, in der quasi gar nichts passiert. Und dann kommt der Millennium Bug und killt einen Hillbillie. Endlich.

Joany killt auch einen Hillbillie und kloppt um sich und dann bricht die Hütte zusammen, weil der Käfer wieder mal für ein Erdbeben sorgt. Und da steht er dann in voller Pracht und zerlegt die Hütte endgültig. Und mit ihr den Großteil der Hillbillies. Und ich bin ganz ehrlich: Sieht gar nicht aus wie ein Käfer. Aber ich will mal nicht kleinlich sein. Jedes Tier, dass die ganzen Affen in diesem Film wegmetzelt, ist mir prinzipiell sympathisch.

Joany befreit Clarissa und sie fliehen vor dem Käfer. Irgendein Hillbillie turnt auch noch rum und auch der Forscher lebt noch. Alle anderen dürften hinüber sein. Ah nee, der Käfer hat die blonde Hillbillietucke entführt, die das unnormale Kind gekriegt hat. Aber wer will die denn jetzt bitte retten? Ergibt irgendwie keinen Sinn. Jedenfalls wird sie vom Käfer vollgeschleimt und dann werden um sie herum Eier gelegt. Sie dient also wohl als Futter für die Kleinen. Und da sie nicht gerade Ellen Ripley ist, wirds wohl gleich vorbei sein.

Die Tussis und der Forscher fallen in die Hände des letzten Hillbillies. Man könnte den ja zu dritt vielleicht mal ausschalten, aber stattdessen lassen sie sich fesseln und als Köder auslegen. Der Forscher erklärt den Weibern dann, dass der Käfer bei Sonnenaufgang sterben wird. Scheinbar ist es ein Vampirkäfer. Ob die Trottel so lange noch leben werden, bezweifle ich allerdings.

Hillbillie ballert auf den Käfer, um ihn zu den Ködern zu locken. Sollte das nicht eigentlich andersherum laufen? Der Plan ist jedenfalls, den Käfer zu sprengen. Doof nur, dass der den Hillbillie zuerst frisst, weil einfach jeder in diesem Streifen den IQ von einem Haufen Käferscheiße hat. Außer der Forscher. Für den wäre Käferscheiße-IQ noch zu hoch, denn er stellt sich mit ausgebreiteten Armen vor den Käfer, damit der ihn fressen kann. Und dann erwischt es Joany. Und nur noch Clarissa ist übrig, die das Vieh dann mit dem Sprengsatz vom Hillbillie wegbombt.

Aber unterschätzen wir mal nicht die komplette Beschränktheit aller Charaktere hier. Clarissa fackelt die Hütte ab und latscht cool davon … und fällt in die Käfergrube, wo die Babykäfer noch an der blonden Trulla rumnagen. Clarissa guckt doof und wird wohl auch bald angenagt.

Interessante Idee, einen Slasher mit einem Monsterfilm zu verbinden. Wenn mir nicht alle Charaktere so auf den Sack gegangen wären (vor allem die Hillbillies), hätte der vermutlich mehr Spaß gemacht. Aber immerhin NO CGI. Ich gehe einen Kammerjäger bestellen …

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Mal aktuell: Prison Break Season 05 Episode 05

Mal schauen, ob sich meine Befürchtung bewahrheitet, dass ab hier alles komplett in Schwachsinn abdriftet.

Contingency

T-Bag übermittelt die unfassbar überraschende Nachricht an Sara, dass ihr Mann das pure Böse ist und die macht sich panisch auf, um ihren Sohn zu schützen. Ich sage nebenbei mal schnell voraus, dass ihr Mann absolut nicht böse ist und noch nebenbeier, dass Kellerman noch lebt. Ihr könnt mir hinterher euer Lob für meine unglaubliche Durchsicht zukommen lassen.

Michael und Co. fliehen durch den Jemen und sind die meistgesuchten Verbrecher im Land. Was macht man also? Genau. Man versteckt sich in einem Lagerhaus. Da will Link dann mal ein paar Antworten und ich kann nur sagen … mir ist es eigentlich jetzt schon egal, was für einen megaverschwörerischen Quark Scofield von sich geben wird. Ich machs kurz: Er musste seinen Tod vortäuschen, um undercover für Poseidon arbeiten zu können, damit alle anderen frei bleiben dürfen. Wow. Habe noch nie sowas einfallsreiches gehört. Tolle Arbeit. Bleh.

C-Note und Sheba kloppen ein paar Terrosristen um und retten einen Piloten, der sie aus dem Land fliegen soll. Es dudelt also alles einfach so weiter dahin. Während die am Flughafen rumhängen, will Michael den Bahnhof besichtigen und mit dem Zug nach Hause fahren. Scheinbar hat er alles durchdacht. Auch, dass da ungefähr achtmilliarden Terroristen rumstehen. Aber immerhin hat er die perfekte Tarnung: Einen Sack Mehl, den er sich vors Gesicht hält. Ich weiß nicht, irgendwie waren seine Pläne früher einen Tacken besser.

Nach Schlägerei und kurzer Flucht hat sich das mit dem Zug natürlich schnell erledigt. Also fährt man mit dem Auto weiter. Link ist nicht begeistert, denn er schlägt seit zwei Stunden vor, doch mal zum Flughafen zu gehen. Eigentlich ist auch jeder seiner Meinung, aber trotzdem macht man genau alles andere. Äußerst intelligente Leute unterwegs hier. Das Auto wird weggerammt und die Flucht geht in der Kanalisation weiter.

Sara hat derweil übrigens mit ihrem Mann geredet und ihm nix geglaubt. Aber dann hat sie recherchiert und glaubt ihm doch. Und bei den Bullen identifizieren sie den Schützen aus Folge 1. Nach der Aussprache ist damit meine erste These schon mal eingetreten: Saras Mann ist nicht böse. Aber hier kommt die nächste Theorie: Am Ende wird sich herausstellen, dass er es doch ist. Ich habe einfach schon zu viel von dieser Serie in der Vergangenheit gesehen, um das nicht vorhersagen zu können.

Der Koreaner stellt sich als Queen-singender MacGyver heraus, der mit einer Attrappe die Verfolger abfackelt. Dann wird Sid erschossen. Ich bin ehrlich: Das würde mich mehr tangieren, wenn ich nicht jetzt gerade erst seinen Namen erfahren hätte. Und dann wiederholt man natürlich die Szene aus Staffel 1, wo das Flugzeug abhebt, gerade als die Flüchtigen ankommen. So nen Cliffhanger kann man ja ruhig immer wiederholen. Bleibt ja immer spannend, nicht wahr? Nicht wahr!!! Nein …

Es geht abwärts. Nicht nur, dass es vorhersehbar ohne Ende ist, man wiederholt auch noch einfach den ganzen alten Quark eins zu eins.

Mal aktuell: Get Out

Ich war mal wieder im Kino. Denn es ist tatsächlich ein Wunder geschehen und hier lief – auch außerhalb des von mir gemiedenen Multiplexpisspalastes – der neueste megagehypte Horrorshit. Mal schauen, ob der was taugt.

GET OUT – USA – 2017 – 104 Min.

Die kurze Antwort ist: Er taugt so halb was. Und so halb eben auch nicht.

Interessanterweise kann man das ganze chronologisch betrachten und dabei den Zerfall sehr gut festhalten. Das ich hier spoiler sollte klar sein.

Der Film beginnt damit, dass der schwarze Chris zusammen mit seiner Freundin Rose zu deren Eltern aufs Land fährt, damit sie sich mal kennen lernen. So weit, so simpel. Schnell kommt dabei der unterschwellige Rassismus ins Spiel, den diese Begegnung mit sich bringt. Dabei sind die Eltern alles andere als Rassisten, sie versuchen eben nur zu sehr, es nicht zu sein.

Dieser Rassismus zieht sich durch die ganze erste Hälfte des Films und wird immer stranger. Mit dem Höhepunkt auf der großen Party voller weißer reicher Typen und dem Satz „Schwarz ist das neue Weiß“.

Richtig eigenartig wird es, wenn Chris sich mit den schwarzen Arbeitern auf dem Grundstück unterhält. Der Film zieht ein richtig schönes „Was zur verfickten Hölle ist eigentlich los mit den ganzen Typen in dem Streifen“-Gefühl durch die erste Hälfte.

Und dann kommt Hälfte zwei und er verkommt zum vorhersehbarsten Horrorfilm den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Nun ist es natürlich nicht unbedingt so, dass das Horrorrad täglich neu erfunden wird, aber etwas so stringent nach Schema F ohne jegliche Überraschung durchzuziehen ist einfach schwach und leider eben auch langweilig.

Recht früh im Film wird erwähnt, dass die Mutter von Rose ihrem Vater mit Hypnose das Rauchen abgewöhnt hat. Erstmal nichts spektakuläres. Kurz darauf zwingt sie aber Chris diese Hypnose auf und ab da ist mehr oder weniger klar, wo hier der Hase lang läuft. Als dann in einer Szene Chris einen der Schwarzen mit seinem Handyblitzlicht aus der Hypnose weckt, ist die Gehirnwäschegeschichte natürlich perfekt. Es folgt der Ablauf, den man sich denken kann, wenn man mal einen Horrorfilm gesehen hat. Und das eben leider bis zur letzten Szene. Keine Überraschungen, nichts besonderes, Stangenware.

Eine atmosphärische erste Hälfte wird also leider von einer extrem vorhersehbaren zweiten Hälfte zerstört. Die guten Darsteller, allen voran der wirklich starke Daniel Kaluuya, können das dann einfach nicht mehr auffangen. Mal wieder eine der sehr sehr vielen verpassten Chancen, mal etwas richtig frischen Wind ins Genre zu bringen.

Die 5 Besten … Filmzitate

Schon wieder Donnerstag und wieder fragt Gorana nach den 5 Besten. Dieses Mal ein Thema, das mir durchaus liegt. Und das beste daran: Das hier wird ausnahmsweise mal kurz und unausschweifend.

Die 5 Besten Filmzitate

„Man, if my fuckin‘ ex-wife asked me to take care of her fuckin‘ dog while she and her boyfriend went to Honolulu I’d tell her to go fuck herself.“ – The Big Lebowski, 1998

„The greatest trick the devil ever pulled was convincing the world he didn’t exist.“ – The Usual Suspects, 1995

„This is your life and it’s ending one minute at a time.“ – Fight Club, 1999

„When you want something in life, you just gotta reach out and grab it.“ – Into The Wild, 2007

„If you can’t laugh at yourself, life is going to seem a whole lot longer than you’d like.“ – Garden State, 2004

Wow, das war kurz.

Wunschschrott – Eliminators

Ende letzten Jahres habe ich hier auf dem Filmschrottplatz dazu aufgerufen, mir Filme zu nennen, die ihr gerne mit einem Eintrag auf dem Filmschrottplatz verewigt sehen wollt. Der ein oder andere ist diesem Aufruf gefolgt, und heute gibt es dann auch mal einen dieser gewünschten Filme.

ELIMINATORS – USA – Spanien – 1986 – 96 Min.

Gewünscht von: Samuel David Herr

Es handelt sich hier übrigens um eine Charles Band Produktion. Wem das nix sagt, der Typ hat unter anderem tausend „Evil Bong“ und „Gingerbread Man“ Filme verbrochen. Das hier kann also nur unfassbar grauenhaft werden.

Ein ungeschriebenes Gesetz der 80er sieht vor, dass alles, was irgendwie mit Technik zu tun hat, von Asiaten bedient werden muss. Und so fuckeln auch hier zwei Asiaten an einem Computer rum und heraus kommt Kano von Mortal Kombat. Aber sie nennen ihn Mandroid. Er ist also halb Mann halb Android. Und da das hier ja sicher seine Schöpfer sind, auch zum Teil Asiate. Das heißt wohl, dass er einfach alles kann. Takada will nicht, dass der Mandroid zerstört wird, also will er mit ihm fliehen. Aber der andere Asiate ist dagegen und Takada stirbt. Der Mandroid will dann Reeves killen – wer auch immer das sein mag – und schießt sich auf beeindruckende Art und Weise durch die Gegnerhorden und flieht mit einem fahrbaren Untersatz, der sehr stark an den Unterbau von Nr.5 erinnert. Er ist also halb Mann, halb Maschine, teils Asiate und jetzt auch noch zum Teil Kettenfahrzeug. Ich glaube, er kann wirklich alles.

In New York (oder einer anderen Stadt; da stehen Hochhäuser ohne Ende also gehe ich einfach von New York aus) doktort eine Blondine an irgendeinem Roboterding rum. Und sie ist keine Asiatin. Das kann ja nur schief gehen. Jemand bricht ein und Spot – so heißt der Haustierroboter selbstverständlich – schlägt direkt Alarm bei der Blondine. Der Einbrecher ist Kano No. 5. Der sucht Colonel Hunter. Und Colonel Hunter ist natürlich die Blondine, die zumindest asiatsiche Vorfahren hat, so viel steht fest. Sie hat die ganzen Einzelteile gebaut, aus denen der Mandroid besteht. Der erzählt, dass Reeves noch lebt. Sie ist geschockt. Zumindest denke ich, dass diese darstellerische Glanztat Schockierung ausdrücken soll. Aber wer weiß das schon genau. Ich würde lieber mal wissen, was es mit diesem Reeves auf sich hat. Ist es vielleicht Keanu in einer frühen Rolle?

Zusammen geht es auf die Mission, Reeves zu killen. Und die beginnt selbstverständlich in Mexiko. Vorher werden sie aber noch von zwei Handtaschendieben überfallen, damit Hunter mal kurz ihre Karateskills unter Beweis stellen kann. Sie beherrscht genau einen Kick, soweit ich das beurteilen kann. Und etwas weiter beurteilt, wird das für diesen Film vermutlich mehr als reichen.

Großartige Comedy zwischen dem Mandroid und Spot, die sich um das Fernsehprogramm streiten bleibt uns erspart. Die Szene bietet keine Comedy.

Hunter verursacht eine Schlägerei in einem Tacoladen (oder irgendeiner anderen mexikanischen Fressbude), indem sie nach dem härtesten Typen fragt. Der Gewinner ist Harry Fontana, der zuletzt Betty ausschaltet. Ganz große Leistung seinerseits, würde ich sagen. Harry fährt die Truppe mit seinem Boot den Fluss hoch. Hoffnungen auf „Apocalypse Now“-Referenzen sind wohl eher nicht angebracht. Betty und Co. fahren hinterher. Eigentlich schade, dass Harry nicht vorher Bettys Surfbrett geklaut hat. Solche Vorlagen kann man doch nicht so einfach liegen lassen. Die Verfolgungsjagd ist an inszenatorischer Großartigkeit kaum zu überbieten. Harry wirft Fässer über Bord, damit die verfolgenden Boote da drüber fahren und explodieren. Ein ungeschriebenes Gesetz der 80er sieht vor, dass man auf einem Boot immer ein explosives Fass dabei haben muss.

Das Boot von Betty und Maurice wird mit einem Torpedo vom Mandroid erledigt und die beiden schwimmen nach Hause. Unterwegs treffen sie zwei Affen auf einem Boot, die den Mandroid jagen wollen, oder so. Ganz ehrlich ich weiß nicht, was das Ziel der beiden ist. Vielleicht auch nur Boot fahren mit Schrotflinte aufm Arm.

Hunter und der Mandroid, der jetzt plötzlich John heißt, wollen zu Fuß weiter gehen und lassen Harry mit seinem Boot alleine. Der wird dann von den beiden mexikanischen Jägern angehalten, die wissen wollen, wo seine Passagiere sind. Er sprüht sie mit einem Feuerlöscher ein und flieht, was zur nächsten Bootverfolgungsjagd führt. Ich verrate jetzt mal nicht, wessen Boot explodiert und wer dabei im Wasser landet.

Hunter und John finden das Flugzeugwrack, mit dem John einst abgestürzt ist und Hunter durchsucht es, um etwas über Johns Vergangenheit zu erfahren. Ich erwarte einen Megatwist am Ende. John war eigentlich Stewardess und weiß deshalb immer, wo alle Notausgänge sind, oder so. Harry kommt rechtzeitig vorbei, um Hunter aus dem absaufenden Wrack zu retten und dafür ein Drittel des Schatzes abzusahnen. Moment mal, was denn für ein Schatz? Ach so, nur Verarsche, damit er sie wieder den Fluss hochschippert. Warum sind die überhaupt erst ausgestiegen?

John sieht Dinge. Boah, nee, bitte keine Flashbackgrütze. Dann geht er über Bord und keiner findet ihn jemals wieder. Eigentlich wäre damit der Film natürlich vorbei, aber nicht mit Hunter. Die macht weiter.

Reeves bastelt derweil an seinem LaseRoboTerminator Arm mit Blitzeschleuderfunktion. Die mexikanischen Trottel berichten ihm vom Mandroid und werden dafür gebrutzelt. Aber sie versprechen natürlich, ihn aufzuhalten. Schön nebenbei, dass man kurz vor Schluss auch mal den Antagonisten zeigt.

John und Spot gehen an Land. Irgendwo im Busch treffen sie einen Asiaten, der sich nicht so gut mit Technik auskennt, aber der ein Ninja ist, weil genau das diesem Film noch gefehlt hat. Er ist der Sohn von Takada und heißt Kuji. Wie zum Kuckuck wird der Sohn eines Wissenschaftlers bitte zum Ninja?

Harry geht über Bord. Was zur Hölle ist bloß los mit diesen Trotteln? Hunter wird entführt und Harry taucht dann in einem Käfig wieder auf und wird ebenfalls mit ins Kannibalendorf genommen. Der Oberschamane zieht irgendein Ritual ab und Harry will noch schnell einen Kuss, bevor sie gegrillt werden. Dabei drückt er Hunter Munition in die Hand, die sie ins Feuer wirft. Die Wilden sind natürlich von dieser Wahnsinnszauberei extrem abgelenkt, schließlich haben sie gerade erst mit irgendwelchem Pulver den ganzen Urwald zugenebelt, was ähnliche magische Kenntnisse voraussetzen sollte, aber was weiß ich schon davon. Die Flucht führt dann alle wieder zusammen und natürlich kommt Ninja Kuji auch mit. Glücklicherweise hat jemand ein Floß gebaut, mit dem sie abhauen können. Wird wohl das von den Kannibalen sein. Johns Motorbootstiefel helfen ungemein bei der Flucht. Er ist also halb Mensch, halb Maschine, zum Teil Asiate (nicht mehr Kettenfahrzeug) und zum Teil Inspector Gadget.

Ein ungeschriebenes Gesetz der 80er sieht vor, dass ein Film mit Robotern und Ninjas auch noch eine Zeitmaschine haben muss. Von der erzählt Kuji, dem davon von seinem Vater Takada erzählt wurde. Hunter erklärt sich so die Kannibalen beziehungsweise Höhlenmenschen, die wohl von Reeves durch seine Zeitmaschine hergebracht wurden. Ergibt erstaunlich viel Sinn, diese Erklärung. Wenn man mal darüber hinwegsieht, dass das hier alles völliger Humbug ist.

Die mexikanischen Jäger kommen mit ihren Mopeds durch den Wald gefahren und es gibt Mörderaction vom Feinsten, inklusive ninjamäßigem Katanagefuchtel.

John will, dass Hunter ihn zerstört, weil er selbst das nicht kann, wegen der Programmierung und so. Hunter hält eine Ansprache über Menschlichkeit und John, halb Mensch, der er ist, will dann doch erstmal am Leben bleiben. Hunter küsst ihn. Diese Schlampe. Vorhin noch mit Harry rummachen und jetzt mit John. Am Ende kommt die sicher mit dem Ninja zusammen.

Spot explodiert und bringt noch schnell eine Hologramnachricht von Reeves, der kurz und knapp auf den Punkt bringt, dass sie besser abhauen, wenn sie nicht verrecken wollen. Sie gehen natürlich trotzdem weiter und infiltrieren Reeves‘ geheimen Stützpunkt (oder was auch immer) durch einen Schacht, in dem Kuji durch einen Ventilator springt, wie ein echte Ninja. John hingegen steht vor der Tür, aber keiner macht ihm auf. Scheint mir wieder äußerst durchdacht zu sein, das Ganze.

Es sollte klar sein, dass die absolute Mörderaction folgt, mit viel Geballer und viel Ninjagedöns (oder besser gesagt, drei Karatekicks). Reeves hat sich zum absoluten Obermandroid umgebaut und niemand kann ihm etwas anhaben. Nicht Hunter mit ihrem Kick, nicht John mit seinem Laser, nicht mal Kuji mit seinem Ninjagelöt. John stirbt und die anderen werden in einem Kraftfeld gefangen, aber Überraschung John ist gar nicht ganz tot und schaltet das Kraftfeld aus, indem er … keine Ahnung, die Energie davon aufsaugt und dann wirklich stirbt, oder sowas in der Art. Was war denn jetzt mit der ganzen Backstory von John? Gebt mir bloß keine Auflösung, das würde schließlich durchdachtes Writing erfordern.

Apropos „durchdachtes Writing“: Jeder, der schreibt, kann ein Lied davon singen, dass es schwer ist, ein gutes Ende zu schreiben. Aber zum Glück hatte man hier wirklich fähige Leute am Kugelschreiber und es folgt das große Finale. Der Höhepunkt. Der absolute Showdown. Und der sieht so aus: Reeves will sich mit seiner Zeitmaschine gerade auf den Weg ins alte Rom machen, um da als Mandroidlegionär zu rulen, aber Harry haut einfach mal den Computer zu Schrott und Reeves landet am Anfang der Erde, wo er gar nichts regieren kann, außer heiße Lava. Reeves ist nicht erfreut und der Film vorbei. Was für ein packendes Finale.

Guter Wunschfilm, muss ich sagen. Ich gehe meine Lavalampen regieren …

Monatsrückblick – April 2017

Im April haben wir natürlich vornehmlich unsere Kriegsfilmreihe weitergeführt. Aber es gab auch ein bisschen was anderes.

THE BRIDGE AT REMAGEN – DIE BRÜCKE VON REMAGEN

Gute Action, ein paar unfreiwillig komische Situationen und keine Schwarz/Weiß-Malerei. Die Amis hier sind nicht nur gut und die Deutschen nicht nur böse. Sicher kein Meisterwerk, aber ein guter Antikriegsfilm. Zur Abwechslung geht es mal um eine Brücke. Das hat man ja so selten im Kriegsfilm.

Diesen Film hatte ich vor ein paar Monaten schon mal geguckt, aber Krieg ist die Hölle, da muss man den dann halt auch noch mal gucken:

STALINGRAD

Krieg, so wie er ist. Dreckig und unschön und ohne Pathos. Einfach die Hölle.
Die erste halbe Stunde des Films ist leider etwas zäh. Gerade, weil die Darsteller teils im Overact-Modus sind und dadurch alles etwas lächerlich und billig wirkt. Wenn man diese Phase überstanden hat, spielt der Film aber seine Stärken aus und zeigt den Wahnsinn und die Ruchlosigkeit des Krieges. Gegen Ende führt man dann natürlich noch so ein paar Handlungsstränge zusammen, was dann doch wieder eher etwas gewollt wirkt, aber das muss man nun mal in Kauf nehmen.
Einer dieser Kriegsfilme, die wirklich zeigen, was für ein Irrsinn das alles ist und das es keine Helden gibt; nur Verlierer.

Dann ging es mal in etwas düstere Gefilde:

8MM

Es ist wirklich schade, dass Autor Andrew Kevin Walker nicht weiter auf den Psychothrillerpfaden gewandelt ist, auf denen er sich in den 90ern scheinbar so wohlgefühlt hat. Nach „Se7en“ lieferte er hier das nächste Drehbuch ab, bei dem es in die Untiefen der Geisteskrankheiten des menschlichen Daseins geht.
Anfangs ist das alles genau so bedrückend und zermürbend. Immer tiefer dringt man ein in eine Welt aus Perversionen. Leider verlässt der Film diese Seite dann vor dem letzten Drittel und verkommt zum recht stringenten Rachethriller. Ich schiebe das mal auf die vom Studio geforderten Änderungen, die Joel Schumacher dann am Drehbuch vornahm. Walker hat den Film angeblich bis heute nicht gesehen, weil er sich gegen die Änderungen weigerte. Recht hatte er scheinbar damit.
Immerhin sind die Darsteller durchgehend hervorragend. Das rettet das letzte Drittel aber leider auch nicht. Da war deutlich mehr drin.

Alle Jubeljahre kriege ich es ja in die Birne und hole mal einen Klassiker nach, bei dem mir schon im Vorfeld klar ist, dass er vermutlich größtenteils anstrengend aber trotzdem gut wird. An Ostern gab es deshalb (als Ersatz ür den eigentlich geplanten „Cleopatra“, den Netflix aber 2 Tage vorher aus dem Programm genommen hat; deshalb halte ich nebenbei nix von dem ganzen Streamingscheiß und kaufe mir lieber alles auf Scheibe):

LAWRENCE OF ARABIA – LAWRENCE VON ARABIEN

Knapp 4 Stunden sind im Normalfall einfach zu lang, um mich bei der Stange zu halten. Und auch bei diesem Film ging irgendwo in der Mitte mal zwischendurch meine Konzentration flöten. Und dann habe ich überlegt, warum es wohl so wenige Filme über Kamele gibt. Die wirken immer so tollpatschig und sind schon aus Prinzip irgendwie lustig. Aber vielleicht ist es nicht leicht, mit Kamelen zu drehen. Vielleicht kann man die nicht richtig trainieren. Obwohl die immer so aussehen, als ob denen eh alles kackegal ist.
Lawrence und seine Gang reiten also durch die Wüste und ich habe überlegt, dass die Wüste ja ein echt cooles Setting für einen Film ist. Jeder Shot sieht in der Wüste einfach aus Prinzip gut aus. Und die ständige Gefahr sorgt für die nötige Spannung. Aber so ein Ritt durch die Wüste ist eben auch anstrengend und lang. Und genau so ist dieser Film. Also quasi der perfekte Wüstenfilm.

Und noch einen Klassiker, den ich zwar vor gefühlten Ewigkeiten schon mal gesehen habe, aber keine Erinnerung mehr dran hatte, gab es auch noch:

PSYCHO

Anthony Perkins ist fantastisch. Janet Leigh zwar nicht so, aber duschen kann sie gut. Alfred Hitchcock war ohnehin ein Visionär, der diesen Titel auch verdient … nicht so wie heute, wo jeder Heinz, der ein Remake macht, schon als Visionär gilt, obwohl er absolut nichts geleistet hat. Bei Hitchcock war es halt so, dass der Mann Ideen hatte, aber seine Filme sich nicht darauf ausruhen. Der Film dreht sich nicht um ein Stilmittel, sondern das Stilmittel wird flüssig in den Film eingearbeitet. Klar, die Duschszene ist die berühmteste Szene des Films. Sowas gab es damals noch nicht. Aber sie funktioniert organisch innerhalb des Komplettpakets. Heute würde man alles andere um die Duschszene herum zusammenfuckeln. Hauptsache, man hat diese eine gute Szene. Dieser Film besteht nur aus guten Szenen und deshalb ist er ein Meisterwerk und Horrorfilme von heute eben scheiße. Aber Hauptsache alles ist irgendwie „visionär“.

Insgesamt gesehen: 11

Davon Schrott: 2

Rewatches: 4

Außerdem gab es noch „Das Boot“ allerdings in der Serien-Version, die meiner Meinung nach die einzig Wahre ist. Außerdem gehen „Fargo“, „Better Call Saul“ und „The Leftovers“ weiter. Mein Serienkonsum ist also angestiegen und dadurch gab es weniger Filme zu sehen. Aber insgesamt eine bunte Mischung im April. Passend zum Wetter.

Weitere Reviews von mir zu fast jedem Film den ich gucke, gibt es auf Letterboxd.