Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Hinterwäldlicher Vampirismus auf lesbisch-unnützer Ebene

Eine Sache kann ich euch versprechen: Heute wird es wieder ganz besonders innovativ, ernst und seriös. Denn es ist Zeit für Vampire. Ich mag ja Vampire generell ganz gerne. So lange es nicht diese Glitzer-Glitter-Konfetti-Versionen aus Twilight und ähnlichem Scheiß sind. Und ich mag auch Lesben. Denn … ist klar, ne? Was kann es also besseres geben, als die Kombination aus Beidem? Stimmt. Alles andere. Aber trotzdem quälen wir uns heute durch:

LESBIAN VAMPIRE KILLERS – UK – 2009 – 86 Min.

Fletch wird aus seinem Job als Geburtstagsclown gefeuert, weil er ein Kind geschlagen hat, dass ihm einen Luftballon klauen wollte, oder so. Im Vorspann werden dann alle Darsteller direkt mal mit ihren Charakternamen vorgestellt, da die Filmemacher offenbar mittlerweile gemerkt haben, dass ich mir die Namen nie merken kann. Also da sind Fletch und Jimmy und Heidi und Anke und Rebecca und … nicht so schnell, ihr Arschkrampen! Ach scheiß drauf. Wir sind ja immer gut ohne Namen ausgekommen hier.

Fletch und Jimmy sitzen im Pub und bla. Der Stil des Films ist nebenbei sowas von auf die MTV-Generation getrimmt, dass ich schon jetzt kurz vorm epileptischen Anfall aufgrund der grausamen Kamerafahrten stehe. Die beiden wollen wandern gehen, oder so.

Berucksackt im Busch ruft Jimmys Freundin an. Aber Fletch ist hier zum Wandern und zerlegt das Handy.

Kommen wir zum wohl besten Teil des Films: Wolfmothers Woman dröhnt aus den Boxen, während ein paar Tussis in einen Van klettern … und abfahren. Besser wird es nicht werden.

Die Jungs hängen dann in einer Absteige am Arsch der Welt rum und bestellen beim bärtigen Barbetreiber was Berauschendes, als der Vikar reinkommt und von irgendwas Gefährlichem palavert. Und Jimmy anquatscht. Als Entschädigung kriegt Jimmy noch was aufs Haus. Die ganze Scheiße hier könnte jetzt auch mal in die Gänge kommen. Wo sind die Vampire? Und vor allem: Wo sind die Lesben?

Ob die Tussis im Van lesbisch sind wurde nicht ausreichend geklärt, aber ich nehme was ich kriegen kann. Die haben natürlich ne Panne und werden von den Jungs zu Tode erschreckt. Fletch kann sich den Namen der Trullas nebenbei auch nicht merken. Ich kann nur sagen: Sie haben alle deutsche Namen, aber Eva Braun ist nicht dabei. Immerhin ein Klischee einigermaßen umfahren. Glückwunsch, liebe Filmemacher.

Man fährt also irgendwo hin. Und die Mädels tanzen. Und Fletch tanzt mit. Und Jimmy betrinkt sich und denkt an seine Freundin. Und natürlich muss in so einem Kackfilm zu 90er-Jahre-Ultra-Pop-Gewichse getanzt werden. Ich glaube Whigfield heißt die Ische, die mir gerade auf den Sack geht. Der Umstand, dass ich das nicht googeln musste, sagt wohl einiges über meine Erfahrungen mit den 90ern aus.

Irgendwas passiert und eine der Tucken schreit und die Jungs wollen zur Rettung eilen und stellen sich dabei natürlich extrem dämlich an.

Währenddessen verreckt Jimmys Freundin die Karre im Wald. Also: Mädchen mit Wagenpanne Teil 2. Innerhalb von 10 Minuten.

Ich weiß nicht genau, was dann passiert, aber es tauchen Vampire auf … nein, Moment … LESBISCHE Vampire. Und sie singen und uhuen rum und greifen an. Naja, und dann wird halt mit Besenstielen und Bratpfannen Vampirgeschnetzeltes gemacht.

Trudy – ich glaube so heißt Jimmys Perle hier – kommt dann auch an der Hütte an. Und ist dann halt auch da.

Der Vikar rüstet sich zum Kampf, oder so.

Trudy ist ein Vampir und wird mit einer Axt zerlegt. Ja, lasst bloß keine Spannung aufkommen.

Es gibt die übliche lesbische Vampiraction, die man halt so kennt und der Vikar kommt auch vorbei und killt eine Vampirlesbe mit einem Kreuz. Während die sich zu Tode quält, nutzt Fletch die Chance ihr noch mal an die Tüten zu grapschen und hat hinterher zwei Silikonkissen in der Hand. Wahnsinnsgag. Nebenbei werden noch Jimmy und Heidi entführt und im Wald an Bäume gebunden, um geopfert zu werden, oder sowas, damit die Vampirkönigin auferstehen kann. Wir kennen ja alle diese Lesbenrituale.

Der Vikar hat einen Plan, den ich aber absolut nicht gerafft habe. Jedenfalls muss man in die Stadt. Und vorher noch irgendwas aus Wolfgangs Grab ausbuddeln. Ich blicke bei dem Quark hier nicht mehr durch. Dass Jimmy und Heidi im Wald gefesselt ihren ersten Streit haben, bei dem es um wasweißichwas geht, hilft nicht unbedingt.

Fletch killt dann versehentlich die Tochter des Vikars, der das aber nicht miTkriegt. Irgendwie ist die wichtig für den großen Plan zur Lesbenverbannung, glaube ich, aber was weiß ich schon. Hier macht ohnehin nichts Sinn und die Schnitte und die Kamera und die Beleuchtung machen mich absolut wahnsinnig.

Das große Finale steht bevor. Fletch und der Vikar latschen zur Fesselstätte mit dem Grab der Vampirkönigin und werden erst mal von den Lesben durch den Wald gejagt. Und dann befreien sie irgendwie Jimmy und Heidi, aber die Queen kann trotzdem auferstehen, weil Fletch das Schwert vergessen hat, nachdem er damit die Vikarstochter niedergestochen hat. Etwas Rumgelutsche der Vampirlesben, der Vikar kann das gar nicht ab und greift mit Kreuz und Armbrust an, wie Harvey Keitel im Titty Twister. Nur leider bei weitem nicht so cool.

Fletch und Jimmy finden Trudys Wagen. Heidi hängt bei der Königin rum und soll verwandelt werden, hat aber wohl Karatestunden genommen. Oder kriegt vors Maul. Diese Schnitte sind die Hölle. Ich erkenne nichts. Außer das Heidi der Königin offensichtlich irgendwas ins Herz gestochen hat und die jetzt abkaspert.

Fletch und Jimmy kommen angerast, aber die Überqueen lebt doch noch. Oh, Fletch hat das Schwert gefunden, aber es wird ihm aus der Hand geschlagen. Jimmy krallt sich das Schwert, weil hier nichts passieren darf, das nicht absolut vorhersehbar ist, und killt die Queen und fickt euch ihr Lesben.

Was für eine unglaublich lahme Vampirgrütze. Ich gehe im Wald nach echten Lesben suchen …

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5 Antworten zu “Hinterwäldlicher Vampirismus auf lesbisch-unnützer Ebene

  1. mwj Februar 11, 2016 um 7:45 pm

    Und, schon welche gefunden? 😉

    Gefällt 1 Person

  2. donpozuelo Februar 12, 2016 um 9:33 am

    😀 Das ist doch sicherlich die Art von Film, die durch ein aufreizendes Cover und den schrägen Titel wenigstens ein paar Einkaufszahlen einholt, oder? 😉 Zu mehr hat es dann aber leider nicht gereicht… find ich immer wieder witzig…

    Gefällt mir

  3. Frau Argh Februar 13, 2016 um 3:14 pm

    … ich finde deine Überschriften oft ja inhaltlich anspruchsvoller, als die Filme selbst.

    Gefällt 1 Person

  4. Pingback: Schrott Awards 2017 – Filme | Filmschrott

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