Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Theoretische Schießübungen – Fortgeschrittenenkurs

„Concentrate, it’s pay day!“ – Sabotage, 2014

Bevor Arnie sabotierte, taten das auch schon Mark Dacascos, seines Zeichens Action-B-Star der 90er, Carrie-Anne Moss, alias die Schnitte von Neo und Tony Todd, bekannt als Süßwarenverkäufer, der nur kommt, wenn man ihn fünf mal ruft. Deshalb handelt es sich hier nicht um den Arnie-Schinken, sondern einen der … äh, genau so scheiße ist.

SABOTAGE – USA – 1996 – 99 Min.

Wir befinden uns direkt im Kriegsgebiet, wo ein Scharfschütze im Busch liegt und ein Haus inspiziert. Soldaten pirschen sich langsam ran und erschießen fast einen streunenden Hund. Hätten sie auch besser, denn dieser zieht die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich und man muss losballern und Genicke brechen. Ein unbekannter Soldat kommt vorbei und knallt einfach alle ab, die da sind: Terroristen, Soldaten, Geiseln, nur den Hund lässt er freundlicherweise am Leben. Der Typ heißt nebenbei Sherwood, wie der Wald, in dem Robin Hood sein Unwesen treibt. Ich warte auf erste Anspielungen darauf, dass er Geld an die Armen verteilt.

Michael Bishop ist beim Personenschutz, oder sowas, schätze ich. Warum sollte er sonst mit irgendwelchen reichen Arschlöchern in ihrem Privatflugzeug durch die Gegend fliegen? Ich würde mir das freiwillig jedenfalls nicht antun, wegen akuter Gefahr, den versnobten Pissern einen in die Fresse zu hauen. Aber ich will mich nicht aufregen.

Jedenfalls landet das Flugzeug und Sherwood knallt mit einem Scharfschützengewehr die Bodyguards ab. Michael weiß, wo er ist und rennt zu einem Gebäude. Als er ankommt, ist Sharp-Shooting-Sherwood allerdings schon weg.

Um Himmels willen, Kindergeburtstag. Der Alptraum von jedem, der mal einen erlebt hat. Leider kann Louise Castle nicht lange bleiben, denn sie muss zum Tatort, was ihre Tochter natürlich richtig kacke findet. Es war doch gerade so lustig, mit den ganzen unkontrollierbaren Blagen. Es folgt ein kurzes Gespräch mit Michael, der dann Professor Follenfant besucht, um gegen ihn beim Schach zu verkacken.

Sherwood und ein Komplize schleichen sich durch den Wald zum Haus von der vesnobten Millionärin, die das erste Attentat überlebt hat. Da Michael auch Adlerauge genannt werden könnte, sieht er den Schützen im Busch liegen und rettet die Tussi. Allerdings kann Sherwood den Job dann doch noch erledigen. Bishop und Castle verfolgen die Attentäter durch den Wald und Michael kann zumindest den Komplizen umnieten.

Castle führt die Ermittlungen, lässt sich aber etwas von Bishop helfen, der weiß, wie man ein Scharfschützengewehr benutzt. Was das hier für eine Rolle spielt, weiß ich zwar gerade nicht genau, aber gut zu wissen, dass er helfen kann.

Bishop wird zum Verdächtigen, weil er erst kurz für die abgeknallten Bonzen gearbeitet hat. Castle hat ihre Zweifel daran, dass er etwas mit den Attentaten zu tun hat.

Bishop turnt derweil in irgendeinem Hotel rum und kann beweisen, dass er nicht nur schießen kann, sondern auch kämpfen, indem er ein paar Typen vermöbelt und einen von ihnen aus dem Fenster kickt. Das scheint den aber nicht so recht zu stören, denn nachdem er drei Stockwerke runtergesegelt und auf einem Autodach gelandet ist, macht er sich einfach vom Acker. Was Michael in dem Hotel wollte, ist nebenbei mal wieder völlig unklar.

Bishop besorgt sich einen Ausweis, um zu Castle zu kommen. Die erklärt ihm, dass der Fall durch ist, nachdem der Killer erschossen wurde. Hä? Ich dachte, Bishop wäre einer der Verdächtigen und jetzt haben die den Fall einfach zu den Akten gelegt? Macht mal wieder sehr viel Sinn, das ganze. Castles Boss kommt jedenfalls rein und erzählt ihr, dass Michael verdächtigt wird, gestern im Hotel jemanden getötet zu haben. Als er weg ist, erklärt Michael, dass es professionelle Killer waren. Castle will ihm helfen, weil … keine Ahnung. Ist in Filmen eben so. Am Computer finden sie ein Bild von Sherwood, der Michaels selbstverständlich bekannt ist.

Auf den Straßen geht die Action ab, als Michael und Castle attackiert werden. Bishop kann die Karre der Schützen mit einem gezielten Schuss in den Reifen zerlegen, und findet heraus, wo Sherwood ist. Die Hütte wird natürlich direkt gestürmt und es folgt wildes Rumgeballer, wie es sich für 90er Action gehört. Innovationslos, aber blutig.

Bishop und Castle verfolgen Sherwood und Nottingham – oder wie auch immer, der andere Typ heißen mag, der bei ihm ist – in ein Eishockeystadion, das wohl zufällig in der Nachbarschaft war. Obwohl die Umgebung nicht im geringsten danach aussah, dass irgendjemand da ein Stadion hinbauen würde. Bishop verkloppt Nottingham. Sherwood entkommt.

Michael und Louise kennen das Ein-mal-Eins der schlechten Filme und wissen, dass Sherwood zu Castles Blagen gehen wird. Sie kommen zu spät, denn die Kids sind schon weg. Castle tickt aus und ballert ihren Boss und ein paar andere Cops weg. Woher sie dann wissen, dass Sherwood mit den Blagen in einer Hütte im Wald ist, weiß keiner. Vielleicht ist es der Sherwood Forest. Ha, ich wusste doch, dass ich den noch irgendwo unterbringen kann. Jedenfalls bombt er die Hütte weg, aber Castle und Bishop können sich und die Kinder natürlich vorher retten.

Da Bishop  der Oberscharfschütze vom Dienst ist, bastelt er sich schnell im MacGyver-Style ein Gewehr zusammen und erschießt den davon fahrenden Sherwood durch die Heckscheibe.

Wie sich das für einen guten schlechten Film gehört, fahren Michael und Louise gemeinsam in den Sonnenuntergang – oder zumindest eine Straße runter, denn Sonne ist nicht wirklich zu sehen – und das war’s dann.

Typische 90er Billig-Action hier. Aber immerhin haben wir gelernt, wie man ein Scharfschützengewehr benutzt. Auch, wenn ich es schon wieder vergessen habe.

Wer sein Gedächtnis noch mal auffrischen will, findet hier den Grundkurs.

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7 Antworten zu “Theoretische Schießübungen – Fortgeschrittenenkurs

  1. Wortman September 3, 2014 um 12:37 pm

    Sharp-Shooting-Sherwood – das riecht nach einem neuen Filmtitel 😀

    Gefällt mir

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