Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Militärisch hochqualifiziete Kampfanzugsforschung

Kaum sind Marvels Avengers zurück in den Kinos (zumindest in manchen, da Disney eben auch nichts weiter ist, als ein geldgeiler Großkonzern), quatscht niemand mehr über was anderes. Avengers hier, Avengers da. Thor ist toll, Captain America ist cool, Hulk ist hyperaktiv und so weiter. Das übliche Gelaber eben. Allerdings wird bei dem ganzen Gerede leider immer ein Held vergessen, der gerne ein Avenger geworden wäre, aber beim Casting gegen Iron Man knapp ausschied. Die Rede ist natürlich von:

METAL MAN – USA/Deutschland – 2008 – 85 Min.

Bevor es los geht will ich heute mal kurz auf die Beschreibung auf der DVD eingehen (ja, ich besitze dieses Meisterwerk auf DVD und es hat mich ganze 2 Euro gekostet), die sich wie folgt liest:
Kyle Finn hat die ultimative Ausrüstung gegen das Böse, einen Anzug ganz aus Metall, der ihm Superkräfte verleiht. Doch das Böse ist nicht untätig und nimmt in Gestalt von Reed, seinem Ninja-Kämpfer und einem Terror-Roboter den Kampf gegen ihn auf. Kann Metal Man diesen scheinbar übermächtigen Gegner bezwingen?
Ja, das ist die Frage. Problem ist nur: Diese Beschreibung hat absolut NICHTS mit dem Film zu tun, wie ihr gleich lesen werdet. Es gibt keine Ninjas, keinen Reed und auch keinen Terror-Roboter. Schade, es hätte so gut werden können. Stattdessen gibt es das:

Metal Man ist natürlich erst mal gar nicht Metal Man, sondern der junge Kyle, der bei seinen Eltern lebt und Milch aus der Tüte trinkt, was seine Alten gar nicht mögen. Aus irgendeinem Grund habe ich den unverzeihlichen Fehler gemacht, die deutsche Synchro einzustellen. Klingt als hätten das drei Studenten im Keller ihrer Mama aufgenommen, während im Nebenraum die Waschmaschine lief. Naja, so wird das Ganze noch beschissener. Kann ja nicht schaden.

Kyle trifft sich jedenfalls mit Julie, die er gerne poppen will und muss dann weiter zu Dr. Blake, der Kyles Videospiel gezockt hat und meint, dass er voll talentiert ist. Kyle ist voll seiner Meinung, denn „Biodeath“ ist mehr als nur ein Videospiel. Wird wohl so sein. Und spielt bestimmt auch keine Rolle mehr. Viel wichtiger ist, dass Kyle als Versuchstrottel einen Metallanzug tragen muss, der höchstwahrscheinlich fürs Militär entwickelt wird. Ist ja immer so. Heute auf dem Plan: Der Kältetest. Aber Dr. Blake hat den Helm von zwielichtigen Gestalten geklaut, die jetzt vorbei kommen, um den wieder zurückzuholen. Um nicht umgenietet zu werden, muss er helfen, den Helm weiter zu entwickeln, damit der als tödliche Waffe eingesetzt werden kann. Blake hat keinen Bock und wird ausgeknockt.

Die Helmtypen wollen Kyle suchen, der aber noch in der Kältekammer rumhängt. Blake erwacht und lässt ihn raus, und erklärt ihm, warum er Kyle als Versuchskaninchen ausgewählt hat. Die Antwort: Charakter. Wow. Da hat sich ja jemand richtig Gedanken gemacht. Blake nippelt vor lauter Kopfschmerzen ab und Kyle kann den Anzug nicht mehr ausziehen. Eine digitale Aufzeichnung von Blake erklärt ihm, was Sache ist. Erst mal muss Kyle seine Klaustrophobie bekämpfen. Und zwar so: Er muss „existiert nicht“ sagen und schon ist seine Klaustrophobie verschwunden. Wahnsinn. Ewigkeiten suchen Psychologen nach Lösungen für solche Probleme, aber keiner kam jemals auf die Idee, es einfach wegzulabern.

Kyle geht nach Hause, wo seine Eltern ermordert wurden. Also vermöbelt er ein paar Trottelhandlanger, die noch da rumhängen und zieht weiter. Kyle ist nebenbei natürlich der Hauptverdächtige im Mordfall Helmdoktor, was für den weiteren Verlauf des Streifens aber scheißegal ist.

Militärmike ist nicht begeistert, dass seine Handlanger Trottel sind und berät sich mit seiner Wissenschaftsoberexpertin Melissa, die ihre neue Assistentin Diana dabei hat, die sich direkt mal bei dem Typen unbeliebt macht, wodurch ich sie direkt ins Herz schließe. Militärmike turtelt dann noch etwas mit Melissa rum, die nebenbei die Tochter von Dr. Blake ist, und informiert sich noch etwas über Kyle und es folgt das kleine Einmaleins der Charakterbeschreibung, als Melissa einfach alle seine Eigenschaften runterrattert. Melissa soll sich dann an Kyle ranmachen, womit wir jetzt so ziemlich alle Punkte abgehakt haben, die ein guter Schrottfilm braucht. Ach nee, eine Sache fehlt noch: Melissa belauscht ein Gespräch von Militärmike mit seinen Henchmen und weiß dann , was Sache ist. Militärmike hat das aber bemerkt und jetzt ist sie natürlich in Gefahr.

Digital Blake versorgt Kyles Anzug mit Upgrades zum besseren Arschtreten.

Melissa und Diana finden heraus, das der Helm, an denen sie rumdoktorn eine Fälschung ist. Dabei erfährt man zumindest mal den Namen von Militärmike. Er lautet: Sebastian. Uh, ja, da schwingt das Böse direkt mit. Was für ein lahmer Scheiß.

Kyle muss in den Baumarkt. Fragt mich nicht, ist einfach so. Jedenfalls muss er dazu die Tarnfähigkeiten des Anzugs benutzen, durch die er sich in jeden Typen verwandeln kann. Yeah. Läuft.

Sebastian killt Diana und erpresst Melissa, ihm nen gescheiten Helm zu bauen, da er sonst ihre Schwester umlegt. Uh, er ist böse. Keine Grauzonen hier. Sind auch überbewertet.

Kyle muss mal wieder eine Horde Henchmen vermöbeln. Meine Herren, die Kampfchoreografien sind einfach der helle Wahnsinn. Habe noch nie so viele Leute über ein Sofa rollen sehen. Wo er schon dabei ist, haut er noch kurz zwei Vergewaltigern vor die Fresse, um ihn irgendwie sympathischer zu machen. Wenn die Szene nicht so unfassbar sinnlos wäre, hätte das vielleicht sogar funktioniert.

Kyle fährt zu Sebastians Villa, inklusive Labor und allem Quark, womit feststeht, dass der Showdown nicht mehr lange auf sich warten lässt. Kyle findet Melissa und Sebastian findet die beiden zusammen beim Pläne schmieden. Kyle will ihn erwürgen, aber Sebastian hat Julie gefangen genommen. Damit er die nicht umnietet, muss der Kampfanzug mit Sebastians eigens entwickelten Computerchips geupgradet werden. Melissa hat aber Plan B und will Sebastian töten und Kyle soll sich in der Zeit mit Julie verpissen. Toller Plan. Kann nur funktionieren.

Oder auch nicht, denn Melissa kriegt vors Maul. Immerhin nutzt Metal Man die Invisiblefunktion des Superanzugs, um Julie rauszubringen. Leider verkackt auf halbem Weg die Batterie des Anzugs. Da hat man schon nen Anzug der alles kann, aber Duracell versagt auf ganzer Linie. Unfassbar.

Wieso liegt hier Stroh? Kyle bringt Julie, die aus irgendeinem Grund plötzlich bewusstlos ist, in eine Scheune. Kyle bricht dann auch zusammen und Julie ist weg. Auf die überflüssige Traumsequenz zuvor gehe ich mal nicht ein.

Sebastian baut sich währenddessen ne Metal Melissa mit seinem Fake-Helm. Es kommt selbstverständlich zum großen Endkampf der beiden, aber irgendwie holt sich Melissa nen Code von Kyle, durch den Sebastian schmilzt, wie die Wicked Witch aus Oz. Fragt nicht, ich raffs auch nicht.

Ein Jahr später sind Kyle und Melissa ein Paar und immer noch in ihren Metal Anzügen gefangen. Zum Abschluss gibts noch nen tollen Song über Metal Man, dessen Kernaussage zu sein scheint, dass Metal Man alles kann, nur keinen Moonwalk. Äh ja, immerhin haben wir dann doch noch was gelernt.

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14 Antworten zu “Militärisch hochqualifiziete Kampfanzugsforschung

  1. Wortman April 30, 2015 um 6:21 am

    Schund vom Feinsten 😉 Aber bei 2 Euro kann man nicht nein sagen 😉
    Hab gestern 2 DVDs geholt für Stück einen Euro: Champions der Klamotte. Ist im Grunde so wie die TV-Serie „Väter der Klamotte“. Kurzstummfilme mit Dick & Doof, Buster Keaton, Charlie Chaplin usw. usw..

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  2. Die Poe April 30, 2015 um 7:16 am

    Herrlich!! Also die Zusammenfassung, wobei der Film auch wunderbar trashig klingt 🙂

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  3. Hammer Toes Mai 26, 2015 um 10:30 am

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