Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Chemieunterricht für fortgebildete Kampframbos

Nach Roddy Piper darf natürlich auch der Hulkster noch mal glänzen hier auf dem Filmschrottplatz. Die Vorbereitungen zum großen Kampf bei den Schrott Awards gehen unermüdlich weiter.

SHADOW WARRIORS: ASSAULT ON DEVIL ISLAND – USA – Kanada – 1997 – 96 Min.

Starring: Homepornhogan, eine Trulla, die besser ins Pornobusiness gepasst hätte und ein Opfer des Predator

Jemand hat Hogan Spaghetti an die Glatze geklebt … ach nee, das ist seine Perücke. Sieht wirklich täuschend echt aus. Wo isn der da? Ist das Nepal? Ich kapiere jetzt schon nichts mehr, außer, dass Hogan in einer Sauna Marke Eigenbau rumsitzt und Flashbacks vom Krieg hat, oder so. Weil das noch nicht sinnlos genug war, gibts einen Cut und Shannon Tweed boxt einen Sandsack während Carl Weathers mit Hammer und Meißel an einem Steinklotz rumkloppt. Bildhauerhobby ist zumindest mal was neues.

Irgendeine Trulla will Steinmetz-Carls Truppe anheuern, um ihre verschwundene Tochter zu finden, die halt weg ist. Und zwar ohne ihren Lieblingsteddy. Das geht natürlich nicht mit rechten Dingen zu. Hogan gehört selbstverständlich auch zu der Truppe. Und er guckt ganz besonders traurig – zumindest versucht er es.

Mike hat wieder Flashbacks.

In Österreich gibts ein Photoshooting mit dem entführten Blag und dem Vater. Denke ich. Man darf hier ja scheinbar wieder mal nichts raffen, sonst könnte man ja der dünnen Handlung folgen. Und das wollen die Produzenten natürlich nicht. Dann würde man ja merken, was das für eine Grütze ist … Moment … merkt man ja auch so.

Zu grandioser Musik, für die der Praktikant mindestens zwei Minuten gebraucht hat, um sie im Music Maker zusammenzuschustern, klettern Carl und Mike an einer Felswand rum. Ich habe absolut keine Ahnung, was hier der Plan ist. Mike hat dann erst mal wieder Flashbacks und stürzt ab. Leider nur nen halben Meter, da er an einer Sicherungsleine hängt. Ich habe da jetzt mal eine Frage an die Profibergsteiger hier: Wie kann es eigentlich sein, dass man beim Bergsteigen an einer Sicherheitsleine hängt, die ÜBER einem angebracht ist? Wie kriegt man denn die Leine bitte da hoch? Also, wenn man nicht Hollywood ist, meine ich natürlich. Wie die das machen ist ja klar. Hogan musste vorher einmal ohne Leine hoch und die da oben annageln und dann wieder runterklettern, um die Flashbackszene zu drehen. Aber wie macht man das, wenn kein Hulk Hogan da ist?

Der Entführer gibt wohl sowas wie eine Party. Ich finde das immer schwer zu beurteilen, bei so arroganten hochnäsigen Snobwichsern. Party ist für mich halt nicht doof mit einem Glas Champagner in der Ecke stehen und den anderen Snobwichsern dabei zugucken, wie sie ebenfalls doof mit einem Glas Champagner in der Ecke stehen. Aber jedem das Seine. Wird wohl eine Party sein. Auf der ist nebenbei auch Shannon Tweed von Team Carl. Was die da macht … weiß sie vermutlich selbst nicht.

AHA! Sie schleicht sich ins Zimmer des entführten Mädchens um die zu retten und … Meine Fresse, hat der reiche Schnösel jetzt echt zur Belustigung bayrische Schuhplattlertänzer in voller Lederhosentracht rangekarrt. Ich würde auf dieser Party einfach jedem in die Fresse hauen. Ist ja grauenhaft. Jedenfalls gerät Hunter, so heißt die Tussi on Team Carl, in Probleme mit irgendeiner anderen Tuse und Mike muss zur Rettung eilen und Leute vermöbeln. Mann, ist das alles spannend.

Auf die grandiose Flucht mit der Seilbahn gehe ich besser gar nicht erst ein. Ich frage mich nebenbei gerade, ob das schon alles an Handlung war und der Film jetzt vielleicht nur noch eine Stunde lang Actionszenen aneinander reiht. Ich würde es mir ja fast wünschen, so unfassbar aufregend wie das alles sein könnte, aber natürlich absolut nicht ist, weil hier nur unfähige Honks und Carl Weathers am Werk sind.

So, das Kind ist wieder bei der Mutter und das wars dann wohl. Was zur Hölle saugt man sich jetzt wohl für einen Quark aus den Fingern, um die weitere Stunde zu füllen? Jemand einen Tipp? Richtig: Hogan hat nen Flashback. Und dann findet er in einer Akte voller Kopfgelder zufällig das Bild von einem Typen, den er kennt. Es ist TATATA irgendein Typ, der seinen eigenen Tod vorgetäuscht hat und dann mit plastischer Chirurgie sein Aussehen verändert hat. Aber Mike erkennt ihn an den Augen. Oh mann, es ist noch dämlicher als ich es mir vorgestellt hatte. Und nebenbei war die komplette erste halbe Stunde des Films komplett überflüssig.

Mikes Frisur erklärt dann mal kurz, was eigentlich los war: Einsatz Team Hogan, viele Tote im Stacheldraht, die durch eine chemische Giftwaffe verreckt sind. Und Hogan hat den Entwickler der Waffe gefunden und seine Augen gesehen. Aber jemand hat ihn attackiert und ihm die Gasmaske runtergerissen. Und von dem Gift sind ihm tolle Haare gewachsen. Und der Chemiefritze ist natürlich entkommen. Aber Hogan erkennt ihn an den Augen, wie wir wissen. Und er wird ihn nicht ein zweites Mal entkommen lassen. Denn er will unbedingt ein neues Shampoo für sein wallendes Haar. Oder so. Wer weiß.

Seinfeld-Musik. Was zur Hölle ist bloß mit dem Sound Editor falsch gelaufen? Unfassbar.

Ich mache mal einen kleinen Sprung, weil 10 Minuten lang gar nichts passiert, womit quasi die Hälfte des Steifens komplett überflüssig ist. Dann ballert Mike in bester Rambomanier mit zwei Megamaschinengewehren ein ganzes Lager von Terroristen weg. Dabei will er eigentlich nur mit Jamal reden. Das hätte man vielleicht auch anders vermitteln können, als alle Leute zu töten. Aber ich kenne mich mit Verhandlungstaktiken in Terroristencamps nicht aus.

Mike trifft dann den Augentyp, den er für den Chemiker hält. Und es stellt sich überraschend heraus, dass es tatsächlich der Chemiker mit neuer Visage ist. Der will Mike dann ein Harrentfernungsmittel spritzen, aber im letzten Moment kommt Team Carl vorbei und rettet den Tag. Und Mikes Frisur. Woher die nebenbei wussten, wo genau am Arsch der Welt Hogan rumhängt, bleibt offen.

Nach ewigem Blahblah findet man dann heraus, wohin der Chemiker geflohen ist. Ich tippe mal spontan auf Devils Island. Die muss ja irgendwann mal ne Rolle spielen.

Durch einen verlassenen Minenstollen gelangt man ins Labor von Dr. Chemie irgendwo in einer alten Lagerhalle. Ob man auf Devils Island ist, habe ich nebenbei noch nicht mitgekriegt. Sieht eigentlich nicht wie eine Insel aus, aber was weiß ich schon. Aufgrund der Dramatik werden sie natürlich entdeckt und angegriffen.

Der Showdown zwischen dem Chemielehrer und Hogan ist dann der lahmste Scheiß ever. Eigentlich rennt Chem Ie die ganze Zeit nur weg und Hogan sucht ihn und ballert dabei nebenbei ein paar Gegner weg. Team Carl ballert ebenfalls Leute weg und verhindert dabei noch einen Raketenabschuss und zwar indem einer von ihnen aus einem Helikopter heraus mit einer Bazooka die gerade gestartete Rakete abschießt. Dass Team Carl ausschließlich aus Scharfschützen besteht und die Gegner nicht mal ein Scheunentor treffen würden wenn sie direkt davor stehen, versteht sich natürlich von selbst. Das mündet dann in einer Flucht mit einem Luftkissenboot. Auf dem spritzt Hogan seinem Erzrivalen dann eine Chemiekeule, die die Knochen in Stein und das Blut in Feuer verwandelt. Ich sage es, wie es ist: Ich habe weder Stein noch Feuer gesehen. Vermutlich kriegt man davon doch nur Nierensteine und es brennt beim Pissen. Ist ja auch unangenehm.

Verpasst nicht die Schrott Awards mit dem großen Kampf zwischen Roddy Piper und Mike Spaghetti-Haar. Nur hier auf dem Filmschrottplatz.

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11 Antworten zu “Chemieunterricht für fortgebildete Kampframbos

  1. Frau Argh Februar 15, 2017 um 10:33 am

    Oo scheint als wäre die beschissene Party das beste an dem Film. Da kann man sich wenigstens die Frisuren schönsaufen…

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  2. Fynn Februar 15, 2017 um 1:06 pm

    Ein typischer Actioner der damaligen Zeit und typisch auch die „Stars“ : Weathers, Hogan & Co. Kann man sich immer wieder mal antun wenn man mal so richtig schlecht drauf ist ! Grüsse an alle und an den Schrotti von Fynn ! 🙂

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  3. Wortman Februar 16, 2017 um 12:03 am

    Ich habe mal irgendetwas anderes mit hogan gesehen…

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  4. Pingback: Schrott Awards 2017 | Filmschrott

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