Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Monatsarchive: Mai 2015

Telekinetische Teufelsaustreibung

Kennt ihr eigentlich noch Christian Slater? Der Typ, der in so Klassikern wie True Romance und Robin Hood mitgespielt hat? Nein? Kein Wunder, hat sich Slater doch scheinbar auf die Fahnen geschrieben, mit jedem neuen Film noch größere Scheiße als zuvor abzuliefern. Das jüngste Beispiel ist das heutige Machwerk, mit dem Titel:

WAY OF THE WICKED – Der Teufel stirbt nie! – USA/Kanada – 2014 92 Min.

Pfarrer Slater befragt irgendein Blag nach einer Schlägerei, bei dem der Geschlagene durch Telekinese den Angreifer erwürgt hat, oder so. Damit ist schon mal klar, dass das hier effekttechnisch mal wieder ganz großes Kino werden dürfte.

Vinnie Jones, seines Zeichens ehemaliger Fußballzertreter, ist ein Typ mit Albträumen, Tochter und Glatze. Mehr weiß ich noch nicht. Ich komme auf ihn zurück.

Tochter Heather sitzt im Alienkunde-Unterricht, oder Extraterrestrial-Sachkunde, oder Multi-Galaxielogie, oder wasauchimmer. Ein ehemaliger Bekannter von Heather ist zurück in der Stadt und hat voll den Plan von Aliens 101. Greg will Heather poppen, aber die ist noch unsicher, ob sie mit ihm auf den Abschlussball gehen soll. Der Neue findet das lustig. Greg haut ihm vors Maul wird dann aber zu Tode getelekinesiert.

Vinnie will ein Barbecue veranstalten. Warum redet der Vater eigentlich mit britischem Akzent, während Tochter Heather ganz klar aus einer Art Ghetto irgendwo zwischen New York und Vancouver zu kommen scheint, aber am Arsch der Welt im Wald wohnt? Komische Slangverteilung in den USA. Heather erzählt jedenfalls von dem Vorfall mit Robbie (so der Name des Rückkehrers, der nebenbei natürlich auch das Blag vom Anfang ist) und Greg, der doch noch lebt, aber im Krankenhaus liegt.

Heather quatscht mit Robbie, der natürlich nicht weiß, was mit Greg passiert ist. Der kommt dann vorbei gefahren (ich dachte, der wäre im Krankenhaus) und nimmt Heather mit zum See, um sich die Birne zuzukiffen … und Heather flachzulegen. Die hat aber nach wie vor keinen Bock, tritt ihm in die Eier und haut mit seinem Auto ab. Greg latscht durch die Natur und wird nachts im Wald von Robbie vertrimmt. Er latscht weiter und wird von einem führerlosen Traktor verfolgt, der ihn überfährt und zu Hackfleisch verarbeitet.

Vinnie wird zum Tatort gerufen, denn er ist ein Cop. Was für eine Überraschung. Da Heather Gregs Karre hat, muss Vinnie sie verhören. Ich muss nebenbei zugeben, dass Jones das hier gar nicht mal so schlecht macht. Nicht überragend, aber besser, als man von einem Ex-Rote-Karten-Rekordjäger erwarten würde.

Robbie quatscht Heather über Lilien voll, denn er ist nicht nur Außerirdischen-Experte, sondern scheinbar auch Flora-Spezialist. Naja, bla und so, nix Aufregendes hier. Dann wird Robbie von Vinnie befragt, wo aber auch nix bei rum kommt, außer die Erkenntnis, dass Robbie ein Arschloch ist und sich von Heather fernhalten soll. Daran hält er sich dann sogar und …

Hey, es ist Pfarrer Slater! Nach nur fast 1 Stunde ist er wieder da. Er labert mit Vinnie über den Fall und bietet seine Hilfe an, weil das ja alles nicht normal ist und so. Er erklärt, dass alles vorhergesehen ist und bringt als Beweis irgendwelche Schriften mit, die vom „Child Of The Wicked“ erzählen, dass natürlich Robbie sein soll. Slater hat Robbie verfolgt und Indizien gesammelt. Vinnie ist eher unüberzeugt von dem Schwachsinn. Geht mir genau so.

Slater verreckt dann fast auf dem Heimweg und es ist klar: Robbie wars. Ich finde ja, als Pfarrer sollte man nicht so besessen von einer Person sein, aber was weiß ich schon davon.

Gregs Freunde wollen Robbie verprügeln, werden aber natürlich vom Teufelssohn telekinetisch durch die Gegend geschleudert. Vinnie und Slater stellen Robbie zur Rede, der meint, dass der Cop und der Priester ihre eigene Sitcom haben solten. Uh, das war fast lustig.

Robbie zeigt Heather seine hellseherischen Fähigkeiten, indem er hervorsagt, was sie zu essen bestellen wird. Beeindruckend. Kurz vorm Poppen kommt Vinnie nach Hause und schmeißt Robbie raus. Heather haut nachts natürlich heimlich ab.

Slater ruft Vinnie an und erklärt, dass des Teufels Telekinesemeister laut Legende zwei Engel killen wird und einer davon ist Heather. Dann wird er von seiner Kette erwürgt. Das macht ungefähr 5 Minuten Screentime für Slater. Kein Wunder, dass er auf dem Filmcover abgebildet ist.

Showdown aufm Friedhof. Wo sonst. Robbie will Vinnie für Heather abknallen, aber eine telekinetische Anomalie schlägt ihm die Waffe aus der Hand und Vinnie knallt ihn ab. Und dann der große Schocker: Heather ist das Teufelsblag! Wow, diese Auflösung war … völlig unspektakulär.

Vinnie hängt seinen Job an den Nagel, um sich um seine Dämonentochter zu kümmern, die scheinbar sehr pflegebedürftig ist, oder so. Jedenfalls leben sie glücklich und zufrieden, bis zum nächsten Mord.

geklärt wurde nebenbei gar nix. Wer war Robbie? Warum ist Heather die Teufelstochter? Warum macht Christian Slater nur noch Scheißfilme? Wir werden es wohl nie erfahren.

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Game Of Thrones Season 05 Episode 04

Folge 4. Letztes Jahr um diese Zeit gabs schon jede Menge Leichen. Kann die fünfte Staffel aufholen? Wir werden sehen.

 

THE SONS OF THE HARPY

Der Titel verrät ja schon, was hier im Mittelpunkt steht: Söhne mit Harpunen. Aber die hat man wohl alle rausgeschnitten.

Stattdessen liefert Bronn einen philosophisch nicht unbedingt hochwertigen Monolog übers Kämpfen und Vögeln. Das reicht mir eigentlich schon, um diese Folge zu lieben. Bronn rockt eh und im Duo mit Jamie wie erwartet um so mehr.

Bronn wäre wohl kein großer Fan der Anti-Sex-Sekte, die im Auftrag von Cersei Randale macht, was Margery natürlich eher kacke findet. Und der König mittendrin. Naja, was man so König nennt. So richtig nen Plan hat das Blag ja eher nicht.

Stannis‘ Ische philosophiert mal wieder durch die Gegend und quatscht den nichtswissenden Jon Snow dicht. Das das nix bringt, versucht sie ihn mit Titten zu überzeugen, nach Süden zu reiten. Aber Jon weiß bekanntlich gar nix und friert sich lieber weiter den Arsch ab. Nebenbei wird die Alte irgendwie von Staffel zu Staffel bratziger. Ein Botox-Embargo in Westeros könnte helfen.

Cool wäre übrigens, wenn ganz zum Schluss die Tochter von Stannis auf dem eisernen Thron sitzen würde und dann als erste Amtshandlung allen das Lesen beibringt. Und dann das Schulsystem einführt. Littlefinger könnte den Geschichtsunterricht übernehmen.

Apropos Littlefinger. Nachdem ich jetzt mal ne Woche Zeit hatte, darüber nachzudenken (was nebenbei ein Grund ist, warum ich das so selten dämlich klingende Binge-Watching vehement ablehne, weil es keine Zeit zum Denken lässt), bin ich mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass Littlefingers Plan, Sansar mit Ramsay zu verheiraten, um so die Boltons auf seiner Seite zu haben, irgendwie zu lahm ist, um von ihm erdacht worden zu sein. Deshalb gehe ich stark davon aus, dass er die Boltons in Sicherheit wiegen will, um ihnen dann in den Rücken zu fallen und Sansar zu knallen, was immer noch sein oberstes Ziel sein dürfte. Ist aber nur ne Vermutung.

Naja, und dann kamen doch noch die Maskenmänner, um sich durch die Daenerys-Armee zu hacken. So richtig vom Hocker gehauen hat mich das zwar nicht, aber zumindest geht da mal wirklich was ab. Mit etwas Glück geht Grey Worm auch drauf, womit diese sinnlose Lovestory mit der Dolmetscherin vorbei wäre.

Ich fürchte aber eher, die geht nächste Woche weiter. Wir werden sehen.

Media Monday #201

Heute könnte der beste Montag in diesem Jahr sein. Nicht nur, dass der Media Monday eine siebte Frage zu bieten hat, die sich vom bisherigen Schema abgrenzt, nein, heute könnte der Tag sein, an dem ich, nach monatelangem Herumgewurschtel, endlich erfahre, warum ich eigentlich nicht mehr richtig laufen kann, ohne ständig fast zusammenzubrechen. Die Hoffnung, dass mein Orthopäden-Besuch am Nachmittag endlich einen Schlussstrich unter mein Krankheitsjahr 2015 zieht, hält mich davon ab, dem völligen Wahnsinn zu verfallen. Mal sehen, wie das heute Abend aussieht. Jetzt aber erst mal: KACKE! SCHON WIEDER MONTAG! (Kommt, gebts zu, dass habt ihr doch erwartet …)

 

1. Den Preis für den schlechtesten deutschen Filmtitel oder Untertitel geht eindeutig an den wirklich äußerst unterhaltsamen „Safety Not Guaranteed“. Zu deutsch: Journey Of Love – Das wahre Abenteuer ist die Liebe. Nicht nur, dass das einfach völlig schnulzig klingt, was der Film nicht ist, es hat auch einfach absolut, überhaupt, ganz und gar nix mit dem Film zu tun. Dicht dahinter folgt „The Goat“ mit dem unfassbar genialen deutschen Titel „Zicke Zacke Ziegenkacke“. Da fällt selbst mir nix mehr zu ein.

2. Für den Monat Mai habe ich mir fest vorgenommen endlich gesund zu werden (siehe oben), aber noch viel wichtiger, den ersten Entwurf meines zweiten Romans fertig zu schreiben. Ist zwar zum Scheitern verurteilt, aber man kanns sich ja mal vornehmen. wahrscheinlicher ist, dass der Entwurf Mai 2018 rum fertig wird, so wie ich mich kenne.

3. Spiele gibt es viele: Habe ich aber die Wahl zwischen Brett, Karten-, Rollen- oder Computerspiel schließe ich Rollenspiele aus. Ich habe einfach keinen Bock, mich wie ein Elf anzuziehen und durch den Wald zu hüpfen. Die spitzen Ohren würden mir tierisch auf den Sack gehen. Wenn ich so darüber nachdenke, spiele ich aber auch nie Brettspiele. Vielleicht, weil ich bei Risiko immer verkackt habe. Gar nicht so leicht, die Welt zu erobern. Kein Wunder, dass Pinky und der Brain daran immer gescheitert sind. Hin und wieder spiele ich Karten. Poker, um genau zu sein. Ich habe sogar mal gewonnen. Damals hab ich noch getrunken. Seit dem verliere ich immer. Ob da wohl ein Zusammenhang besteht? Computerspiele habe ich früher viele gespielt, aber seit einiger Zeit bin ich davon eher genervt, weil es immer der selbe Scheiß ist. Ein Shooter jagt den Nächsten. Nur stumpfes Rumgeballer, wie im Kino. Ist doch langweilig. Meine Hoffnung liegt bei Quantic Dream. Ich will ein neues Heavy Rain. der ganze andere scheiß ist doch fürn Arsch. Man, ich sollte eine Rede auf der Games Convention halten.

4. Megan Fox schreckt mich meistens schon im Vorfeld ab, denn Michael Bay. Wobei die beiden eigentlich ganz gut zusammenpassen. Er kann nur Explosionen, sie kann nur … äh, gar nix. Zusammen ergibt das quasi eine Implosion an unnützer Scheiße, die kein Mensch braucht.

5. Mein letzter Kinobesuch liegt schon länger zurück und war Interstellar. Ich gehe ja generell fast nie ins Kino. Nur in ausgewählte Knaller. Anfang des Jahres hab ich es leider nicht geschafft, obwohl Nightcrawler, Whiplash und natürlich Birdman auf meiner Liste standen. Leider krank, hab ich ja jetzt oft genug erwähnt. Zu The Hateful Eight werde ich aber wieder fit sein. Sonst muss mich halt jemand ins Kino tragen.

6. Jennifer Lawrence ist mir jahrelang nie so richtig aufgefallen, bis sie/er mit ihrer/seiner Rolle als die hungernde Spielerin überall in den Medien vertreten war. Und dann hab ich alles mit ihr geguckt, außer die Hunger Games, weil mir die am Arsch vorbei gehen. Lawrence ist aber generell ganz gut, muss ich sagen. Am besten ist sie allerdings in Interviews. Die hat irgendwie einen an der Waffel. Das mag ich..

7. Film-Rezensionen lese ich am liebsten in den ganzen Blogs, denen ich folge. Da will ich aber aus Gründen des möglichen Neids, keinen bestimmten nennen. Kann ich auch eigentlich nicht, weil ich lese eh mal hier und mal da. Kommt ja auf den Film an. Über schlechte Filme lese ich meistens hier bei mir. Über gute Filme woanders.

Mach was #3

Das Gemeinschaftsblogprojekt von Pö (ehemals mit oe geschrieben) und Herba (immer noch fasziniert von Unkraut), geht in die dritte Runde. Aber jetzt heißt das Ganze „Mach was“. Find ich gut. Gemeinschaftsprojekt klingt irgendwie so sehr nach singen am Lagerfeuer, während der immer anwesende Volltrottel seinen Marshmallow in den Flammen verliert. Mach was hingegen sagt: „Jetzt komm mal ausm Arsch, du Penner!“ Sehr motivierend.
Das Thema heute: Piraten. Ein gutes Thema, denn das gibt mir die Möglichkeit, die Wertier-Trilogie zu beenden. Wer noch mal sein Gedächtnis auffrischen möchte, was der Wer-Truppe bisher widerfahren ist, findet hier den ersten Teil und hier Teil 2.

Ein leises, aber doch unüberhörbares Grummeln zeugte davon, dass Leo der Werlöwe in seinem Käfig recht unglücklich war. Diesen Umstand verbarg er nicht, als ein Mann, auf einem Stuhl an dem wackelige Holzräder angebracht waren, an seinen Käfig gerollt wurde. Graue Haarsträhnen lugten unter einem schwarzzen Hut mit Totenkopf-Motiv hervor und verbargen einen Teil des graubärtigen Gesichts des Mannes. Was die Haare nicht verdeckten, verdeckte eine Augenklappe.
„Aaaaaaahr“, sagte der Mann unter dem Hut. „Ich bin Captain Half Leg McKee …“
„Ist es üblich, dass Seekapitäne sich über das Deck ihres Schiffes fahren lassen?“, fragte Leo gelangweilt.
„Aaaaaaahr“, begann McKee scheinbar jeden Satz, „natürlich nicht. Aber leider wurde mir vor geraumer Zeit von irgendeinem Spaßvogel mein Holzbein abgesägt während ich meinen Rausch ausgeschlafen habe. Ein neues kann ich mir nicht leisten.“
„Leisten? Ihr seid Piraten. Stehlt doch einfach ein Holzbein.“
„Aaaaaaahr“, McKee schien sein persönliches Wort des Jahres bereits gefunden zu haben, „wir sind Piraten, aber das Tischlerhandwerk ist eine große Kunst. Wir würden niemals von einem Handwerker stehlen. Auch Plündern und Brandschatzen hat seine Grenzen.“
„Ich könnte dir ein Holzbein kauen“, schlug Horst der Werholzwurm vor.
„Aaaa … Ähem. Habt ihr was dagegen, wenn ich auf das ‚Aaaaaaaahr‘ verzichte? Ist schlecht für den Hals.“
Alle Wertiere zuckten mit den Schultern, sofern welche vorhanden waren.
„Sehr gut. Es wird nicht nötig sein, mir ein Holzbein zu ‚kauen‘, was nebenbei eine widerliche Vorstellung ist. Und das sage ich als Pirat. Ich habe einen besseren Vorschlag für euch. Wir lassen euch frei, wenn ihr uns helft.“
„Helfen? Wobei?“
„Vor einigen Wochen haben wir auf einer einsamen Insel einen Schatz vergraben. Einen großen Schatz. Eine ganze Truhe voll. Das ist heutzutage echt selten. Die meisten Leute haben nicht mal eine Truhe. Von einem Schatz ganz zu schweigen. Jedenfalls können wir uns leider nicht mehr erinnern, wo genau wir den Schatz vergraben haben. Unsere einzige Hilfe ist diese Karte.“ McKee holte eine Karte hervor und zeigte sie den Wertieren.
„Was bedeuten die ganzen Kreuze?“, fragte Gertrud die Wergiraffe und streckte ihren langen Hals, bis ihr Kopf ganz nah an der Karte verharrte.
„Das ist das Problem. Ich sage es mal so: Beim Vergraben des Schatzes und beim Zeichnen der Karte war Rum im Spiel. Viel Rum. Ein ganzes Fass. Das ist heutzutage echt selten. Die meisten Leute haben nicht mal ein Fass. Von Rum ganz zu schweigen. Jedenfalls fiel uns irgendwann in der Nacht auf, dass wir uns nicht mehr erinnern konnten, wo wir den Schatz vergraben haben und zeichneten diese Karte, auf der jeder ein X einzeichnete, wo er den Schatz vermutete. Leider haben wir ihn immer noch nicht gefunden.“
„Was hat das mit uns zu tun?“ Leo wollte auf den Punkt und aus dem Käfig kommen.
„Ihr habt einen Wolf. Er kann sicher die Witterung aufnehmen und den Schatz finden.“
„Sind das nicht Hunde?“
„Hunde. Wölfe. Ist doch alles das Selbe. Also, was sagt ihr? Ihr helft uns und wir lassen euch gehen. Deal?“
„Nein.“ Leo klang entschlossen. „Ich habe ein Gegenangebot. Wir wurden aus unserer Stadt vertrieben und wollen uns rächen.“
„Das willst eigentlich nur du, Leo“, mischte sich Bruno der Werbär ein. „Wir wollen nur in Frieden leben.“
„Rache. Frieden. Ist doch alles das Selbe. Also, hör zu. Wir helfen euch, den Schatz zu finden, dafür helft ihr uns, die Stadt zu erobern. Deal.“
„Aaaaaaahr …“, McKee brach sein Lieblingswort für einen kurzen Hustenanfall ab. „Wir hatten lange keinen richtigen Kampf mit einer Stadt mehr. Zuletzt haben wir ein kleines Fischerdorf überfallen, in dem nur ein alter Mann lebte. Das ist viel heutzutage. Die meisten Leute haben keine Stadt. Von einem alten Mann ganz zu schweigen.“ Er stand auf und streckte seine Hand aus, was aber nicht verhinderte, dass er direkt zur Seite des fehlenden Beins umkippte. „Deal“, keuchte er vom Boden seines Decks.

Die Insel sah aus, wie eine gute Schatzinsel auszusehen hat. Lange Strände, dichter Dschungel, ein Berg geformt wie ein Totenkopf, bei dem man sich fragt, was für ein Wetter über Jahrtausende geherrscht haben muss, damit ein Felsen so eine Form annimmt. Captain Half Legs Schiff ankerte nicht weit entfernt von der Insel und schwankte auf den Wellen leicht hin und her. McKee ließ die Käfige aufschließen und die Wertiere sprangen auf das Deck und streckten sich erleichtert.
„Das ist die Mondschein-Insel“, erklärte der Kapitän. „Hier ist immer Vollmond, aber trotzdem ist die Insel ständig in Tageslicht getaucht. Fragt mich nicht warum. Scheint eine Laune der Natur zu sein. Wie sprechende Tiere.“
„Polly will nen Keks. Krah.“
„Äh, ja. Also, wenn ihr auf der Insel seid, lasst den Wolf die Witterung dieser Goldmünze aufnehmen und nach dem Schatz suchen.“
„Kommt ihr nicht mit?“
„Ein Kapitän verlässt niemals sein Schiff. Außerdem haben wir noch keine Möglichkeit gefunden, meinen Stuhl an Land zu schieben.“
Ein Pirat drückte Bruno ein Paddel in die Pfote und die Wertiere paddelten zur Insel.

Auf einem Hügel stand ein haariges Etwas, das sich auf den zweiten Blick als nackter Mann herausstellte. Er blickte auf den Ozean, während er einer Kokosnuss eine Geschichte erzählte. Das Gesicht der Kokosnuss ließ darauf schließen, dass sie die Geschichte eher uninteressant fand. Der Mann brach seine spannungsarme Geschichte ab.
„Nutsie, schau!“ Er zeigte auf den Ozean. „Ein Schiff! Wir sind gerettet!“
Die Begeisterung der Kokosnuss hielt sich in Grenzen, als der Mann sie packte und den Hügel hinunter rannte. Er erreichte den Strand, legte die Kokosnuss in den Sand und begann, mit den Armen wedelnd, auf und ab zu springen. Die Kokosnuss schloss sich ihm nicht an, in seinen Bemühungen, auf sich aufmerksam zu machen.
Das Boot legte am Strand an und Tiere sprangen in den Sand.
„Euch schickt der Himmel!“
„Meinst du er weiß, dass er mit Tieren redet?“, fragte Bruno.
„Gerade hat er mit einer Kokosnuss gesprochen. Ich glaube, für ihn macht das keinen Unterschied“, versuchte Leo eine Erklärung zu finden.
„Seit ihr hier, um mich zu retten?“
„Ich fürchte ich muss dich enttäuschen. Wir sind mit Piraten unterwegs.“
„Primaten? Ist das euer Anführer?“, fragte der Mann mit Blick auf Albert den Weraffen, der auf einer Banane kaute.
„Nicht Primaten. Piraten. Augenklappen, Holzbeine, Hakenhände, Skorbut. Du weißt schon.“
„Leo, der Typ ist doch völlig balla. Lass uns lieber nach dem Schatz suchen.“
„Nutsie, hast du das gehört?“ Der gammelige Gestrandete lief zurück zu der Kokosnuss und hielt sie sich vors Gesicht. „Eine Schatzsuche. Deswegen sind wir gestern in See gestochen.“
„Äh, heißt das, du bist erst seit gestern hier gestrandet?“
„Oh nein, nein, natürlich nicht. Ich bin seit ungefähr zwei Stunden auf dieser Insel.“
„Zwei Stunden? Und du redest schon mit einer Kokosnuss?“
„Kokosnuss? Was für eine Kokosnuss.“
„Die du in der Hand hältst.“
„Ich kenne Nutsie schon seit Jahren. Ich habe ihn auf einer Expedition über die Meere kennen gelernt, an einem schönen Strand. Ähnlich wie dieser hier. Wir haben viele spannende Abenteuer gemeinsam erlebt. Weißt du noch Nutsie, als wir von dem Wal verschluckt wurden.“
„Leo, ich schlage vor, wir sehen zu, dass wir schnell hier weg kommen.“
„Gute Idee.“

„Such, Wulf. Wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.“
Leo wurde ungeduldig. Seit Stunden irrten sie über die Insel, Wulf folgend, der, immer der Nase nach, den Schatz suchte.
„Wie oft soll ich euch noch erklären, das ich kein Spürwolf bin? Ich habe keine Ahnung, wo der Schatz ist.“
„Jetzt streng dich mal etwas an, man. Kann doch nicht so schwer sein.“
„Dann such du doch danach, Bruno. Bären haben sicher ganz hervorragende Spürnasen. Aber lass dich nicht von nem Honigtopf ablenken.“
„Ich mache gleich Honig aus deiner Fresse …“
„Okay, okay, das reicht. Kommt Jungs, wir sind wegen wichtigerem hier. Wulf, riech noch mal an der Münze.“ Leo hielt Wulf die Münze ins Gesicht.
„Schau Nutsie, es sind unsere neuen Freunde. Wo wart ihr die ganze Zeit? Ihr habt viel verpasst. Wir haben am Strand Sandburgen gebaut.“
„Toll. Wenn du uns entschuldigen würdest, wir haben zu tun.“
„Sicher, sicher. Oh, schöne Münze. Genau wie die aus der Schatztruhe, nicht wahr Nutsie?“
„Warte, welche Schatztruhe?“
„Die, die ich am Strand gefunden habe. Stand einfach so rum. Neben einer Schaufel und leeren Rumflaschen. Jemand muss sie vergessen haben.“
„Wo ist die Truhe jetzt?“
„In meinem Baumhaus. War nicht einfach, sie da hoch zu kriegen, aber Nutsie hat geholfen. Nicht wahr Nutsie? Weißt du noch, wie du vom Baumhaus gefallen bist. Die Narbe sieht man immer noch. Seht ihr?“ Der alte Mann hielt dem Wertiertrio die Kokosnuss vor die Schnauzen.
„Ja, ja, böse Verletzung und so. Wo ist dein Baumhaus noch mal genau?“
Der alte Mann zeigte nach oben. „Ihr steht genau darunt … aah …“
„Bruno, ich glaube nicht, dass das nötig war.“

Captain Half Leg McKee sah zu, wie seine Scumbags die Truhe an Deck zogen. Er öffnete die Truhe und überzeugte sich davon, dass der komplette Inhalt vorhanden war. Er grinste zufrieden und ließ sich zur Reling rollen. Er zog sich an der Reling hoch und schaute hinunter zu den Wertieren, die im Ruderboot neben dem Schiff warteten.
„Gute Arbeit. Leider trennen sich hier unsere Wege.“
„Aber du wolltest uns helfen, man.“
„Ja, was das angeht; Aaaaaahr, Pirat. Ihr versteht das sicher. Es wäre schlecht für unsere Reputation, wenn herauskäme, dass wir nicht mal unseren eigenen Schatz wiederfinden können. Weil wir so nette Typen sind, lassen wir euch das Ruderboot, damit ihr zurück zur Insel paddeln könnt. Machts gut.“
Leo grummelte unerfreut.

„Schau Nutsie. Unsere Freunde kommen zurück. Vielleicht haben sie etwas dabei, das gegen meine plötzlichen Kopfschmerzen hilft.“ Der verfilzte Mann winkte mit der Kokosnuss, als das Boot erneut am Strand anlegte und die Tiere in den Sand hüpften.
„Hallo Freunde. Nett, dass ihr zurückgekommen seid.“
„Jetzt sitzen wir mit dem Verrückten hier fest.“ Die Wertiere hatten zu viele Rückschläge erlitten, um ihren Kummer nicht gleichzeitig laut auszusprechen.
„Oh, keine Panik, Freunde. Wir können direkt in See stechen, wenn ihr so weit seid.“
„Was?“
„Ich weiß ja nicht, ob ihr erst noch etwas in der Sonne liegen wollt.“
„Du hast ein Schiff?“
„Natürlich. Was meint ihr, wie ich und Nutsie hergekommen sind.“
„Aber warum hängst du dann hier auf der Insel rum?“
„Alleine kann ich das Schiff nicht segeln. Und Nutsie ist kein guter Steuermann. Ursprünglich hatte ich eine Crew, aber die sprang nach und nach über Bord. Meistens, wenn ich ihnen Nutsie vorgestellt habe. Keine Ahnung, was da los war. Skorbut vielleicht.“

Das Schiff holte auf. Das Piratenschiff war bereits zu sehen. Die Wertiere stellten sich beim Segeln nicht so doof an, wie man annehmen könnte.
„Macht die Kanonen bereit“, befahl Leo und sah zu, wie die Tiere Kanonenkugeln über das Deck rollten, während Kathrin die Werkatze sich in einem Seil verhedderte. Es war immer gut zu wissen, dass Kathrin beschäftigt war, und die anderen nicht bei der Arbeit behinderte.
„Kanonen sind bereit, Leo.“
„Käptn, wir müssen das Schiff drehen, damit wir feuern können.“
„Hast du gehört, Nutsie. Dreh am Rad. Ich muss noch diesen frischen Fisch aufessen.“ Der alte Kapitän biss in einen rohen Fisch und kaute, während die Kokosnuss auf dem Steuerrad balancierte und sich als so nutzlos wie erwartet herausstellte.
„Scheiße, ich übernehme das Steuer.“ Bruno stapfte zum Steuerrad rüber und warf die Kokosnuss über Bord.
„Nutsie, neiiiiiiiiin!“ Der Kapitän sprang auf und spuckte den Rest des Fisches aus, den sich direkt Kathrin unter die Krallen riss. „Mann über Bord! Keine Panik, Nutsie! Ich rette dich.“ Der Kapitän ging über Bord, was Erleichterung bei den Wertieren auslöste.

„Käptn, wir werden angegriffen!“
McKee ließ die Feile fallen, mit der er ein Stuhlbein bearbeitete, und ließ sich an Deck rollen.
„Aaaaahr, wo haben die das Schiff her? Zu den Säbeln!“
Albert der Weraffe schwang sich als erster an Deck des gegnerischen Schiffes und warf mit Bananen, die die Piraten mit ihren Säbeln in der Luft schälten. Die anderen Wertiere hatten Schwierigkeiten, sich an Seilen durch die Luft zu schwingen. Leo kletterte zurück an Deck und spuckte einen Schwall Wasser aus. „Ich übernehme die Kanonen“, grummelte er und wrang seine Mähne aus. Albert gingen die Bananen aus, was ihn dazu zwang auf eine umherhüpfende Verwirrungstaktik umzusteigen, die dazu führte, dass die Piraten auf den Bananenschalen ausrutschten und wie Schildkröten auf dem Rücken an Deck lagen. Leo zündete die Kanone. Die Kugel flog durch die Luft, zersplitterte den Hauptmast. Das Hauptsegel schwirrte hinab und begrub McKees Mannschaft unter sich.
„Aaaaahr …“ McKee ließ seinen Säbel fallen, und biss in eine geschälte Banane.
Leo sprang von Schiff zu Schiff und stellte sich vor McKee.
„Beeindruckend“, kannte der Kapitän an. „Für Landratten seid ihr verdammt gute Piraten. Das Schiff gehört dir.“
McKee reichte Leo seinen verknitterten Hut.
„Was machen wir jetzt, Käptn Leo?“, fragte Bruno der Werbär.
„Ein Leben als Pirat ist vielleicht gar nicht so schlecht.“
„Aaaaahrgh …hust … keuch.“ McKee spuckte ein Stück Banane aus. „Das kann ich bestätigen. Viel Alkohol. Viele Frauen. Alles, was ein Mann, oder Tier, braucht.“
„Klingt gut.“ Leo setzte den verknitterten Hut auf. „Bruno, geh ans Steuerrad. Ich weiß schon, welche Stadt wir als erstes plündern.“

Filmschrott TV-Tipps 02.05. – 08.05.2015

Welchen Müll präsentieren die TV-Sender diese Woche? Hier erfahrt ihr es:

SAMSTAG

05.40 Uhr – 12.15 Uhr – RTL2 – Eis am Stiel 1,2,3,4 – Na, da kann man doch jetzt direkt wach bleiben, um dem wilden Treiben der völlig Bekloppten beizuwohnen, die fast 7 STUNDEN LANG versuchen, irgendwelche Ischen in die Kiste zu kriegen. Besser kann der Tag kaum starten.

20.15 Uhr – SIXX – Blonder als die Polizei erlaubt – Ne blonde Tussi und ein Undercover-Horst jagen Kunsthändler. der Blondinenwitz-Counter dürfte irgendwo im vierstelligen Bereich liegen. Ich mache schon mal den Anfang: Denkt ne Blondine …

20.15 Uhr – 01.40 Uhr – TELE5 – Shark Attack 1,2,3 – Haie sind immer gut. Und es gibt sicher auch ein paar tolle Haiwitze. Ich mache schon mal den Anfang: Treffen sich ein Hai und ein Kuckuck. „Hi, Hai.“ „Kuckuck, Kuckuck.“

01.30 Uhr – PRO7 – Pumpkinhead: Blutfehde – Ein Dämon mischt sich in eine Fehde zwischen zwei Familien ein. Keine Ahnung, was der Dämon damit zu tun hat. Vielleicht erzählt er Dämonenwitze. Ich mache schon mal den Anfang: Kommt ein Dämon um die Ecke, ist das Tor zur Hölle zu.

SONNTAG

16.20 Uhr – PRO7 – Der Kaufhaus-Cop – Kevin James im Supermarkt. Das mag in King Of Queens noch lustig gewesen sein, aber hier ist es nur arschlangweilig. Wie eigentlich alle seine Filme.

20.15 Uhr – TELE5 – Nonnen auf der Flucht – Auch ein Monty Python kann mal in die Kacke greifen. Wenn sich Männer als Frauen/Nonnen/Fraunen/Naunen/Wasauchimmer verkleiden, ist das meistens zum Scheitern verurteilt. Eric Idle hätte es wissen müssen.

20.15 Uhr – RTL2 – Zodiac: Signs Of The Apocalypse – Eine Sternenkarte soll die Welt retten. Nur wovor, weiß scheinbar niemand. Vor Blondinen? Dämonen? Schlechten Kevin James Filmen?

22.00 Uhr – RTL2 – Stonehenge Apocalypse – Stonehenge soll die Welt retten … schätze ich. Ich frage mich gerade, ob die Filme zusammenhängen. Würde aber eh nicht helfen, also warum darüber den Kopf zerbrechen.

MONTAG

22.15 Uhr – ZDF – Feuchtgebiete – Der Kack-Roman als Kack-Film im Kack-ZDF gesponsort von unseren Kack-Gebührengeldern.

MITTWOCH

22.20 Uhr – TELE5 – Captivity – Elisha Cuthbert wird gefoltert, weil … äh, ja, weil, ist eben so. Völlig sinnfrei. Funktioniert immer.

DONNERSTAG

20.15 Uhr – TELE5 – Space Transformers – Altmetall aus dem All reimt sich und ist arschgefährlich.

00.50 Uhr – TELE5 – Die Fast – Hätte man diese Regel mal beim Original befolgt, dann wäre uns Teil 5 erspart geblieben.

FREITAG

20.15 Uhr – SAT1 – Jack & Jill – Ich werde Al Pacino niemals verzeihen, dass er sich für diesen scheiß hergegeben hat. und auch noch sich selbst spielt. Und dazu noch Adam Sandler knallen will.

22.15 Uhr – TELE5 – House Of The Rising Sun – Wrestler in Filmen sind in der Regel eine ganz schlechte Sache. Und hier gibts nicht mal Froschmutanten. Das kann doch nix werden.

Habt ihr auch noch Tipps parat? Dann lasst nen Kommentar da.

Community Season 06 Episode 08

INTRO TO RECYCLED CINEMA

Das war mal wieder Community, wie ich es liebe. Jede Menge Anspielungen; dieses mal auf Science-Fiction-Filme. Chang in einer eigenen Story, die man aber besser über mehrere Episoden gezogen hätte. Abed durfte auch mal wieder was machen, was mit Filmen zu tun hat, was generell ne gute Sache ist. Und das natürlich so richtig schön trashig. Außerdem gabs mal wieder ein paar Extras zu sehen. Dazu noch Steve Guttenberg, der gerne noch mal wieder kommen darf, dann am besten in einer Police Academy-Folge. Das wäre richtig cool.

Weiter auf der Strecke bleiben leider Annie und Britta. Und Frankie ist weiterhin überflüssig.

Man ist auf dem richtigen Weg. Hoffentlich bleibt man da.