Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Nutzloses Filmwissen #18

Bald ist schon wieder Zeit fürs Frühstück. Zumindest bei Leuten, die zu normalen Zeiten aufstehen. Also nicht für mich. Aber lassen wir das.

Ums Frühstück geht es auch im BREAKFAST CLUB. Ursprünglich war John Cusack für die Rolle von John Bender vorgesehen, wurde aber im letzten Moment von John Hughes durch Judd Nelson ersetzt. Der bereute seine Entscheidung wahrscheinlich, denn die beiden wurden nicht unbedingt beste Freunde. Während der Dreharbeiten wurde Nelson fast gefeuert, weil er sich hinter der Kamera wie ein Arsch Molly Ringwald gegenüber verhielt. Paul Gleason überzeugte Hughes davon, dass Nelson das nur tat, weil er im Charakter blieb. Hughes war aber wohl nicht überzeugt und sagte später, dass er nie wieder mit Nelson zusammenarbeiten würde. Das könnte einer der Gründe sein, warum der ursprüngliche Plan, alle 10 Jahre ein Sequel rauszubringen, scheiterte.

Für John Cusack, dessen Karriere gerade ins Rollen geriet, war das natürlich alles nicht so toll, aber geschadet hat es auch nicht. Nur wenige Jahre später drehte er SAY ANYTHING…, in dem er sich ein Radio über den Kopf hält, um eine Tussi aufzureißen. Ich behaupte ja felsenfest, dass genau so in den späten 80ern viele gescheiterte Ehen begonnen haben. Während der Szene läuft Peter Gabriels In Your Eyes. Um Gabriels Erlaubnis einzuholen, den Song im Film verwenden zu dürfen, verlangte dieser etwas von dem Film zu sehen und bekam eine Rohfassung zugeschickt. Gabriel gab den Song frei, da ihm der Film gefiel. Das Einzige was ihm am Film nicht gefiel, war, dass der Protagonist am Ende an einer Überdosis stirbt. Schnell stellte Regisseur Cameron Crowe fest, dass man Gabriel versehentlich eine Kopie von BELUSHI – WIRED zugesandt hatte. Am Ende landete der Song trotzdem im Film.

BELUSHI – WIRED erzählt das Leben von John Belushi. Und das nicht auf gute Weise. Um genau zu sein, ist der Film so scheiße und verzerrt so sehr das eigentliche Leben von John, dass sein Bruder James das Büro von Produzent Edward Feldman verwüstete. Dan Aykroyd feuerte J.T. Walsh während eines Filmprojekts, weil dieser im Belushi-Film mitwirkte. Außerdem drohten Aykroyd, Belushi, Bill Murray, Johns Frau und weitere Freunde von John damit, die Produzenten zu verklagen, wenn ihre Namen im Film verwendet würden. Der Film floppte. Und das wohl völlig zu Recht.

Kommen wir also lieber zu etwas erfreulichem mit John Belushi. Dem absolut fantastischen Film BLUES BROTHERS. Bei den Dreharbeiten zu diesem Film wurde den Beteiligten wohl schnell klar, dass John Belushi ein ziemlich geselliger Typ ist, der sich nicht davor scheut, neue Bekanntschaften zu knüpfen. Während eines Nachtdrehs verschwand John spurlos und Dan Aykroyd machte sich auf die Suche nach ihm. Er klopfte an die Tür des einzig noch beleuchteten Hauses. Der Hausbesitzer bat ihn freundlich herein, wissend, dass Dan wohl auf der Suche nach John ist, und erklärte ihm, dass Belushi ihn um ein Glas Milch und ein Sandwich bat und dann auf der Couch einschlief. Dieses Couchsurfing kam wohl öfter vor, weshalb Aykroyd seinem Freund den Spitznamen „Americas Guest“ gab.

Übrigens stellte BLUES BROTHERS einen Weltrekord für das Verschrotten von Autos in einem Film auf. 103 Karren wurden während der Dreharbeiten zu Schrott gefahren. Bereits 2 Jahre später wurde der Rekord gebrochen, als für den Film THE JUNKMAN 150 Autos und ein Flugzeug in ihre Einzelteile zerlegt wurden. erst 21 Jahre später wurde dieser Rekord dann erneut überboten, als MATRIX REVOLUTIONS über 300 Vehikel in Schutt und Asche legte. Den derzeitigen Rekord hält allerdings TRANSFORMERS 3, mit 532 zerstörten Autos. Allerdings erkenne ich den Rekord nicht an, da es sich ohnehin um Autos handelte, die verschrottet werden sollten. Nicht mal das kann Michael Bay richtig machen.

Nebenbei bemerkenswert, dass diese Autoverschrottungsfilme, mit der Ausnahme der BLUES BROTHERS, auch generell ziemlicher Schrott sind.

5 Antworten zu “Nutzloses Filmwissen #18

  1. zirkusmanege März 5, 2015 um 10:24 am

    Zu Breakfast Club: Die Idee ein Sequel in verschiedenen Lebensabschnitten zu machen, wurde ja bislang nicht so oft umgesetzt. Mir fallen nur Edgar Reitz (Heimat) und Richard Linklater (Before – Reihe) ein. Eine Fortsetzung von Breakfast Club hätte sicher seinen Reiz gehabt: Wenn ausgerechnet Bender zum Börsenspekulanten mutieren würde oder die schüchterne und subversive Allison plötzlich in der Öffentlichkeit steht. Möglichkeiten für schöne Geschichten gäbe es genug.

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    • filmschrott März 5, 2015 um 12:52 pm

      Da hätte man auf jeden Fall was raus machen können. Andererseits ist es bei so einem Klassiker vielleicht aber auch gut, dass es nicht so gekommen ist. Schlechte oder halbherzig umgesetzte Fortsetzungen können so einen Film auch schnell mit runterziehen. Interessiert hätte es mich aber trotzdem, was daraus geworden wäre.

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  2. Wortman März 5, 2015 um 9:39 pm

    Genau, der Beste aller Autoverschrotttfilme bleibt immer noch Blues Brothers 🙂

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