Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Geografisch undurchsichtige Echsenjagd

„We have a T-Rex.“ – Jurassic Park, 1993

Ja, haben wir. Einen ganz großen.

TYRANNOSAURUS AZTECA – Aztec Rex – USA/Deutschland – 2007 – 86 Min.

Im Jahr 1512 latschen ein paar Konquistadoren an der mexikanischen Grenze lang. Zumindest sagt das der Erzähler. Ich wusste zwar nicht, dass Mexiko eine Insel von ungefähr 4 Quadratmetern ist, aber vor 500 Jahren war das vielleicht noch so.

In der Nacht wird irgendeine Tussi auf nem Altar von Flip Flop tragenden Azteken geopfert und anschließend trötet einer von den Federgeschmückten mit seiner Tröte rum, um den T-Rex anzulocken. Ich dachte ja immer, mit Tröten verjagt man nur Raptoren. Jedenfalls frisst der T-Rex nur das Herz von der Tussi und brüllt ein bisschen rum.

Die Konquistadoren latschen immer noch und der T-Rex frisst eins ihrer Pferde, was natürlich nur Arnold sieht. Als er den anderen von der Rieseneidechse erzählt, glauben die ihm selbstverständlich kein Wort. Er zeigt ihnen ein übriggebliebenes Pferdebein, aber die Erklärung ist schnell gefunden: Das Pferd ist gestürzt und brach sich ein Bein. Dann wurde es von einem Raubtier in kleine Stücke zerlegt und nach und nach weggetragen. Nur das Bein blieb liegen. Und das soll alles in den ungefähr 30 Sekunden passiert sein, die seit dem Treffen mit dem T-Rex verstrichen sind. Also mich haben die Konquistadoren überzeugt. Der T-Rex existiert nur in meiner Einbildung. Vielleicht sieht der deshalb auch so kacke aus.

Die Azteken planen eine Hochzeit. Sehr zum Leidwesen der zukünftigen Braut, die absolut keinen Bock hat irgendeinen befederten Typen zu heiraten, nur weil Papa das gerne so will. Also rennt sie weg. Die Konquistadoren verfolgen sie, um das Dorf der Azteken zu finden. Ich habe nebenbei keine Ahnung, was die Typen eigentlich vorhaben. Schwer bewaffnet, wie sie sind, tippe ich mal darauf, dass sie einfach jemanden suchen, mit dem sie nen ordentlichen Krieg führen können. Die Menschen waren eben schon vor 500 Jahren nur auf Gemetzel aus. Nichts hat sich geändert.

Einer der Azteken wird vom T-Rex gefressen und die Frau von einem der Konquistadoren gerettet, der seinen Säbel schwingt, was quasi nicht mehr ist, als ein Zahnstocher für Urzeitechsen.

Die anderen Spanier erreichen das Aztekendorf, bestehend aus drei Strohhütten mit insgesamt fünf Einwohnern. Die Spanier werden mit Pfeilen betäubt und Captain Cortez wird auf einer Pyramide gefesselt, um dem Dino geopfert zu werden, oder so. Die Azteken haben zufällig nen spanischen Priester am Start, der da scheinbar seit Jahren rumhängt. Sein Versuch, die Spanier aus der Scheiße zu labern, scheitert daran, dass der zukünftige Ehemann der Nichtwilligen Ehefrau erzählt, dass einer der Spanner mit der Tussi abgehauen ist. Papa ist nicht erfreut und will alle opfern. Im letzten Moment kommt aber seine Tochter mit ihrem Retter vorbei, um zu erklären, was passiert ist und plötzlich sind alle Freunde.

Nach einer völlig sinnlosen Szene, die nur für alle lesbischen Fußfetischisten gedacht sein kann, in der eine Aztekin einer anderen die Füße eincremt, wird eine von ihnen gefressen.

Aus irgendeinem Grund beschließt man dann, die Donnerechse zu erlegen. Papa Aztec behält so lange den Captain als Geisel da. Auf halbem Wege stellen sich die Spanier aber gegeneinander, weil die eine Hälfte lieber nach Hause will, statt gefressen zu werden. Also folgt ein nervenaufreibendes Säbelduell, bei dem beide kämpfen, wie eine Kuh und Offizier Muh natürlich gewinnt. Also stehen jetzt plötzlich alle wieder auf der gleichen Seite.

Die Aztekentussi kommt mit der Echsentröte vorbei und ruft damit den Dino. Alle werden gefressen oder laufen weg, nur Frauenheld Rios, wie er scheinabr heißt, zückt mal wieder den Säbel und stößt das Vieh in einige Äste, die da zufällig gerade hochkannt rumstehen. Dino ist aufgespießt und im Arsch.

Aber das wars natürlich noch nicht, denn Dino hatte ne Frau, die jetzt echt angepisst ist. Also muss man die halt auch noch erledigen. Immerhin hat man den Captain schon mal wieder frei gelassen. Der will aber eigentlich gar nicht noch nen Dino jagen, aber Rios, der nebenbei natürlich auch noch mit der Ische dauerturtelt, und damit nicht unbedingt zum Freund des zukünftigen Ehemanns wird, ist nun mal absolut heldenhaft, und will die Azteken nicht alleine der Dinofrau überlassen.

In der Nacht killen ein paar Spanier mit dem Captain einen Azteken und klauen den ganzen Goldkelchkram vom Opferaltar.

Rios und Arnold wollen sie verfolgen, aber Arnold wird gefressen und Rios muss Rexline ein Auge ausschießen. Leicht verletzt gehts zurück ins Aztekendorf, wo noch genau zwei Leute (Papi und Ehemann) und der Priester über sind. Irgendwas plant man dann, um den Dino zu killen und gleichzeitig das Gold zurück zu holen. Kann wieder nur ganz großes Kino werden.

Erst mal wird natürlich getrötet. Die Echse ext nen Spanier und Rios findet nur noch ein Armband.

Captain und Co. wollen abhauen, aber werden am Strand von Rexline erledigt. Nur der Captain kann fliehen, indem er seinen letzten Verbündeten verletzt und ihm dem Dino zum Fraß vorwirft.

Rios und der Wannabe-Aztekinnen-Stecher latschen durch den Dschungel und der Azteke vergiftet Rios. Dann wird mal wieder getrötet. Die Tussi und der Priester latschen auf der Suche nach Rios ebenfalls durch die Gegend. Rios schiebt derweil Hallus vom Feinsten und torkelt Säbel schwingend über eine Wiese. Die Tussi und der Priester finden ihn und um ihn zu entgiften, wird erst mal rumgevögelt. Natürlich ohne den Priester.

Der Ehemann läuft zum Vater, der die Schnauze voll hat und gegen ihn kämpft. Warum, weiß nur er selber.

Rios und die Ische sind gekommen und gehen zurück zum Dorf, wo gerade Vati abnippelt.

Und jetzt hat man plötzlich den Jurassic Park Gedächtnis Plan und will den Dino mit einer Ziege anlocken. Wir wissen, wie gut das funktioniert. Allerdings kommt eh der letzte Azteke vorbei, um Rios umzukeulen und die Ziege rennt weg.

Großer Endkeulenkampf auf der Pyramide, bei dem der Azteke nach drei Sekunden völlig unspektakulär abgestochen wird. Wo er eh gerade da liegt, kann man ihm natürlich auch das Herz rausschneiden, um das Dinoritual vom Anfang des Films zu wiederholen und dann den Dino in die Luft zu jagen.

Ach, guck mal an: Der Captain ist auch noch da und gammelt am Strand rum. Rios schickt ihn mit dem Priester nach Hause und er bleibt mit der Aztekentussi auf der mexikanischen Insel zurück und … warum zur Hölle hat Rios sich die Deutschlandflagge auf den Arm gepinselt, als er mit seiner Uschi auf der Pyramide steht? Ich weiß es nicht. Ich gehe jetzt meinen T-Rex füttern …

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2 Antworten zu “Geografisch undurchsichtige Echsenjagd

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