Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Oldschoolpolitik für Hinterm-Mond-Lebende

„Fly me to the moon“ sang einst Frank Sinatra. Und ich antworte singend: „No, thanks. There are the Nazis.“ Andererseits treiben sich diese Hirnamputierten ja auch auf der Erde rum. Aber hier soll es nicht um Politik gehen – wenn man das denn überhaupt so nennen kann. Deshalb ohne weitere Umschweife zum heutigen Film:

IRON SKY – GER/AUS/FIN – 2012 – 93 Min.

Das All. Unendliche Weiten und so weiter. Aber konzentrieren wir uns auf besagten Mond. Dort landen mal wieder die Amis und finden eine Stadt. Diese stellt sich als Nazitown heraus, was spätestens klar wird, als Typen mit Hakenkreuzarmband die amerikanischen Astronauten abknallen.

Im Schulunterricht erklären die Blagen Siegfried und Brunhilde dann auch mal kurz, was eigentlich Sache ist. 1945 haben die Nazis die Erde verlassen und sich auf die dunkle Seite des Mondes verpisst. Ich bezweifle einfach mal, dass jemand daran gedacht hat, das geniale Pink Floyd Album mitzunehmen. Auch wenn das noch gar nicht existierte, ich wäre dafür zur Erde zurückgekehrt.

Einer der Astronauten wurde gefangen genommen und stellt sich als Schwarzer heraus, was auf ungläubiges Staunen stößt. Im Unterricht wird währenddessen der Große Diktator von Charlie Chaplin geguckt und so interpretiert, dass kein Zweifel daran besteht, dass eines Tages der Führer regieren wird, oder so. Der Schwarze versucht sich bei den Nazis beliebt zu machen, indem er seine Deutschkenntnisse zum besten gibt. Diese beschränken sich auf Sauerkraut und Volkswagen. Die entstandene Verwirrung über den gelaberten Käse nutzt er zur Flucht. Dabei trifft er die Lehrerin, die kurzerhand ihren Rock verliert, weil der Schwarze ein Tor zum All öffnet und ein Sog entsteht, der immerhin so stark ist, dass zumindest das Kleid jeder Frau nach unten rutscht. Wer will da nicht auf den Mond?

Unser schwarzer Freund wird ins Labor gebracht, wo ein verrückter Wissenschaftler völlig erstaunt über dessen Handy ist und ihm den Kopf aufschneiden will. Ein Nazioffizier ist aber dagegen.

Auf der Erde geht die Politik ab. Irgendein Typ erzählt irgendwelchen Quatsch über den Mond. Eine Tussi kackt ihren Vorstand an, der scheinbar nur aus Emos besteht.

Auf dem Mond treffen sich Klaus Adler und die Lehrerin Frau Richter. Adler verkündet feierlich, dass ihre Gene zu 97 Prozent zusammenpassen, was bedeutet, dass sie unbedingt vögeln müssen, um die perfekten Nachkommen zu zeugen. Das ist der wohl beste Anmachspruch aller Zeiten. Und ich dachte schon, diese wären gut. Renate und Klaus wollen aber vorher noch auf die Erde, um diese von innen zu infiltrieren. An anderer Stelle stellt der Wissenschaftler seine neueste Erfindung vor: Umfassend Systematische Verbindung. Kurz USB. Mit der er das Handy mit seinem Steinzeitcomputer verbinden kann. Leider kackt der Akku des Handys ab. Klaus will Ersatz besorgen und wird zur Erde geschickt.

Renate schwallt derweil den Schwarzen James Washington voll und wundert sich über dessen Hautfarbe. Leider werden sie von Nazi-Doc Brown unterbrochen. Der hat Washington arianisiert, oder nazisiert, oder was auch immer. Eben weiß gemacht. Deshalb darf der Adler und Renate auf der Reise zur Erde begleiten.

Als erstes will Adler einen VW-Bus von schwarzen in New York klauen. Washington schlägt vor, dass er mit den Brüdern redet. Während dem Gespräch stellt er fest, dass er weiß ist und eine Naziuniform trägt, was den Brüdern gar nicht gefällt. Adler klaut den Bus trotzdem. Kurz darauf entführen sie die Emotussi von vorhin, die sie zur Präsidentin bringen soll. Die tut das auch ohne großen Widerstand zu leisten. Renate hält eine Ansprache vor der mächtigsten Frau der Welt, die diese für ihre Kampagne benutzt und dadurch wohl wiedergewählt wird, oder so. Ich habe keine Ahnung.

Zeitsprung. James Washington ist mittlerweile ein Penner und weist in der Stadt auf die Mond-Nazis hin. Renate kommt vorbei und haut ihm vors Maul. Dafür werden sie verhaftet. Die Cops sind allerdings nicht überzeugt von deren Story über die Mond-Nazis und das Entschwarzen von Washington. Zusammen gucken sie sich den großen Diktator im Kino an, von dem Renate zuvor nur eine Kurzversion kannte. Außerdem lernt sie einige echte Neo-Nazis kennen, die sich wie echte Arschlöcher aufführen. Immerhin stellt der Film das richtig dar.

Adler knallt währenddessen die Goth-Beraterin der Präsidentin, wird aber von Mondführer Kortzfleisch unterbrochen, der herausgefunden hat, dass Adler im geheimen plant, seinen Posten zu übernehmen. Renate und Washington kommen auch vorbei. Renate ist nicht erfreut über Adlers Seitensprung. Ist aber eh egal, denn Kortzfleisch will sie alle an die Wand stellen. Dazu kommt er aber nicht mehr, denn die Emobitch ballert mit einem Sturmgewehr alle Nazis weg.

Adler ruft zum Meteor-Blitzkrieg auf und die Mond-Nazis greifen mit Raumschiffen die Erde an und beschießen sie mit Meteoriten. Die Präsidentin findets großartig, weil sie als Kriegspräsidentin in die Geschichte eingehen wird.

Die Vereinten Nationen, äh, vereinen sich, um den Nazis in den Arsch zu treten. Natürlich ebenfalls mit Raumschiffen, die man gerade zufällig im All rumschwirren hat. Es folgt jede Menge Geballer im All, während Renate und Washington sich auf den Weg zu Adler auf dem Mond machen. Die Raumstation auf dem Mond wird dann von den Amis mit Atomraketen beschossen. Wartet mal. Das kenne ich doch.

Washington und Renate kommen an und Washington vermöbelt Doc Brown mit nem Schraubenschlüssel. Renate schleicht sich durch die Basis und erreicht Adler. Der kann ihr aber die Waffe wegnehmen und will sie abknallen. Renate versucht sich aus der Scheiße zu labern, aber Adler lässt sich nicht bequatschen. Renate hat aber Plan B und macht den Hitlergruß. Adler muss natürlich mit selbigem reagieren und packt in eine Kaputte Glühbirne, deren Stromstoß ihn umhaut. Leider nicht komplett, deshalb muss Renate ihn noch mit ihren High Heels erstechen. Das sind also die wirklichen Waffen einer Frau.

Auf der Erde kriegen sich die vereinten Nationen an den Arsch, weil sie nicht wissen, was sie mit dem Mond anfangen sollen, oder so. Es kommt zur Massenschlägerei und, äh, ja, Schlägerei eben. Whatever.

Renate findet Washington, der sich wieder eingeschwärzt hat und sie freuen sich ihres Lebens. Die rumstehenden Schüler können zwar nicht fassen, dass Renate einen Schwarzen Mann küsst, aber sie werden es wohl überleben.

Immerhin haben wir gelernt, dass … Moment, es gibt noch eine Szene nach den Credits. Oh mein Gott. Es ist der Mars. Und das war’s. Hey, das reimt sich. Macht es aber auch nicht sinnvoller.

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14 Antworten zu “Oldschoolpolitik für Hinterm-Mond-Lebende

  1. Wortman September 17, 2014 um 1:55 pm

    So ähnlich habe ich den Film auch wahrgenommen 😉

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    • filmschrott September 17, 2014 um 2:04 pm

      Ich glaube, anders kann man den auch nicht wahrnehmen. Wobei ich Leute kenne, die den tatsächlich gut finden. Warum auch immer. Wenn er wenigstens lustig wäre, aber die vermeintlichen Gags funktionieren einfach mal gar nicht. Dadurch ist es dann nur noch Müll vom Mond.

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  2. bullion September 17, 2014 um 7:31 pm

    Ich fand den auch unglaublich enttäuschend. Setting und Effekte hätten das Potential für mehr gehabt, doch Story und Charaktere waren einfach nur doof (und das nicht auf lustige Art und Weise).

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  3. Miss Booleana September 17, 2014 um 9:29 pm

    Ich hab schon drauf gewartet, dass du dir den Streifen vornimmst. 🙂 Gesehen hab ich ihn zwar nicht … aber trotzdem. 🙂

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