Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Modebasiertes Heterotraining

„You telling me the man who try to put a rubber fist in my anus was a homosexual?“ – Borat, 2006

Ja, ja, Homosexuelle. Immer wieder eine gern genommene Minderheit (gelten die eigentlich noch als Minderheit?), wenn man mal wieder schnell ne schlechte Komödie zusammenschustern will. Es gab hier ja schon die Schwulenkreuzfahrt. Aber der heutige Film geht dann noch mal in eine ganz andere Richtung. Leider keine Gute.

 

BRÜNO – USA – 2009 -81 Min.

Starring: Ein Haufen Stars, die es wohl nicht besser wussten

 

Brüno ist Moderator der TV-Show Funkyzeit und verbringt einen Großteil seiner Zeit damit, in Kostümen rumzulaufen und seinen Freund von hinten zu … naja, ihr wisst schon. Nachdem der Zuschauer mit einer Compilation der Sexspielchen des Paares beglückt wurde, versaut Brüno während eines Interviews eine komplette Modenschau durch seinen Klettanzug, mit dem er an allem Stoff hängenbleibt, der ihm in die Quere kommt.

Nach diesem Vorfall geht Brünos Karriere den Bach runter und er beschließt, nach Los Angeles zu gehen, um „der größte österreichische Star seit Hitler zu werden.“ Nicht meine Worte. Brüno geht zu einem Agenten, um sein schauspielerisches Talent unter Beweis zu stellen. Dieses ist sogar noch unter Megan Fox Level. Und das will was heißen.

Der Agent bringt Brüno immerhin als Statist in einem Gerichtsfilm unter. Brüno kriegt es aber nicht mal auf die Reihe, einfach nur ruhig da zu sitzen und die Fresse zu halten. Um sich etwas besser zu fühlen, lässt er sich die Arschhaare wegwachsen. Während der Enthaarung ruft der Agent an, der ein Auditiontape von Brüno braucht, der aber gerade mit der Tussi vom Schönheitssalon über seinen Hintern quatscht.

Brüno will seine eigene Show produzieren und interviewt eine Brünette, die sich für die Menschenrechte einsetzt, während sie auf Mexikanern sitzen. Soll wohl witzig sein, oder so. Das Testpublikum ist weniger begeistert von der Show, was unter anderem daran liegen könnte, dass das versprochene Exklusivinterview mit Harrison Ford sich auf den Satz „Verpiss dich“ beschränkt und Brüno die ganze Zeit sein Ding durch die Gegend schwingt.

Die Fernsehshow ist also gescheitert. Deshalb tritt Plan B in Kraft. Ein Sex-Tape drehen. Dazu lädt Brüno irgendeinen alten Sack zu einem Interview ein, nur um dann zu versuchen ihn flachzulegen. Der Nichtsahnende macht sich aber lieber vom Acker.

Plan C existiert glücklicherweise auch und Brüno geht zu einem Hellseher um mit Milli Vanilli zu sprechen. Nachdem Brüno dem Geist von Milli das Vanilleeis gelutscht hat, wischt er sich kurz etwas imaginäres Sperma, oder Ektoplasma, oder was auch immer, aus dem Auge und meint jetzt bereit zu sein, berühmt zu werden.

Der nächste Schritt ist eine Charity-Aktion. Da er das ganze im großen Stil aufziehen will, beschließt er, „Mittelerde“ zu retten. Mittelerde ist nebenbei der mittlere Osten. Wieder nicht meine Worte. Die Araber sind nicht begeistert von dem halbnackten Homo und jagen ihn weg. Immerhin darf er noch einige Typen interviewen, von denen er glaubt, dass sie sich nicht leiden können. Natürlich hat er gar keinen Plan, was er da treibt, und singt einen Friedenssong, der so unfassbar grausam ist, das man sich unweigerlich die Ohren mit Dildos verschließen will.

Da auch diese Idee nicht funktioniert hat, fährt Brüno in ein Flüchtlingslager im Libanon, um sich kidnappen zu lassen. Aber selbst Beleidigungen gegen Bin Laden nützen nix, und er fliegt zurück nach LA. Nachdem er sich ein afrikanisches Baby besorgt hat, veranstaltet er ein Fotoshooting mit weiteren Kindern.

An dieser Stelle des Films interviewt Brüno einige Mütter dazu, was sie bereit sind, ihren Kindern abzuverlangen. Diese haben keine Probleme damit, ihre Blagen an Kreuze zu nageln, in Säurebäder zu tunken, oder in ein Hornissennest zu werfen. Man darf hier nicht vergessen, dass dieser Film teilweise ungescripted und mit versteckter Kamera gedreht wurde. Ob das jetzt auf diese Szene zutrifft, ist erst mal egal. Natürlich ist das alles sehr überzogen, aber es ist trotzdem erschreckend, wie Eltern heutzutage ihre Kinder ins TV prügeln, damit die sich dort vor aller Welt bloßstellen, nur weil die Alten ihr eigenes Leben absolut verschissen haben, und jetzt meinen, ihre Blagen müssten was ganz großes werden. Eltern dieser Welt: LASST DEN SCHEIß!

Weiter im Text: Brüno wird in eine Talkshow für Schwarze eingeladen, wo er die Bilder seines Kindes präsentiert. Damit stößt er nicht auf Gegenliebe. Das Jugendamt kommt vorbei und krallt sich das Baby, weil sie es nicht wirklich gut finden, wenn Kinder mit Schwulen im Whirlpool planschen.

Brüno schaufelt sich zum Trost nen Haufen Kuchen rein. Völlig high von dem Zucker kettet er sich mit seinem Assistenten Lutz zusammen. Als man am nächsten Morgen aufwacht und feststellt, dass man in der Nacht einige nicht jugendfreie Spielchen getrieben hat, versucht man irgendwie auseinander zu kommen. Da das aber nicht gelingt, müssen die beiden aneinandergekettet durch die Stadt tapern, bis ihnen einer die Ketten öffnet.

Die tragische Wendung folgt, als Lutz die Brenne macht und Brüno völlig auf sich allein gestellt zurück lässt. Brüno hat aber einen Geistesblitz. Alle echten Stars sind hetero, also sucht er die „anonymen Arschoholiker“ auf, um ebenfalls das weibliche Geschlecht für sich zu entdecken. Er erhält den Tipp, etwas mit Heteros zu trainieren. Er nimmt Karatestunden, bei denen er lernt, wie man einen Angriff mit einem Dildo abwehrt.

Dann geht’s zur Armee, wo er sich völlig zum Affen macht, indem er die Offiziere anbaggert. Danach geht es weiter mit dem heterosexuellsten Kram, den man machen kann. Die Jagd. Brüno labert die Jäger von Vaginas und Sex And The City voll, weil das total hetero ist, oder so. In der Nacht baggert Brüno Mike an, der kein Interesse hat. Naja, wie glaubwürdig ist es auch schon, dass ein Bär alle deine Klamotten gefressen und nur eine Packung Kondome zurückgelassen hat?

Um endgültig den sexuellen Akt mit einer Frau zu vollziehen, geht Brüno auf eine Swingerparty. Warum, ist mir zwar nicht so ganz klar, aber was soll’s. Erst mal lässt er sich von einem Kerl alle möglichen Stellungen zeigen, dann guckt er den anderen beim Poppen zu. Anschließend landet Brüno natürlich mit der hauseigenen Domina in einem Zimmer, weil der Auspeitschgag einfach niemals alt wird.

Auf zum großen Finale, beim heterosten Sport der Welt: Ultimate Fighting. Brüno hält eine ganz tolle Ansprache darüber, dass er so was von hetero ist, dass er „in seinem Haus die Hintertür zugemauert hat.“ Anschließend haut ihm ein schwuler Typ, der sich als Lutz herausstellt, in die Fresse. Das führt zur großen Liebe und einem Kuss und Live-Blow-Job im Käfig. Das Publikum zeigt seine Einstellung dazu, indem sie allen möglichen Scheiß in den Käfig werden.

Brünos Traum ist aber wahr geworden, denn die Aufnahmen gehen um die Welt und machen ihn berühmt. Brüno und Lutz heiraten und kriegen auch das schwarze Kind wieder. Brüno nimmt noch ein Charity-Video auf, bei dem sogar Bono, Sting, Slash, Snoop Dog und Elton John mitmischen, die sich höchstwahrscheinlich nicht wirklich damit beschäftigt haben, bei was für einem Kackfilm sie hier mitmachen. Vielleicht aber auch doch, manche Leute sind sich eben für nichts zu schade.

Immerhin haben wir gelernt, dass Versteckte Kamera auch nicht mehr das ist, was es mal war.

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12 Antworten zu “Modebasiertes Heterotraining

  1. Wortman Juni 25, 2014 um 10:09 am

    Das ist doch mit diesem bekloppten Sacha Baron Cohen, oder?
    Hab das Plakat gesehen und wusste gleich, DAS wird meine augen nicht ruinieren 😉

    Gefällt mir

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