Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Robotronischer Schauspielunterricht – Klasse 1

„Thats not a spaceship, thats a Transformer“ – Spaceballs

Nicht ganz, denn da gibt es auch noch andere Kampfroboter aus dem Weltall. Man kann natürlich darüber streiten, ob die Transformers-Streifen gut waren. Klar, es war bei weitem nicht die Neuerfindung des Kinos. Klar, die Storys waren ziemlich simpel gestrickt und nur Mittel zum Zweck. Klar, Megan Fox war dabei. Aber das alles war trotzdem irgendwie unterhaltsam und tausendmal besser, als das Grauen From Outer Space, das uns heute erwartet.

TRANSMORPHERS – USA – 2007 – 86 Min.

Starring: Ja, meine Fresse, da hat man wirklich einen unfassbar unbegabten Haufen zusammengetrommelt. Deshalb kennt man wohl auch keine Sau davon und wird mit etwas Glück nie wieder etwas von ihnen sehen.

Auf einem 20.000.000 Lichtjahre entfernten Planeten gibt es Leben. Und wie die Menschen eben sind, schickt man eine Botschaft des Friedens. Jetzt schon eher unrealistisch das Ganze. Menschheit und Frieden schließt sich irgendwie aus. Allerdings sind wohl auch die Lebewesen von dem Planeten nicht die friedlichsten, denn die bomben direkt mal die halbe Erde weg und übernehmen die Macht.

Die Menschen planen einen Gegenschlag mit einem magnetischen Kraftfeld. Mit diesem will man einen Roboter fangen und auf Schwachstellen untersuchen. Nach der Einsatzbesprechung mit allen Beteiligten, geht der Spaß los. Natürlich dürfen auch die üblichen Waffenvernarrten nicht fehlen, die eigentlich nur alles wegbomben wollen, was sich bewegt. Die Chance dazu ergibt sich dann auch, als der erste Roboter auftaucht. Nebenbei sind die Animationen hier so ziemlich die größte Grütze, die jemals einen Computer verlassen hat, aber was will man auch erwarten. Irgendwie hacken sich die Maschinen dann in das Kommunikationssystem. Das muss deshalb runtergefahren werden, wodurch alle die draußen sind verrecken, weil sie nicht zurück können, oder so.

Irgendeine Tussi hat Plan B. Nämlich den Verräter Warren Mitchell zurückzuholen, damit der die Roboter platt macht. Weil alle anderen sich vor den Robotern in die Hose pissen, stimmen sie dem Plan zu. Mitchell wird aufgetaut, nachdem er fünf Jahre lang eingefroren war. Der ist aber irgendwie weniger begeistert von seiner Begnadigung. Vielleicht, weil er jetzt in diesem Scheißfilm mitspielen muss.

Nach jeder Menge Gequatsche und dem Aufbringen von alten Erinnerungen, die sich mehr oder weniger auf die typischen „Wer hat damals wen gefickt“-Geschichten beschränken, sortiert Mitchell erst mal ein paar von den ihm unterstellten Soldaten aus, indem er ihnen in die Schnauze haut. Nur eine Frau darf bleiben, weil es ihr, im Gegensatz zu den anderen, gelingt, ihm eine zu knallen. Um die anderen Luschen zu ersetzen, fragt Mitch bei ner alten Freundin namens Claire nach, ob die nicht Bock hat, zu helfen, weil sie doch so gerne Befehle missachtet. Die bringt also ihr Team mit und die Mission kann starten.

Der Doktor erklärt noch mal, worum es geht und versucht dabei, Boris Becker Konkurrenz zu machen, indem er das Wort „Äh“ geschätzte acht Millionen mal, in drei Sätzen benutzt. Der Plan ist nebenbei immer noch, einen der Roboter gefangen zu nehmen, um über dessen Schaltkreis, oder Mikrochip, oder Platine, oder was auch immer, alle anderen Roboter abzuschalten.

Irgendwelche Tussis, und Claire, hauen sich in der schlechtesten Kampfszene der Filmgeschichte auf die Fresse. Die Jungs saufen sich derweil die Hucke voll, um sich auf den Kampfeinsatz vorzubereiten. Der Doktor hat eine selbstgebaute Androidin dabei, was die meisten Leute in der Truppe nicht so toll finden, da es ja nun mal Roboter sind, gegen die sie kämpfen. Itchy allerdings, findet das Teil voll scharf und will auch eine haben. Ich fürchte, ich weiß, was er damit vorhat.

Zeit für den Einsatz. Eine ganze Horde Roboter kommt angelatscht, aber außer scheiße auszusehen, machen die nicht viel. Allerdings lässt die nächste Welle nicht lange auf sich warten und es folgt die billigste Actionszene aller Zeiten. Ohne Scheiß, das Budget für die Effekte kann nicht mehr als 5 Euro betragen haben, denn was die hier bringen, hätte jeder Zwölfjährige auf seiner PlayStation basteln können. Die Soundeffekte sind übrigens genau so kacke. Der Plan gelingt aber trotzdem irgendwie, allerdings wird eine Tucke von den Robotern entführt. Deshalb nimmt eine andere die Verfolgung auf. Dadurch werden beide vom Rest der Truppe abgeschnitten.

Der große Twist folgt. Die Roboter sind gar keine Roboter, sondern stark gepanzerte Aliens. Toll. Was macht das jetzt für nen Unterschied? Na, was soll’s. Der Doktor nimmt, entgegen aller befehle, einen Teil des Roboteralienviechs mit zurück zum Stützpunkt, wodurch die anderen Roboteralienviecher ihren Standpunkt aufspüren können.

Die Roboter rücken an. Der Doktor fackelt etwas rum und hat nen ganz tollen Plan. Er hat irgendwas in dem Roboter umgepolt und jetzt muss das Teil in einen der anderen Roboter eingebaut werden. Da das aber nicht funktionieren kann, nutzt man einen Androiden. Aber nicht irgendeinen Androiden, sondern den ersten Androiden, den der Doktor gebaut hat: Warren Mitchell. Wow, was für ein Monstertwist. Ich vermute jetzt einfach mal, dass das hier alle Androiden sind und die deshalb so unfassbar hölzern spielen.

Mitch und der Doc ziehen los, um den letzten Plan auszuführen und alle Alienbots lahmzulegen. Alle anderen stellen sich draußen den Aliens entgegen. Weil grottenschlecht animierte Roboter aber noch nicht scheiße genug sind, braucht dieser Film unbedingt noch eine große Bluescreenszene. Die gibt es, als die Gruppe um Mitch und den Doktor auf fliegenden Motorrädern durch die Gegend ballert. Die erreichen dann die beiden versprengten Weiber, aber können nur noch eine davon retten. Dramatik pur an dieser Stelle. Wie immer, wenn ein talentloser Schauspieler versucht, traurig zu sein. Funktioniert auch hier überhaupt nicht. Weil der Streifen aber eh totaler Bullshit ist, lebt sie doch noch, was jetzt natürlich für Freude sorgen sollte, aber nicht hier. Hier reicht ein kurzes, emotionsloses „Du lebst“. Charakterdarsteller par excellence in dem Film.

Falls sich nebenbei jemand fragt, warum der Schinken eigentlich Transmorphers heißt: Die Roboter können sich natürlich verwandeln, oder transmorphisieren. Und zwar von rumballernden Robotern in … anders aussehende rumballernde Roboter. Ist schon der Wahnsinn, was diese Aliens so alles können.

Mitch verabschiedet sich von seiner ehemaligen Freundin, der es immerhin gelingt traurig auszusehen und sogar ein paar Tränen zu vergießen. Dann macht sich der erste Android auf, um den Plan auszuführen, den ich übrigens immer noch nicht kapiert habe. Trotzdem geht der aber selbstverständlich auf und alle Roboter kacken ab. Mitch aber leider auch, womit der Film dann auch endet. Obwohl „leider“ hier nicht richtig ist. Mitch aber „scheißegalerweise“ auch, passt an dieser Stelle besser.

Immerhin haben wir gelernt, dass „Wir kommen in Frieden“ auch nicht mehr das ist, was es mal war.

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12 Antworten zu “Robotronischer Schauspielunterricht – Klasse 1

  1. Wortman Juli 9, 2014 um 3:34 pm

    Der war nach dem Auftauen garantiert stinkig, dass der in dem Film mitspielen musste 😀
    Ich hab den Film leider auch gesehen….

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  2. oldboyrap Juli 9, 2014 um 7:19 pm

    „Transformers“ unterhaltsam? Dann hättest du mich wenigstens aufwecken können, als er endlich aus war xD

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    • filmschrott Juli 9, 2014 um 7:36 pm

      Naja, Transformers will ja nicht mehr sein, als stumpfes Actiongeballer und das ist er eben. Bis auf Teil 2 fand ich die dafür auch ganz in Ordnung. Trotz Megan Fox. Mehr als ein Mal habe ich aber auch keinen gesehen und werde ich auch nicht.

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