Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Tiefbohrendes Dentaldesaster

„I was attacked by a coked up whore and a – a fuckin‘ crazy dentist!“ – 12 Monkeys, 1995

Wer geht schon gerne zum Zahnarzt? Und wer geht schon gerne zu einem irren Zahnarzt? Die Patienten im folgenden Film offenbar schon. Irgendwas muss der also richtig machen. Schauen wir mal, was es ist.

THE DENTIST – USA – 1996 – 92 Min.

Oh, klassische Musik. Das heißt natürlich, dass dieser Film Kunst sein muss. Ein simpler Trick, der einfach immer funktioniert. Außer hier vermutlich.

Der Zahnarzt hat Hochzeitstag und kackt erst mal seine Alte an, weil die sein Hemd nicht richtig gebügelt hat, oder so. Szenen einer Ehe. Dann kackt er seine Alte an, weil sie nur einen Bademantel an hat. Szenen einer Ehe. Und dann kackt er seine Alte an, weil die heimlich geraucht hat. Szenen einer Ehe. Und dann kackt er den Poolreiniger an, weil der Zahnarzt einfach ein Arschloch ist. Szenen eines Arbeitsverhältnisses.

Der Zahnarzt hat eine Schmutzphobie wie Howard Hughes. Wenn er noch einen Pilotenschein macht, haben wir hier ein 1A Biopic. Vielleicht hat ja sogar Leonardo DiCaprio einen Cameo als Zahnarzthelferin.

Die Alte kaut dem Poolreiniger einen. Guter Start in den Tag, würde ich sagen .Morgens oral, abends Elmex. Der Zahnarzt ist aber bei dem Anblick ganz und gar nicht erfreut, denn wie wir alle wissen führt Blowjob direkt zu Parodontose. Er schnappt sich seine Waffe, die jeder gute Zahnarzt in der Schublade haben sollte, und verfolgt den Poolreiniger, der dann auch schon die nächste Trulla flachlegt. Er ist halt echt der Oberstecher. Bevor der Zahnarzt was machen kann, wird er von einem Hund angegriffen und muss den abknallen. Interessiert nebenbei scheinbar keine Sau in der Nachbarschaft, dass da gerade rumgeballert wurde.

Also geht Dr. Feinstone erst mal zur Arbeit. Da schneidet er erst mal einem Kind die Fresse auf, weil er Hallus schiebt. Dann ballert er sich ein paar Pillen rein, weil das immer hilft.

Zwei unfassbar kompetent wirkende Detectives ermitteln im Fall des toten Hundes. Und kombinieren direkt mal völlig verkehrt, dass der Hund von einem Serieneinbrecher erschossen wurde.

Feinstone bohrt eine Patientin mit seinem privaten Bohrer und erwürgt sie dann fast. Meine Fresse, ist das alles ein lahmer Käse. Feinstone kriegt dann für das Geficke einen vors Maul und schickt alle nach Hause. Sarah ist ganz traurig, weil sie heute die Zahnspange rauskriegen sollte und abends auf eine megacoole Party will. Was Sarah nicht weiß: Egal wie viele Zahnspangen da sind, keine Party ist jemals megacool. Also wird sie es wohl überleben.

Abends lädt Feinstone zum Hochzeitstag seine Alte dann in seine Praxis ein, um ihr seinen neuen Behandlungsraum zu zeigen. Wie zur Hölle hat der Affe überhaupt jemals eine Frau gefunden? Damit sie noch ein bisschen besser lutschen kann, zieht er ihr dann ein paar Zähne.

Detective Gibbs und Detective Sunshine (ja, der heißt wirklich so) befragen Feinstone zu dem toten Hund. Draußen im Pool findet der Poolreiniger währenddessen die Zunge von Frau Feinstone. Und dann wird er vom Zahnarzt abgestochen. Die Tatwaffe schmeißt Feinstone übrigens einfach in den Pool. Das perfekte Verbrechen sieht irgendwie anders aus, würde ich sagen.

Sarah hat ihre Party auf heute verschoben. Megacool wird sie trotzdem ganz sicher nicht werden.

Etwas Rumgebohre später folgt ein unfassbar aufregender Kampf auf Leben und Tod zwischen Feinstone und seiner Praktikantin, die ihn bei der Ärztekammer anzeigen will. Er gewinnt.

Durch die Kugel aus der Waffe kommen die Detectives Gibbs und Sunshine dem Zahnarzt auf die Schliche.

Sarah kommt immer noch nicht dran, weil Finanzheini Goldblum sich vordrängelt. Eine Minute später bereut er das natürlich.

Die Detectives finden Feinstones Frau. In der Praxis findet eine Helferin den halbverstümmelten Steuerberater. Klar, dass sie das nicht überlebt. Ich verstehe nebenbei nicht ganz, warum der Zahnarzt seine Angestellten direkt um die Ecke bringt, aber ausgerechnet einen Steuerberater am Laben lässt. Daran sieht man doch eindeutig, dass Feinstone einfach irre ist.

Uh, Sarah ist dran. Ich schätze, das große Happy End des Films ist, dass sie tatsächlich ihre Spange verliert und eine megacoole Party schmeißt. Und sie hätte es verdient, denn sie stellt sich als echte Kämpferin heraus. Als der Doc eine Waffe zieht, kloppt sie ihm die Lampe an die Murmel und beißt ihm in die Finger. Oh nein, wie soll er jemals wieder richtig bohren können? Nach kurzem Versteckspiel findet der Zahnarzt Sarah natürlich und will etwas bohren. Irgendwie klingt alles im Zusammenhang mit Zahnärzten einfach nur pervers, oder liegt das an mir?

Jedenfalls ist Sarah kurz davor, abgeknallt zu werden, aber dann verspricht sie, sich die Zähne dreimal täglich zu putzen. Ein guter Zahnarzt, der Feinstone ja zweifelsfrei ist, wie wir in der letzten Stunde unweigerlich feststellen durften, lässt sie für dieses ehrliche Versprechen natürlich am Leben.

Feinstone fährt dann an die Uni, wo er nebenbei auch noch unterrichtet und hat mal wieder Hallus ohne Ende. Detective Gibbs und Sunshine sind zur Stelle und nach kurzer und völlig unspektakulärer Verfolgung, ergibt er sich einfach und landet in der Klapsmühle, wo er weiter Hallus schieben kann. Ein unglaublich aufregendes Ende, dass sich hervorragend in den Rest des aufregenden Films einfügt. Ich gehe meinen Zahnarzttermin verschieben …

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15 Antworten zu “Tiefbohrendes Dentaldesaster

  1. Frau Argh März 1, 2017 um 11:45 am

    Vielleicht wartet er noch auf ne Steuerrückzahlung…ansonsten frage ich mich warum der Poolreiniger hier dauernd punktet…dachte immer Ärzte sind die potenziellen Bumsbrüder…

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  2. Wortman März 1, 2017 um 8:45 pm

    Davon habe ich mal gelesen – glaube ich.

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  3. blaupause7 März 1, 2017 um 8:47 pm

    Fein- äh, nein Wahnsinn, dass mir diese „Perle der Filmkunst“ entgangen ist. Lese ich Zahnarzt, fällt mir der Sadist aus der „Marathon-Mann“ ein, der Dustin Hoffmann auf dem Behandlungsstuhl foltert. Gut, dass ich trotzdem keine Angst vorm Zahnarzt habe. Und deshalb beiß ich jetzt auch kraftvoll in meinen Kreppel. Moin.

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    • Filmschrott März 1, 2017 um 8:52 pm

      Ich musste auch direkt an den „Marathon Mann“ denken, den ich nebenbei ähnlich scheiße fand, wie diesen Film. Okay, nicht ganz so schlimm, aber auch einfach unfassbar dämlich.

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      • blaupause7 März 1, 2017 um 8:58 pm

        Ich glaube, ich bin dabei schlicht und einfach eingeschlafen. Fand ihn genauso überbewertet wie damals „Die Unbestechlichen“ – es gibt Filme, die finde ich einfach nur zum Gähnen.

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      • Filmschrott März 1, 2017 um 9:00 pm

        Spannend fand ich ihn sowieso nicht. Aber ich frage mich auch, wie der Film es geschafft hat, nicht ein billger C-Movie zu werden. Ich meine, wir reden hier von einem Nazi-Zahnarzt, der ein Messer im Ärmel hat. Und das Ende… es ist einfach nur totale Grütze.

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  4. Snickers März 2, 2017 um 7:02 am

    Das du den wirklich geguckt hast xD

    Respekt master 😉

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