Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Strafrechtlich verfolgbare Livekampfaction auf abgelegenen Eilanden

Wir alle lieben Running Man mit Arnold Schwarzenegger. Und wir alle lieben Battle Royale mit … einem Haufen Asiaten. Was liegt da also näher, als diese beiden Ideen – die ja ohnehin nicht so weit voneinander entfernt sind – zu mischen? Eben. Kreativität und so. Die Idee war sogar so gut, dass man Stars wie Vinnie „Ich sammle rote Karten … und Hoden“ Jones und Steve „ich bin kalt wie Stein, was auch immer das bedeuten mag“ Austin verpflichten konnte, damit diese sich dann gegenseitig in die Fresse hauen. Das wird sicher ein Riesenspaß. Lauf schnell weg, Hunger Games! Denn hier kommt:

THE CONDEMNED – Die Todeskandidaten – USA – 2007 – 113 Min.

Eigentlich könnte ich mir die erste halbe Stunde direkt sparen, denn ich habe ja oben schon beschrieben, was der Plot hier ist und mehr ist es dann halt auch wirklich nicht. Aber wenn, dann richtig. Wir befinden uns im mexikanischen Knast mitten in der Wüste. Wahrscheinlich da, wo auch die Prison Break Affen eingesperrt wurden, als die Macher merkten, dass eine Serie namens „Prison Break“ scheiße ist, wenn die Beteiligten nicht im Knast sitzen. Jedenfalls verwemmst in eben diesem Knast irgendein Typ irgendwelche andere Typen, was von irgendeinem Typen gefilmt wird, damit ein weiterer Typ sich das Video angucken kann, und den Typen, der die anderen Typen gerade verdroschen hat, für seine Show casten kann. Jede Menge Typen in dem Film hier.

Der Showfritze hat eIn Problem … oder besser gesagt, sein Kameramann hat ein Problem. Denn die ganze Insel ist voller „toter Winkel“. Moment mal! Hat der Drehbuchautor hier tatsächlich so weit gedacht, dass er selbst weiß, dass diese Idee niemals gescheit umsetzbar wäre? Uiuiui. Steht uns hier etwa eine Überraschung an realistischem Actionkino bevor? Spannung.

Die Quotenblondine des Films zieht dem Showmaster die Jacke an und knutscht etwas mit ihm rum. Dann muss der Showmaster in einem Interview mit einer weiteren Quotenblondine erkären, worum es hier überhaupt geht. Wie gesagt: 10 Häftlinge. Auf Leben und Tod. Der Sieger kommt frei. Das ganze wird übers Internet übertragen, da kein TV-Sender die Show haben wollte. Kann ich gar nicht glauben. Da geht der Realismus also wieder dahin. Die Journalistin hat Bedenken, was das Konzept angeht und findet es moralsich bedenklich. Ernsthaft: Für einen Film dieser Art, macht der Autor bisher einiges erfrischend anders. Normalerweise wären schon 3 von 10 tot und keiner würde was hinterfragen.

Nachdem man mal kurz alle Kandidaten kennen gelernt hat – also die Quotenschwarze, die ohne Top antreten soll und so weiter – macht Stone Cold direkt mal klar, dass er überhaupt keinen Bock auf den Scheiß hier hat. Der Showmaster schüttelt also eine Bio für ihn aus dem Ärmel und Zack ist Austin ein Rassist aus Arkansas. Dann gibts halt noch die übliche Bombe, die verhindern soll, dass die Gefangenen abhauen und der Spaß kann losgehen.

Beim Abwurf aus dem Helikopter an der Insel landet der erste schon mal auf einem Zaunpfahl. Da warens nur noch 9.

Als nächstes wird die Schwarze mit Top angegriffen. Da sie aber keinen Bock darauf hat, von dem alten Fettsack vergewaltigt zu werden, sticht sie ihm nen Ast in den Hals und zieht anschließend den Stift an seiner Bombe, um ihn wegzusprengen. Da warens nur noch 8.

Austin prügelt sich mit einem Mexikaner, der seine Frau Rosa sucht. Äh, auf der Insel, oder wo jetzt genau? Immerhin hat er nen Handschellenschlüssel, den er Austin überlässt.

Ein Helikopter wirft ein Lunchpaket inklusive echt scharfem Brotmesser ab. Aber der Schwarze, der das Messer findet wird vom Klischee-Kung-Fu-Asiaten verdroschen und muss deshalb schnell wegrennen und das Messer zurücklassen. Vinnie Jones kommt vorbei und will ein Bündnis mit dem Asiaten eingehen.

Stone Cold kloppt sich derweil mit dem größten Typen auf der Insel. Und schmeißt ihn eine Klippe runter. Im Fall explodiert der Typ natürlich noch, weil er aus dem Grenzbereich fällt. Action und so. Da warens nur noch 7.

Auf dem Festland startet eine Nebenstory mit einer Tussi, die irgendwie durch den Namen „Jack“ auf die Condemned-Website findet. Hier heißt keiner Jack. Ich checks also nicht.

Ah, Rosa ist auch eine von den Kandidaten. Das muss einem auch gesagt werden. Sie trifft ihren Mann wieder und Party. Aber Vinnie Jones und der Asiate kommen vorbei und vermöbeln die beiden und vergewaltigen Rosa. Das führt oben im Überwachungsraum für Diskussionen, da Quotenblondie das gar nicht gut findet und deshalb ihren Freund ankackt. Und auch der Kameramann findets jetzt nicht so geil, da zuzugucken. Das Problem löst sich quasi von selbst, da Rosa eh explodiert. Da warens nur noch 6.

Stone Cold findet in der Nacht Paco, der immer noch verletzt im Wald liegt und um seine Frau trauert. An anderer Stelle findet der Schwarze Typ die Schwarze Tussi. Und so haben wir jetzt mehr oder weniger 3 Bündnisse. Spannung.

Vinnie und Kli Schee der Asiate finden eine Waffenkiste und decken sich ein. Stone Cold blockiert irgendwie sein GPS-Signal und verschwindet vom Radar. Paco bleibt im Regen sitzen, weil er nicht laufen kann und Austin hangelt sich an einem Kabel entlang.

Aha, Jack Riley ist eigentlich Jack Conrad ist eigentlich Stone Cold Steve Austin, der sich gerade an einem Kabel durch den Regen hangelt. Ich weiß immer noch nicht, was diese Nebenstory soll, aber ist auch egal, denn auf der Insel sucht das TV-Team nach eben diesem Jack. Der erwürgt den Hausmeister, bevor der ein Tor abschließen kann und kommt so auf das Gelände, auf dem die Satellitenschüssel steht, mit der der ganze Quark ins Internet übertragen wird. Und natürlich nutzt er die Gelegenheit um Sarah anzurufen und ihr seine Kontodaten zu geben, damit es ihr und den Kindern besser geht. Sarah will aber kein Geld, sondern ihn. Wir kennen das. Jack muss los, gibt aber noch schnell die Hälfte der Koordinaten der Lage der Insel durch.

Die schwarze Tussi sprengt den schwarzen Typen, während der ihr erzählt, warum er im Knast saß. Da warens nur noch 5.

Der Kameramann geht kotzen, weil er dem Gemetzel nicht wirklich gewachsen ist. Nun ja, um ehrlich zu sein, ist es ja gar kein Gemetzel. Eigentlich sind bisher alle Typen einfach in einer riesigen Explosion abgefackelt. Die Quotenblondine geht hinterher und gemeinsam wollen sie dem ganzen ein Ende setzen. Aber der Showmaster hat nur die Quoten im Kopf und guckt zu, wie Vinnie und Kung Fu Kato Paco verkloppen. Austin eilt zur Rettung, aber Paco ist nicht mehr zu retten und wird erst abgestochen und dann abgefackelt. Stone Cold findet das gar nicht cool und steigt jetzt offiziell ins Spiel ein. Bisschen spät, würde ich sagen, aber besser als gar nicht. Da warens übrigens nur noch 4.

Vinnie und die Frühlingsrolle gucken am nächsten Tag in der Gegend rum. Stone Cold klebt sich mit Isolierband Metallstangen an die Unterarme und haut dem Asiaten die Fresse dick. Vinnie kommt mit einem Bogen und jagt Austin durch den Wald. In einem Bunker trifft Jack die schwarze Tucke, die zwei Sekunden später mit dem Bogen weggeballert wird. Da warens nur noch 3.

Obwohl Moletovcocktails gar nicht asiatisch sind, wirft der Klopper trotzdem einen in den Bunker. Alles fackelt, aber Jack kann sich natürlich durch eine Falltür retten, unmittelbar bevor die Bombe der schwarzen Tussi hochgeht.

Vinnie und Judo Jim denken jetzt natürlich, dass sie die lezten Überlebenden sind und jagen sich gegenseitig durch den Busch. Obwohl er aus dem Land der aufgehenden Sonne stammt, ist er nicht der hellste, denn er stellt sich mitten auf eine Lichtung.Schon vergessen? Vinnie hat einen Bogen. Da bist du ein hervorragendes Ziel, du Affe. Naja, ist aber auch egal, denn Jack kommt mal rum und haut ihm in die Fresse. Vinnie kommt natürlich auch vorbei und es gibt das große Gekloppe, bei dem Thailand Tim von Jack abgestochen wird. Da warens nur noch 2.

Vinnie geht stiften und Jack hinterher. Am Wasserfall beschließt man, dass die Location genau die richtige für einen Kampf dieses Kalibers ist. Nein, Vinnie hat alle verarscht und springt unten in den See. Jack hinterher. Ein Helikopter wirft Vinnie mal wieder ein Päckchen hin. In der Zentrale erkennt der Kameramann völlig richtig, dass der Showmaster die ganze Zeit Vinnie geholfen und somit die Show manipuliert hat. Der gibt das zu, aber natürlich alles fürs Entertainment.

Vinnie hat ne Shotgun und ballert völlig irre in der Gegend rum. Unter anderem erschießt er auch die getarnten Kameramänner, die im Busch rumlaufen, um alles aus nächster Nähe zu filmen. Hat der sich wohl freiwillig für den Job gemeldet? Trottel.

Vinnie hat jetzt auch noch ein Maschinengewehr von einem der Kameramänner, die offensichtlich zumindest nicht unbewaffnet waren. Die hilft ihm aber gerade nix, denn Jack haut ihm mal wieder vors Maul. Der wird aber dann eine Klippe runter gestoßen und treibt im Fluss davon.

Die NAVY kommt und der Showmaster muss weg. Der Kameramann will aber erst mal Knete haben und sie können die doch nicht einfach hier lassen und blah. Dafür wird er abgestochen.

Währenddessen kommt Vinnie zurück ins Camp um seinen Sieg zu feiern und die Bombe loszuwerden. Außerdem will auch er Kohle haben. Schließlich hat er gewonnen, so wie er es mit dem Showmaster vereinbart hatte. Uh, was ein Twist.

Und der nächste Twist folgt sogleich, denn JACK LEBT!!!

Quotenblondie ist angepisst.

Vinnie killt die Security und stürmt die Zentrale auf der Suche nach dem Showmaster. Nachdem er alle Leute darin weggeballert hat kommt Jack an und wird direkt vom Showmaster und seinem Kumpel gestellt. Aber er ist Jack also haut er dem Freund vor die Fresse und schnappt sich seine Waffe. Der Showmaster haut ab und sein Freund wird abgeknallt.

Vinnie hat alle abgeknallt außer die Quotenblondine. Bevor er die ebenfalls umnieten kann, kommt Jack zur Rettung und knallt Vinnie ab. Wisst ihr, wenn das alles etwas spannender inszeniert wäre, wäre das sogar irgendwie gut. So ist es zwar nicht komplett scheiße, aber einfach extrem durchschnittlich.

Der Showmaster haut mit seinem Heli ab, aber Jack kommt zusammen mit Quotenblondie auf den Hügel. Die reicht ihm eine der Bomben und er wirft sie in den Helikopter und der Showmaster stirbt in einer schlechten CGI-Explosion. Wenn es eine Szene gibt, die zeigt, wie durchschnittlich dieser Film ist, dann diese Szene. Und die Tatsache, dass Nickelback läuft, als Jack nach Hause kommt.

Überraschenderweise ist der Film wirklich nicht so kacke, wie er hätte sein müssen. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass ich für dieses Sub-Genre was übrig habe. Aber gerade gegen Ende verschwendet er doch eine ganze Menge Potenzial. Schade eigentlich. Ich gehe meine Mithäftlinge bekämpfen .

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3 Antworten zu “Strafrechtlich verfolgbare Livekampfaction auf abgelegenen Eilanden

  1. Frau Argh November 16, 2016 um 4:06 pm

    Ich glaube, den kenne ich sogar…durchschnittlich trifft es – ist bei mir irgendwie untergegangen, aber wenn ich das so lese, kommt mir das recht bekannt vor.

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  2. Pingback: Schrott Awards 2017 – Filme | Filmschrott

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