Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Gemeinschaftsblogprojekt

Bei der Poe bin ich vor geraumer Zeit auf ein Gemeinschaftsblogprojekt gestoßen, dass von ihr und der Unkrautvernichtenden, oder Unkrautliebenden, oder Unkrautwasauchimmerden Herba erdacht wurde. Die Regeln sind simpel: Es gibt keine. Man soll einfach kreativ sein. Auf welche Art und Weise ist völlig schnuppe. Man kann basteln, tanzen, aufbauen, abreißen, malen, pinseln, löschen, wieder neu machen, codieren, falten, erstellen, entstellen, aufstellen, unterstellen, wiederherstellen, oder was auch immer euch gerade Spaß macht.

Ich habe mich logischerweise für das unspektakulärste entschieden und mal wieder eine Kurzgeschichte geschrieben. Was anderes von den oben genannten kann ich eh nicht.

Das Thema lautet nebenbei schlicht: Tiere. Wenn ihr auch noch was machen wollt bleibt noch Zeit bis zum 7. März.

 

Flapflapflapflapflap … die Rotorblätter des Helikopters zerschnitten die heiße Luft … flapflapflapflapflap … die heiße Luft stieg vom Sand hinauf, der sich über die Landschaft erstreckte, so weit das Auge reicht … flapflapflapflapflap … auf dem linken Auge sah der Hubschrauberpilot sehr gut … flapflapflapflapflap … auf dem Rechten auch … flapflapflapflapflap … mit seinen guten Augen erblickte der Pilot einen Geier über der Wüste kreisen … flapflapflapflapflap … der Helikopter flog direkt auf den Geier zu … flapflapflapflapflap … der Geier machte keine Anstalten, seine Flugbahn zu ändern … flapflapflapflapflap … der Pilot reagierte und ließ den Hubschrauber sinken … flapflapflapflapflap … der Helikopter tauchte unter dem Geier weg … flapflapflapflapflaaaaaahhhhhkrrrchz … Federn segelten durch die Luft … flupflupflupflupflup … der Pilot verlor die Kontrolle über das Fluggerät … flopflopflopflopflop … der Helikopter sank schnell Richtung Wüstensand … flop … flop …flop … der Aufprall schleuderte Sand in die Luft … flp … und erschlug eine neugierige Hyäne … fp … f … Stille.

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Frirp. Der Pilot öffnete seine guten Augen. Frirp. Frirp. Er sah Sand, Frirp.Watsch. Watsch. Watsch. Mit seinen ebenfalls hervorragend funktionierenden Ohren hörte er die Schritte von flachen Füßen. Frirp. Er öffnete seinen Gurt. Seine Hüfte schmerzte. Er drückte den Arm in die Seite. Frirp. Watsch. Hopp. Frchz. Er drehte sich um und blickte in den Rückraum des Helikopters. Der Käfig, in dem sich die lebendige Ladung befunden hatte, die er transportierte, war leer. Der Pilot erhob sich mühsam aus seinem Sitz und schlurfte unter Schmerzen in den Rückraum. Die Tür stand offen. Draußen im Sand sah er Fußspuren, die vom Helikopter wegführten. Er griff nach einer Wasserflasche und trank. Er kletterte aus der Tür in den Wüstensand, um den Spuren zu folgen.
Die Sonne brannte heiß vom Himmel herunter, als dächte sie, in der Wüste sei es noch nicht trocken genug. Die einzige Flüssigkeit in der Nähe waren die Wasserflaschen in der Hand und der Schweiß auf der Stirn des Piloten. Er hielt sich die verletzte Seite. Er kämpfte sich durch den weichen Sand, wie durch knöchelhohen Schnee. Schnee wäre ihm lieber gewesen. Bestimmt auch der Ladung, die er verfolgte. Der Pilot sah in die Ferne, wo die zwei Tiere als kleine schwarze Punkte hinter einer Düne verschwanden. Der Pilot leerte die zweite Wasserflasche in einem Zug. Der ursprüngliche Plan, mit der Flüssigkeit sparsam umzugehen, scheiterte früh. Er sah zurück. Der Helikopter war nicht in Sichtweite. Er hatte schon einige Meter im Sand zurückgelegt. Er beschloss, die Verfolgung fortzusetzen, in der Hoffnung, dass ihn die Tiere zu Wasser führten. Schließlich mussten auch Tiere trinken. Besonders Tiere, die die Hitze nicht gewohnt waren. Die Schmerzen in der Seite wurden schlimmer. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde ihm ein Geier mit seinem Schnabel in die Rippen hacken. Der Pilot blickte in den Himmel, wo die Sonne brannte und kein Geier kreiste. Er stolperte weiter. Die Düne hinauf. Einige Minuten später sackte er auf dem Gipfel der Düne auf die Knie. Er sah Sand. Er sah Pinguine, die sich aneinander kuschelten. Er sah eine Oase. Rettung. Der Pilot mühte sich auf die Beine und torkelte zur Oase. Die Pinguine ignorierend ließ er sich in das kühle Wasser unter den Palmen fallen.

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Der Boden fühlte sich ungewöhnlich an. Nicht glatt. Nicht kalt. Nicht feucht. Die Pinguine sahen sich ratlos an und frirpten, während sie die Landschaft betrachteten. Das einzige Vertraute war die helle Scheibe am Himmel, die hier heller schien, als zu Hause. Aber immerhin etwas. Die Pinguine watschelten los. Das Laufen fiel schwer auf dem unbekannten Untergrund. Einer der Pinguine lief voran. Der Kleinere hinterher, bemüht nicht den Anschluss zu verlieren, während er sich neugierig umsah. In seinem jungen Leben hatte er nicht viel gesehen. Eigentlich nur Eis, Wasser und das Innere eines flappenden Ungetüms, in dessen Bauch er sich bis vor Kurzem befunden hatte.
Der größere Pinguin blieb stehen und frirpte, um dem jüngeren Pinguin zu verstehen zu geben, dass er nicht so trödeln soll. Hinter dem ungewöhnlich verfärbten Eisberg vor ihnen würde sicher Wasser sein. Der jüngere Pinguin holte ihn ein und kuschelte sich an ihn. Frirpend stieß ihn der große Pinguin weg. Wie jeder Pinguin kuschelte er gerne, aber dies war weder der richtige Zeitpunkt noch die richtige Temperatur. Weiterfrirpend gab er dem jüngeren Pinguin zu verstehen, dass sie kuscheln können, wenn sie ein paar Fische gefangen haben.
Hinter dem verfärbten Eisberg wartete das Pinguinparadies. Wasser, so weit das Auge reichte. Eisberge. Eisschollen. Eisrutschen. Alles, was das Pinguinherz begehrt. Die Pinguine sprangen auf eine Eisscholle und blickten in die Ferne, während sie über das Wasser trieben.

<-

Die Hyäne lachte. Die Hyäne lachte gerne. Die Hyäne lachte gerne und oft. Viel mehr hatte sie nicht zu tun. Bis auf Lachen und Nahrung suchen, gab es in der Wüste nicht viel Beschäftigung. Allerdings konnte die Nahrungssuche sich schon mal über den ganzen Tag erstrecken. Dann hatte die Hyäne nicht viel zu lachen. Der heutige Tag hatte Potenzial, lustig zu werden. Sie lugte hinter einem Baum hervor und sah zwei komische Vögel durch den Sand stolpern. Einige Meter hinter ihnen folgte ein zu groß geratener Primat, dem die Haare ausgefallen waren. Eine vielversprechende Situation, um die Nahrungsbeschaffung schnell hinter sich zu bringen und den Rest des Tages mit Lachen verbringen zu können. Die Hyäne folgte dem möglichen Mittagessen in sicherem Abstand. Sabbernd sah sie zu, wie der Primat sich eine Düne hochquälte. Es würde nicht mehr lange dauern, bis das Essen zubereitet war. Die Feuerkugel am Himmel leistete ihren Beitrag dazu, den Vorgang zu beschleunigen. Die Hyäne schlich die Düne hinauf. Auf der anderen Seite bot sich ein lustiges Bild. Die Hyäne lachte. Die Vögel standen aneinander geschmiegt im Sand, während der Primat reglos daneben lag. Die Hyäne sah sich um. Die andere Hyäne war nicht zu sehen. Heute musste sie sich nicht mit ihr um die Nahrung streiten. Die Hyäne sabberte. Die Hyäne war erfreut. Die Hyäne lachte.

13 Antworten zu “Gemeinschaftsblogprojekt

  1. Wortman März 1, 2015 um 11:11 am

    Man merkt es dir an, dass dir solche Sachen sehr liegen 🙂

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    • filmschrott März 1, 2015 um 1:13 pm

      Was? Kurzgeschichten schreiben? Ich finde das eigentlich sogar immer etwas schwerer, als nen ganzen Roman hinzuklatschen. Einfach weil ich mich ungerne einschränken lasse. Hier muss man sich ja recht kurz halten, bei meinem Roman konnte ich mich so richtig austoben.

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      • Wortman März 1, 2015 um 2:02 pm

        Das stimmt schon – ein Roman kann man weit ausbauen. Doch gerade Kurzgeschichten haben ihren besonderen Reiz. Da muss man etwas kurz und knapp zeigen bzw. erleben lassen. Das ist eine schöne Herausforderung.

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      • filmschrott März 1, 2015 um 2:12 pm

        Hab da auch Gefallen dran gefunden, aber teilweise tu ich mich wirklich schwer, mich kurz zu halten. Vor der Überarbeitung war dieser Text beispielsweise fast drei mal so lang.

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      • bullion März 1, 2015 um 5:27 pm

        In der Kürze liegt auch oft die Kunst, glaube ich dass dies nicht einfach ist. Was macht eigentlich die Überarbeitung deines Romans?

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      • filmschrott März 1, 2015 um 7:44 pm

        Habe die ersten lesbaren Versionen schon innerhalb der Familie verteilt. Die gingen mir dauernd auf den Sack damit. Jetzt warte ich mal, was die mir so erzählen. Dann werde ich noch ein paar Änderungen vornehmen und mich mal nach Testlesern außerhalb der Familie und dem Freundeskreis umsehen.
        In der Zwischenzeit habe ich schon mal etwas halbherzig mit dem nächsten Roman angefangen. Momentan bin ich aber etwas unmotiviert, wegen gesundheitlicher Probleme, die sich aber hoffentlich bald erledigt haben.

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      • bullion März 1, 2015 um 8:38 pm

        Dann mal gute Besserung und viel Erfolg! Bin gespannt… 🙂

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      • Wortman März 1, 2015 um 8:22 pm

        Sich kurz halten ist nicht so einfach. Ich habe eine Vorliebe für kurze Storys. Bei mir gibt es ja auch welche 😉

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  2. Schlopsi März 1, 2015 um 1:49 pm

    Zum Schluss bebte die Unterlippe. Sowas geht doch nicht.
    Nee, Quatsch. Wunderbar geschrieben.

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