Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Sportlich-unterhaltsame Monsterversammlung auf dem Totenacker

Nächstes Jahr wird hier auf dem Filmschrottplatz der Wrestlingring aufgebaut. Denn dann kommt es im Rahmen der Schrott Awards zum großen Aufeinandertreffen der Schauspielikonen Hulk „Ritter aus dem All“ Hogan und Roddy „Sam Hell“ Piper. Höchste Zeit also, mal etwas auf dieses unglaubliche Ereignis der Superlative einzustimmen. Und was könnte da besser sein, als ein Wrestlingfilm? Mit Monstern! Genau. Alles andere. Ich habe aber sonst nix, also müssen wir uns jetzt da durch kämpfen:

MONSTER BRAWL – Kanada – 2011 – 89 Min.

Nur um direkt mal klar zu stellen, was uns hier erwartet: Es geht hier um eine Art 90 Minuten Wrestlingshow, in der sich Monster im Wrestlingring die Fresse polieren. Wenn das mal nicht die mit großem Abstand dämlichste Idee für einen Film ever ist, dann weiß ich auch nicht.

Der Wrestlingring ist auf einem verlassenen Friedhof aufgebaut. Es gibt keine Zuschauer. Da fragt man sich schon aus Prinzip, für wen man die Show hier eigentlich angeblich veranstaltet. Die beiden Kommentatoren Buzz Chambers und Sid Tucker erklären dann mal kurz, wie das hier abläuft. Es gibt zwei Conferences: Die Untoten und die Kreaturen. Die Untoten sind die Mumie, Lady Vampire, Zombie Man und Frankenstein. Wow. Bei so einem Knalleraufgebot fragt man sich ja unweigerlich, wie die Kreaturen da mithalten wollen. Sie schicken Cyclops, Witch Bitch, Swamp Gut und den Werwolf in den Ring. Das verspricht alles unfassbar großen Bullshit.

Jimmy Hart spielt sich selbst und nervt bereits nach 3 Sekunden mit der Erklärung, wie es überhaupt zu diesem bescheuerten Turnier kam. Dann zeigt er noch ein unglaublich aufregendes Interview mit dem Erfinder dieses dämlichen Turniers. Mich interessiert das alles absolut ganz und gar nicht. Ich will jetzt sehen, wie sich die Monster in diesem hirnamputierten Turnier in die Fresse hauen.

Die Kommentatoren interviewen anschließend den Friedhofsbesitzer, der meint, dass sie besser nicht hergekommen wären, weil hier alles verflucht ist und blah. Ein unglaublicher Hauch von Story hängt in der Luft. Es wird voraussichtlich dabei bleiben.

Ringrichter Herb Dean erklärt die Regeln … Jetzt macht mal voran da! Übrigens: Es gibt keine Regeln.

Äh, Cyclops kriegt einen Brief und beginnt dann zu trainieren. Ist das jetzt ein völlig unnötiger Flashback? Ja, ist es offensichtlich. Denn anschließend kriegt auch die Witch Bitch ihre Einladung zum Monster Brawl. Es ist fast wie bei Mortal Kombat. Nur noch viel beschissener. Und das muss man erst mal hinkriegen.

Der erste Kampf ist also

CYCLOPS VS WITCH BITCH

Jimmy Hart darf die Kämpfer ankündigen und irgendwelche Bikinitrullas … machen auch irgendwas komplett unnötiges. Herb Dean ist auch im Ring. Dann kanns ja losgehen. Witch Bitch mit einer Clothesline und einem Tritt in die Zyklopeneier. Hat der wohl 2? Der wendet dann das Blatt und kloppt mit einem Hammer auf die Hexe ein. Die killt Herb Dean mit einem Hackebeil und absolut nichts hier macht irgendeinen Sinn oder ist auf irgendeine Art und Weise spannend, aufregend oder unterhaltsam. Witch Bitch rotzt Cyclops dann Schnaps in die Fresse, aber der grillt die Visage der Hexe mit seinem Laserauge. Warum hat er das nicht direkt gemacht? Trottel.

Flashbacktime. Die Mumie erwürgt Gabelstaplerfahrer Klaus. Lady Vampire beißt nen Cop.

LADY VAMPIRE VS THE MUMMY

Die Lady mit Tritten und Tritten und noch ein paar Tritten. Die Mumie mit eine Bodyslam und Staub in die Augen der Vampirdame. Sleeper Hold und die Mumie holt einen Pflock. Aber die Lady hat sich nur tot gestellt und haut der Mumie vor die Fresse, Die schnappt sich ihr Amulett und schmilzt damit das Gesicht der Vampirin, oder so. Die kann die Mumie aber aus dem Ring kicken und mit einem Grabstein erschlagen. Anschließend reißt sie der Mumie das schwarze Herz raus und gewinnt. Immerhin hält sie die Frauenquote hoch.

Werwolf-Flashback und er frisst halt Leute. Swamp Gut wird in einer Art Natur-Doku beleuchtet. Er lebt in den Sümpfen und das wars halt.

SWAMP GUT VS WEREWOLF

Jeder schlägt mal zu dann kotzt Swamp Gut den Werwolf an. Der kommt dann wieder mit Schlägen in den Schlamm-Magen und die Scheiße hier könnte kaum langweiliger sein. Doch, denn der Werwolf holt den Sieg mit einem simplen Splash, durch den der Swamp Gut von Swamp Gut explodiert. Gähn.

Ich mag ja Kevin Nash. Klar, der ist sicher nicht der Überschauspieler und er spielt nur in Grütze mit – wie dieser Streifen hier eindrucksvoll beweist – aber er hat sichtlich Spaß am Spiel und da macht es dann auch Spaß, ihm dabei zuzugucken. Ich empfehle nur mal seine grandiose Darstellung als Odin in „Thor – Der Allmächtige“. Und wer erinnert sich nicht noch an seine Verkörperung des Bass in DOA? Keiner. Ich weiß. Aber ich wollte es trotzdem mal erwähnt haben. Hier spielt er irgendeinen Militärfritzen im Flashback von Zombie Man, der natürlich auf einer Militärbasis gefangen gehalten wird. Nash lässt ihn frei, weil er die ultimative Killermaschine ist. In Deutschland bastelt Igor seinen Frankenstein.

ZOMBIE MAN VS FRANKENSTEIN

Beide Kontrahenten haben ihre jeweiligen „Manager“ dabei. Frankenstein sieht nebenbei hier mehr aus wie ein Zombie als der eigentliche Zombie Man. Der sieht eigentlich eher aus wie jemand, der sich ein Glas Kirschmarmelade ins Gesicht geschmiert hat. Kostümdesign vom Feinsten. Nach gefühlt 10 Minuten, die nur daraus bestehen, dass Frankenstein auf Zombie Man einkloppt folgen gefühlt 10 Minuten,in denen der Zombie auf Frankenstein einprügelt. Igor klettert in den Ring und haut den Zombie mit einem Rohr um. Dafür killt Colonel Nash Igor mit einer Axt. Frankenstein ist jetzt richtig scheiße drauf und haut Zombie Man gefühlt 10 Minuten vor die Fresse. Und gewinnt, indem er dem Zombie einfach den Kopf zu Brei tritt. Meine Fresse, die Autoren waren wirklich unglaublich einfallsreich. Ich schätze, sie sind eigentlich Writer beim echten Wrestling.

Aus irgendeinem Grund steigen dann Zombies aus ihren Gräbern und killen Kevin Nash. Sid wird in die Hand gebissen, aber ein echter Kommentator lässt sich von so einem Kratzer natürlich nicht beeindrucken. Der Friedhofsbesitzer ballert die Zombies weg und die Show kann weiter gehen.

FRANKENSTEIN VS WEREWOLF

Lahmes Gekloppe die Fünfte. Eigentlich ist jeder Kampf hier gleich. Einer haut dem anderen in die Fresse. Dann haut der andere dem einen in die Fresse. Und dann gewinnt einer oder der andere mit seinem Special Move. In diesem Fall ein absolut lahmer Genickbruch von Frankenstein am Werwolf.

Sid hat sich in einen Zombie verwandelt und muss von Buzz weggeballert werden. Dann fällt der Strom aus und Jimmy Hartmacht das einzig richtige und verpisst sich mit den Bikinitrullas irgendwohin.

Frankenstein feiert seinen Sieg, aber es folgt der große Twist: Werewolf steht wieder auf und haut Frankenstein vor die Fresse. Und er zerschmettert mehrere Grabsteine auf Frankensteins Birne. Und dann feiert er seinen Sieg, aber es folgt der zweite große Twist: Frankenstein steht wieder auf und haut Werewolf vor die Fresse. Mit einem Chokeslam kriegt er ihn zu Boden und reißt ihm den Kopf ab.

Frankenstein feiert seinen Sieg, aber es folgt der dritte große Twist: Colonel Nash kommt vorbei und fordert Frankenstein heraus. Aber freundlicherweise bleibt uns das erspart und der Film endet damit, dass die beiden sich gegenüberstehen. Die damit angeteaste Fortsetzung hat es bisher glücklicherweise nicht gegeben. Ich gehe mein Monster trainieren …

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9 Antworten zu “Sportlich-unterhaltsame Monsterversammlung auf dem Totenacker

  1. ohmyalexblog Dezember 14, 2016 um 1:07 pm

    Hahaha sehr unterhaltsam! Bin jetzt etwas neugierig den Film selbst zu sehen – aber ich werde mich wohl besser davon abhalten 😀

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  2. Wortman Dezember 14, 2016 um 3:52 pm

    Ich schätze mal, der erste Absatz sagt schon alles, oder?

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  3. Frau Argh Dezember 14, 2016 um 11:29 pm

    Die Idee ist so scheisse, dass sie schon wieder gut is…aber die Umsetzung. Ich weiß ja nicht…

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  4. Pingback: Schrott Awards 2017 – Filme | Filmschrott

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