Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Freistilfischen zu Lande

„Find The Fish!“ – The Meaning Of Life, 1983

Dieses Zitat könnte durchaus als Inspiration für das Drehbuch des heutigen Films gedient haben. Der Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass der heute besprochene Film im selben Jahr erschien und das Drehbuch scheinbar in ungefähr 42 Minuten zusammengeschrieben wurde. Wahrscheinlich hat der Drehbuchautor die Monty Python Komödie gesehen und sich in der Mitte des Films gedacht: „Hey, geil! Daraus mach ich nen Film!“ Was dabei rauskommt, seht ihr hier:

SMOKEY AND THE BANDIT PART 3 – Das ausgekochte Schlitzohr 3 – USA – 1983 – 81 Min.

Starring: Viele Typen mit Hut und ein überflüssiger Supporting Cast

In den ersten Minuten wird erst mal die Erinnerung an die Vorgänger aufgefrischt. Die gezeigten Szenen stellen nebenbei einen von nur zwei Auftritten des echten Bandit dar, wodurch man sich schon aus Prinzip fragen muss, wer diese Fortsetzung für ne gute Idee hielt.

Der eigentliche Film beginnt dann mit einer Rede von Sheriff Buford T. Justice vor großem Publikum, von ungefähr zehn Leuten und seinem Sohn. Justice macht sein Versprechen aus Teil zwei wahr und geht in den Ruhestand. Zwei alte Bekannte, in Form von Big Enis und Little Enis, unterbrechen die Ansprache. Sehr zum Bedauern des einen gespannten Zuhörers. Die beiden wollen den Sheriff zu einer Wette überreden, in der es um seinen Job geht. Äh, ist Ruhestand nicht gleichbedeutend damit, keinen Job zu haben? Buford geht jedenfalls nicht darauf ein und tritt zurück. Wette verloren, oder was?

Es folgt der Vorspann, in dem der Ex-Sheriff nach Florida fährt, um dort seinen Ruhestand zu genießen. Und wie jeder Umzug, startet auch dieser mit einem Sprung durch die amerikanische Nationalflagge. Buford hat anscheinend kein privates Auto und deshalb einen Polizeiwagen geklaut. Kaum als Hüter des Gesetzes abgetreten, schon ein Krimineller.

Seine Freizeit genießt Justice mit dem Sammeln von Muscheln, Shuffleboard und dem ausknocken von Fitnesstrainern. Hach, das ist doch das wahre Leben.
Während nem Angeltrip mit seinem Sohn Junior fällt ihm dann auf, wie gelangweilt er ist und er nimmt doch noch die Wette der Enis Familie an, die extra zu diesem Anlass ne Parade veranstaltet. Es bleibt im Verborgenen, warum der Ex-Sheriff immer noch seinen Stern hat, aber sonst gäb’s nun mal keinen Wetteinsatz. Die Enises wetten jedenfalls, dass es Justice nicht schaffen wird, innerhalb eines Tages zu ihrer Ranch zu fahren. Schafft er es, kriegt er ne viertel Million Dollar, schafft er es nicht, ist er den Sheriffstern los, den er sowieso nicht mehr haben sollte. Um das Ganze etwas lustiger zu machen, muss der Sheriff einen Haifisch mit dem Logo der Enis Fressbude transportieren, der laut Buford aussieht wie seine Frau, die scheinbar nicht mit in Florida ist.

Buford verfährt sich auf der Suche nach ner Abkürzung und landet im mexikanischen Viertel. Die Enises haben das scheinbar vorausgesehen und verteilen, als Mexikaner verkleidet, Geld an die Massen, weil sie es eben übrig haben. T. schafft es aus der Stadt hinaus und sein Wagen verreckt, weil Little Enis den Benzintank manipuliert hat. Also muss Junior schieben, bedankt sich aber dafür, dass sein Vater das Lenken übernimmt.

Man hat scheinbar ne Tankstelle gefunden und ist wieder auf Achse. Der erste Stau lässt nicht lange auf sich warten. Verursacht wird dieser von den Enises – was für eine Überraschung – die die schönen, weißen Striche auf die Straße sprühen. Junior kriegt auch ne Ladung ab und ist damit der weißeste Kerl im Süden. Buford schlägt vor, dass sein Sohn zu dem weißen Gesicht etwas Lippenstift aufträgt, damit er ihn an ner Schwulenbar absetzen kann. Wie viele Homosexuelle mit weiß bepinseltem Gesicht er wohl schon getroffen hat? Also mir ist keiner bekannt, aber Buford weiß da vielleicht mehr als ich.

Big Enis erklärt derweil seinem Sohn, dass gewinnen nur dann Spaß macht, wenn man dabei bescheißt. Kein Wunder, dass er so erfolgreich ist. Alle reichen Menschen dieser Welt werden ihm zustimmen. Nebenbei wird absolut nicht klar, wer hier eigentlich Protagonist und Antagonist sein soll. Buford lässt sich von einer simplen Straßensperre durch einen Tanklaster allerdings nicht beeindrucken und springt einfach durch den Tank durch. Big Enis behauptet aber noch ein Ass im Ärmel zu haben und ruft Snowman an. Geldgeil, wie der nun mal ist, sagt er natürlich zu, ihnen zu helfen. Buford fährt durch nen Stapel Eis, weil in den zwanzig Minuten, die der Streifen läuft, die Karre noch nicht durch genug Krempel geknallt ist. Drei Sekunden später macht der Snowman Freds Hundehütte mit seinem Laster platt, um die Zerstörungsorgie fortzuführen.

Der Ku Klux Klan klaut Hühner von nem Transporter. Wahrscheinlich wollen sie die Häuser der Afro-Amerikaner mit Eiern bewerfen, oder eine Armee von weißen Hühnern heranzüchten, oder was auch immer. Einem echten Klanmitglied gehen eben niemals die guten Ideen aus. Ku-Klux-Karl schmiert Bier über den Transporter und man macht sich vom Acker. Buford fährt auf der selben Straße und drängt den Klanwagen in einen Teerlaster. Anschließend knallt der Hühnertransport in die Unfallstelle, wodurch der KKK geteert und gefedert wird. Sehr zur Freude des schwarzen Hühnertransporterfahrers, der die Klanmitglieder mit Hühnern bewirft. Buford erzählt seinem Sohn anschließend, dass dessen Mutter ein Klanmitglied ist und in dem Laken, wie ein Eisberg aussieht. Mörderwitz. Und ganz toll, dass der Sheriff eine rassistische Frau hat. Sehr symphatisch.

Snowman hat sich als Bandit verkleidet, um den Sheriff zu ärgern. Er gabelt Dusty Trails auf, die gerade ihren Boss vor laufender Kamera zur Sau gemacht hat und man wiederholt den Im-Auto-umzieh-Joke aus Teil eins. Snowman fängt den Haifisch vom Sheriffauto mit nem Lasso, was den Sheriff natürlich weniger erfreut. Dusty funkt Buford an und schlägt ihm vor in seinen Hut zu kacken. Es folgt die übliche Verfolgungsjagd, an die sich ein masturbierender Polizist anschließt, der natürlich seine Karre zu Schrott fährt. Bandit kennt jeden und lässt Bufords Wagen auf einer Baustelle mit Sand eindecken. Danach mischt er im Alleingang ne Bikerbar auf. Buford ist zurück und die Verfolgung geht in die nächste Runde. Es wird wieder jede Menge Zeug über den Haufen gefahren, bevor Snowman Justice abhängen kann. Buford wiedersetzt sich einer Abschleppung und wird von dem Abschleppwagen verfolgt. Mehr Zu-Schrott-Gefahre inklusive Massenkarambolage folgt.

Snowbandit landet, mit den Cops im Rücken, auf ner Stuntshow, wo er durch einen brennenden Zaun springt. Buford ist komischwerweise auch da und springt hinterher, weil dieser unlustige Running Gag unbedingt auf die Spitze getrieben werden muss. In der Stuntshow fliegen überall Autos durch die Gegend. Justice bringt unabsichtlich den Auf-Zwei-Rädern-fahren-Stunt und springt mal wieder über ne Rampe.

Die Enises haben sich als Dragqueens verkleidet, um, äh … keine Ahnung. Damit sie halt möglichst dämlich aussehen.

Snowman und Dusty sind im Hotel. Der Hai landet auf dem Flur, weil keine Hängematte für ihn frei ist. Den Hai einfach auf den Boden zu legen ist wohl keine Option. Justice ist auch da und sucht Bandits Zimmer. Er findet allerdings nur Räume, in denen irgendwelche Perversen komische Sexspielchen treiben. Die Dragqueens finden den Hai, aber ein Dutzend halb nackte Bodybuilder zerren sie in ihren Raum. Justice findet den Fisch und kettet sich versehentlich an ne Tussi, die er für Bandit hält. Weil es zu einfach wäre, das Hotel auf normalem Weg zu verlassen, beschließt man aus dem Fenster zu klettern. Macht ja auch Sinn, sonst hätte man den uvermeidlichen Gag, bei dem Buford auf der Transe liegend im Fenster stecken bleibt und stöhnt wie, na ihr wisst schon, nicht bringen können.

Man hat das Hotel verlassen und die Enises, jetzt wieder normal gekleidet (wenn man deren Outfits überhaupt normal nennen kann) lassen per Blasrohr Bufords Reifen platzen. Justice behauptet der Reifen ist platter als die Brust seiner Frau. Man macht sich auf die Suche nach nem Ersatzreifen, was Bandit die Möglichkeit gibt den Hai zurückzuklauen. Die Tussi aus dem Hotel springt aus dem Kofferraum des Sheriffs und es bleibt ein Mysterium, was sie da gemacht hat. Verfolgungsjagd die Nächste, jetzt mit der Tussi auf dem Dach von Justice und zwei luftleeren Reifen.

Snowbandit macht sich mit nem Boot vom Acker, Buford hinterher. Junior wird derweil zum Picknick eingeladen, aber lehnt ab. Der Anblick eines nackten Arsches überzeugt ihn dann allerdings doch noch. Die Bootstour endet an Land, Buford im FKK-Bereich. Die Jagd geht weiter, durch ein Minenfeld der Enises, aber selbst eine Explosion, die einen ganzen Häuserblock zerstört hätte, kann sein Auto nicht stoppen.

Snowman kommt zu der Einsicht, dass der Bandit ohne Buford nicht existieren kann und überlässt ihm den Fisch. Buford kriegt die Knete von den Enises. Er stellt Snowman und visualisiert ihn als den echten Bandit. Dann erinnert er sich aber an seinen Ruhestand in Florida und lässt ihn laufen, damit die Jagd weitergehen kann. Mit dem Start der nächsten Verfolgungsjagd endet der Spaß dann endlich und verspricht weitere Fortsetzungen, die es glücklicherweise nie gab.

Immerhin haben wir gelernt, dass ein Fisch auf dem Dachgepäckträger zu jeder Menge Action führt.

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2 Antworten zu “Freistilfischen zu Lande

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