Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Postapokalyptische Schatzsuche unter klosteranischer Führung

Wie überall gibt es auch in der Filmwelt Fakten und Meinungen. Ein Beispiel: Es ist ein Fakt, dass Titanic lange Zeit der erfolgreichste Film aller Zeiten war und es ist meine Meinung, dass er das auch hätte bleiben sollen, anstatt den Platz an Kernschrott wie Avatar und ähnlichen Kack zu verlieren. Ein weiteres Beispiel: Es ist ein Fakt, dass Tom Hardy seine Sache als Mad Max ziemlich gut macht und Fury Road durchaus Bock macht, aber es ist meine Meinung, dass der Film zu wenig Story besitzt, um wirklich vollends zu überzeugen. In ganz seltenen Fällen stimmen Fakten und Meinungen aber auch überein. Ein Beispiel: Meiner Meinung nach gibt es nichts geileres als 80er Jahre Post-Apokalypse B-Movies. Und das ist natürlich auch ein Fakt, denn es gibt einfach nix geileres als 80er Jahre Post-Apokalypse B-Movies. Wenn ich ein Genre wählen müsste, dass ich für den Rest meines Lebens gucken muss, dann wären es 80er Jahre Post-Apokalypse B-Movies. Die hatten einfach alles. Großartige Kostüme, Morlocks, starke Frauenfiguren und natürlich Froschmutanten! Ich sage ja, es gibt nichts besseres. Einen weiteren Beweis präsentiere ich heute:

INTERZONE – Italien – 1987 – 97 Min.

Es regnet über Waltons Mountain. Oder einer Gegend die ähnlich aussieht. Nur eben nach einer Apokalypse, die dafür gesorgt hat, dass sich alle Überlebenden in einem Casino Schrägstrich Striplokal treffen, um sich da gegenseitig zu bescheißen und männliche Stripper anzuglotzen, die auf den ersten Blick aussehen wie Frauen mit kleinen Brüsten. Sorry, mein Fehler, diese 80er-Frisuren, ihr kennt das ja …

Swan kommt rein und klaut unbeobachtet einen Diamanten vom Pokertisch und labert anschließend mit irgendwelchen abgerockten Typen über einen Schatz. Anschließend macht er beim Todessaufen mit, einem spanenden Spiel, bei dem ein Becher vergiftet ist und bei dem es nur Gewinner gibt; außer den Verlierer natürlich. Jeder Spieler bringt einen Einsatz wie einen Einwegrasierer oder eine Zahnbürste. So schlimm ist es um die Welt hier also schon bestellt. Die Leute haben nicht mal mehr Zahnbürsten.

Swan gewinnt das Trinkspiel natürlich und es entbrennt eine Massenschlägerei, weil der Typ, dem er den Diamanten geklaut hat, ihn killen will.

Und da ist die Gang! Also irgendeine Gang. Eine Gang darf schließlich in so einem Film nicht fehlen. Ihr wisst schon, die Gang die auf Motorrädern und mit coolen Autos durch die Gegend gurkt und schwer bewaffnet, unter der Führung einer wasserstoffblonden Bodybuilderin, ein Kloster überfällt. Ihr wisst schon, die Gang die dann angepisst abzieht, nachdem sie feststellen mussten, dass das Kloster durch ein Kraftfeld geschützt ist. Ihr wisst schon, die Gang die durch ihren Angriff aber dafür gesorgt hat, dass der Oberklosteraner einen Herzinfarkt erleidet und einem Gandhiverschnitt mit weißem Hemdkragen noch telepathisch etwas von einem Schatz erzählt. Genau so eine Gang darf hier nicht fehlen.

Gandhi latscht dann gefühlte 7 Tage durch die Walachei, nur um dann von einer Schlange gebissen zu werden und zu verrecken. Wow, das war sinnlos … aber nein, da ist Swan mit seinem, äh, ich nenne es mal Jeep, aber eigentlich gleicht es eher einem VW Käfer, bei dem man vergessen hat, dass der eigentlich Rundungen haben soll. Jedenfalls lebt Swan in einer Höhle und rettet dort Gandhi das Leben und scheitert grandios an Schnitzarbeiten. Nicht unbedingt Michel aus Löneberga der Typ, auch wenn er gerne für Chaos zu sorgen scheint.

Gandhi kann Gedanken lesen und Swan denkt an eine schöne Frau. Wer bitte nicht? Dafür brauche ich nun wirklich keine Gedanken lesen können.
Auf dem Wochenmarkt werden Frauen angeboten. Swan entscheidet sich für eine Hippiebraut. Da er keine Zahnbürsten mehr hat, nimmt er die Tussi einfach so mit und lässt als Bezahlung den Händler am leben. Es folgt eine unglaublich aufregende Verfolgungsjagd mit dem Apokalypsekäfer, Mopeds und einem Auto, das ich nur als Apokalypse-Pimp-Mobil bezeichnen kann. Ernsthaft, warum hatte der Händler keinen Hut mit Feder auf und einen Leopardenpelzmantel an? Da hat man wirklich schlechte Arbeit in der Kostümabteilung geleistet. Swan ballert mit einer MG rum, wirft Granaten und packt auch noch einen Flammenwerfer aus. Der Mann überlässt wirklich nichts dem Zufall. Leider geht ihm dann offenbar die Munition aus und er muss sich mit den Verfolgern auf dem Käfer prügeln und anschließend den Zuhälter in seinem Zebramobile Of Superpimpin‘ einen Abgrund runterschicken.

Tara heißt die Hippiebraut, bei der ich absolut nachvollziehen kann, warum sich Swan in sie verknallt hat. Der Händler hat den Sturz den Abgrund runter in einen See von der Tiefe des Kinderbeckens im Freibad nebenbei überlebt.

Gandhi erklärt, dass seine Leute für den Schatz in der Interzone verantwortlich sind. Er braucht Swan und Tara um den Schatz zu beschützen, oder sowas. Aber was der Schatz ist, kann er nicht verraten. Swan ist nicht überzeugt, dafür sein Leben zu riskieren. Die Hippietussi scheint das alles überhaupt nicht zu tangieren. Wahrscheinlich ist sie bekifft.

Irgendein Typ war nicht gut im Bett, deshalb wird er von der Bodybuilderin ins Loch gesteckt – nein, das ist keine Metapher. Der Typ wird wirklich in eine Loch gesteckt, weil er die Bodybuilderin nicht befriedigen konnte. Doppeldeutigkeiten sind hier rein zufällig, da bin ich absolut sicher. Im Loch ist irgendein Vieh, das den Typen frisst. Und alle lachen fröhlich.

Am nächsten Morgen pflückt Gandhi Beeren und der Händler ist am Start und bedroht Swan mit einem Stock, oder so. Gandhi nutzt seine mentalen Fähigkeiten, um die Hoden des Händlers explodieren zu lassen. Zumindest habe ich keine andere Erklärung dafür, was da gerade passiert ist.

Im Wald da sind die Räuber. Und die überfallen Swan und Co. Die Bodybuilderin will von Swan beglückt werden, dann lässt sie ihn am leben. Währenddessen befreit sich Tara mit einem Messer von ihren Fesseln. Man hätte ihr das Messer natürlich auch abnehmen können, aber das wäre zu viel Arbeit gewesen, für eine notgeile Bodybuilderin und einen Katanaschwinger, der glaubt, er lebt in einem Kung Fu Film. Tara verbündet sich mit dem Möchtegern Kung Fu Meister und gemeinsam wollen sie den Schatz für sich haben.

Swan wird von der Bodybuilderin mit kulinarischen Spezialitäten wie Kirschen, Bananen und einem alten Fisch gefüttert. Da er ein ganz besonders guter Stecher war, wird er ins Loch gsteckt. Und wenn er das überlebt darf er auf ewig der Beglücker von Mantis der Bodybuilderin sein. Also springt Swan mit seiner Schrotflinte in das Loch und killt den darin rumlatschenden Zombie. Wie zur Hölle hat dieses lahmarschige Vieh es geschafft, alle Stecher von Mantis zu fressen. Das müssen wirklich absolute Schlappschwänze gewesen sein.

Anschließend kloppen sich die Gruppen um Swantis und Ta Fu um Gandhi. Die eine Hälfte von Ta Fu haut mit Gandhi ab und Swan rennt hinterher. Denn seht ihr, das alles war nur ein Trick um gemeinsam fliehen zu können. Genial.

Allerdings sind sie nicht so genial wie sie dachten und werden von Mantis und Kung Fu Karl erneut gefangen genommen und ausgepeitscht. Und dann wird Tara in einen elektrischen Käfig gesperrt und weggebrutzelt. Die Gang macht sich dann auf zur Interzone – zumindest glaube ich das, denn um ehrlich zu sein habe ich absolut keine Ahnung, worum es hier überhaupt geht – und Gandhi rettet Swan durch ein Stoßgebet vorm abnippeln, indem er mit ihm die Rollen tauscht und selbst drauf geht.

Swan macht natürlich den Action-Hero-Rächer-Ohne-Gnade und stürmt, bewaffnet bis an die Zähne, hinter der Gang her in einem Gefährt, dass ich nur als post-apokalyptisches Golf Cart bezeichnen kann. Kung Fu Karl nutzt derweil den Flammenwerfer, um das Schutzschild rund um das Kloster zu durchbrechen. Es wird übrigens nicht erklärt, warum das mit einem Flammenwerfer geht.

Swan ballert eine Rauchgranate in die Menge und sieht zu, wie die komplette Gang flüchtet, weil er ein Mann auf einer Mission ist, oder so. Es macht einfach keinen Sinn. Man hatte aber wohl kein Budget mehr für weitere Fake-Kugeln, also hat man Plan B genommen und der hieß Flucht der Massen.

Immerhin ist Kung Fu Karl noch da und es kommt zum großen Boxkampf. Der Spruch „I’m gonna hit you so hard your dog’s gonna die“ bildet dann das absolute Highlight dieses Meisterwerks. Nach einem Kehlkopfpunch wars das dann für Kung Fu Karl und es ist nur noch Mantis übrig, die gerade ein paar Holzbänke stemmt, da keine Gewichte da sind. Diese Bodybuilderinnnen können auch einfach nicht ohne was zu stemmen.

Auf also zum nächsten Boxkampf. Irgendwann schnappt sich Mantis eine MG, aber Swan hat zufällig gerade einen Granatwerfer neben sich liegen und wir können uns denken, welche Waffe mehr Durchschlagskraft hat.

Swan tapert dann im Keller rum, wo jede Menge Gerümpel steht. Ein Fernseher und eine Mikrowelle und so. Einer der Klosteraner sagt, dass das der Schatz ist, denn ohne die Vergangenheit, gibt es keine Zukunft. Das ist entweder total tiefgründig oder völliger Schwachsinn. Entscheidet selbst. Ich gehe mir eine Hippiebraut suchen …

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3 Antworten zu “Postapokalyptische Schatzsuche unter klosteranischer Führung

  1. Frau Argh April 28, 2016 um 9:10 am

    Spätestens mit dem Auftauchen eines Kung Fu Typens der Kracher…

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Schrott Awards 2017 – Filme | Filmschrott

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