Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Meeresbiologie für Mutierte

„Hey, look! Sharks!“ – Finding Nemo, 2003

Yeah! Endlich wieder Haie hier. Und dieses Mal sind es keine gewöhnlichen Haie. Wir hatten zwar schon unmutierte Haie, die angeblich doch mutiert waren, aber heute gibt es Haie mit komischen Hörnern auf der Schnauze. Wenn das mal nicht ne Mutation ist! Woher diese Mutation stammt erklärt der Film zwar nicht, aber das ist noch das geringste Problem. Also, tauchen wir ein:

MALIBU SHARK ATTACK – Sie lauern in der Tiefe! – Australien – Kanada – 2009 – 86 Min.

Starring: Eine ehemalige Auftragskillerin

Unsere Geschichte beginnt mit einer Explosion unter Wasser und nem schwimmenden Hai. Nach der unvermeidlichen Kamerafahrt den Strand entlang, mit vielen leicht bekleideten Mädels und surfenden Typen, lernt man Rettungsschwimmer Doug kennen. Außerdem sind noch Heather und Pete da, die sich kürzlich getrennt haben. Pete will Heathers neuem Kerl in die Fresse hauen, wenn er ihn sieht. Barb stößt zu der Truppe und damit dürfte dann das Lifeguardteam auch komplett sein.

Unter Wasser explodiert mal wieder was und Haie, die aussehen wie Einhörner mit Rückenflosse, killen nen Taucher. Heather telefoniert dann mit ihrem neuen Stecher, der am Strand eine Baustelle leitet, und warnt ihn vor Pete, dem Verwemser der Frauenausspanner. Der gurkt gerade mit seinem Jet-Ski über den Ozean, während es den nächsten Taucher erwischt. Am Strand ist irgendeine blonde Tucke, die 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten muss. Sie beschwert sich darüber, dass sie für einen kleinen Fehler für den Rest ihres Lebens bezahlen muss. Naja, eigentlich sollte man ja davon ausgehen, dass 100 Stunden nicht der Rest des Lebens ist, aber sie scheint nicht gerade eine meisterhafte Gehirnjoggerin zu sein, und außerdem handelt es sich hier um nen Film mit Einhornhaien. Eventuell behält sie also recht.

Barb wird ein Heiratsantrag von nem Überphilosophen gemacht, den sie annimmt. Eigentlich kommt der Typ nicht gerade rüber, als hätte er die Weisheit mit Löffeln gegessen, aber um Barb zu beeindrucken, scheint sein sinnloses Gesülze zu reichen. Blondi sammelt Müll am Strand auf, weil keiner ihren Wisch unterschreiben will, und sie jetzt tatsächlich arbeiten muss. Wenigstens hat man ihr keine Arbeit aufgedrückt, bei der sie groß nachdenken muss. Schon die Mülltrennung hätte sie wohl gnadenlos überfordert. Doug macht sich dann, völlig berechtigterweise, etwas über die blonde Müllaufspießerin lustig und geht ne Runde schwimmen.

Pete stellt Heathers neuen Stecher zur Rede, der irgendwas sprengen will. Der baut scheinbar einen Pool. Äh, wer braucht bitte einen Pool, wenn er fünf Meter vom Meer entfernt wohnt? Die Haie schlagen mal wieder zu und fressen nen Typen. Heather wird auf einem Schlauchboot attackiert und fischt die Reste von dem Typen aus dem Wasser, bevor sie selber im kühlen Nass landet.

Die Regierung lässt alle Strände sperren, weil ein Tsunami im Anmarsch ist. Pete rettet Heather, die von den Haien unbehelligt im Ozean rumpaddelt. Die Strandräumung führt zum Superstau auf der Autobahn. Heather und Pete fallen ins Wasser. Doug knallt einen Hai mit seinem Jagdgewehr ab, um sie zu retten. Der Hai wird angespült und kotzt seine Eingeweide aus. Sehr zum Bedauern von Barb, die feststellt, dass es sich um eine vom Aussterben bedrohte Haifischart handelt.

Das Rettungsschwimmerteam verschließt sich in ihrer Holzhütte, weil die wohl stabil genug ist, um eine 800 Meter hohe Welle schadlos zu überstehen. Und tatsächlich dringt nur etwas Wasser ein. Architektonisch perfekt das Teil. Allerdings ist die Hütte jetzt vom Wasser umgeben und die Haie sind selbstverständlich schon unterwegs. Angelockt werden sie von Blondis Blut, die sich am Bein verletzt hat. Pete geht nachsehen, was draußen so los ist. Mit anderen Worten: Er guckt aus dem Fenster. Heather flickt Blondi zusammen, die weint wie ein kleines Mädchen.

Auf der Baustelle ist komischerweise alles im Lot. Nicht mal die Fenster sind nass geworden. Das Gebäude hat anscheinend ne wirklich gute Lage. Heathers Freund beschließt, sie zu retten. Einen Plan hat er aber nicht wirklich. Klingt vielversprechend.

Blondi flennt weiter rum, weil ihr Bein jetzt aussieht, wie in einem Horrorfilm. Eigentlich hat sie nur ne kleine Narbe, aber sie ist halt die Klischeeblondine mit reichem Vater. Da muss das so sein. Barb erklärt kurz, was das eigentlich für tolle Haie sind, die draußen rumschwimmen. Es handelt sich um eine Art Fledermaushai, der mit Sonar, oder Mikrowellen, oder was auch immer, seine Opfer aufspürt. Barb findet diese Urzeithaie ganz toll und will sie retten, oder so. Dass sie nicht mal sich selbst retten kann, hat sie scheinbar vergessen. Das spielt aber auch keine Rolle, denn einen Moment später ist nur noch ihr linker Arm übrig, nachdem ein Hai ein Loch von unten in die Hütte gerammt hat.

Auf dem Bau will Nancy zu nem Boot schwimmen. Wir wissen, wie das ausgeht. Ihr Freund Carl wird von einem Hai dann direkt hinterhergeholt. Aber nicht im Wasser. Nein, der Hai springt an Land und zieht ihn ins Meer. Das können übrigens nur Fledermauseinhornhaie aus dem Paläozoikum.

In der Rettungshütte ballert man durch das Loch mit Harpunen auf die Haie, aber die Munition geht schnell zur Neige. Harpunenpete spielt sich als Held auf und will zu ner Leuchtpistole schwimmen. Heathers Freund Colin und sein Mitarbeiter George tuckern los, um Heather zu retten, auch wenn George nicht sehr überzeugt von der Idee ist.

Aquapete war glücklicherweise in der Guybrush Threepwood-Gedenk-Ausbildung und kann zehn Minuten lang die Luft anhalten. Er holt die Leuchtpistole und rettet sich vor einem Hai aufs Dach. Allerdings muss er mit der Pistole und einem Benzinkanister den Hai wegbomben. Das ruft weitere Haie auf den Plan und die ganze Gruppe steigt aufs Dach des Rettungsstands.

Colin und George kommen vorbei und retten alle. Problem ist nur, dass nach fünf Metern der Motor des Boots verreckt. Trotzdem schafft man es an Land zu rudern, weil Bryan sich für die anderen opfert. George erwischt es ebenfalls. Zumindest schwimmt seine halbe Leiche im Wasser rum, was auf eine Haiattacke schließen lässt.

Heather und Pete retten sich in ein Auto, als ein Hai angreift. Colin, Doug und die Millionärstochter waten derweil durch den überfluteten Keller der Baustelle. Da ist natürlich auch ein Hai, aber man hat zum Glück Nagelpistole und Kettensäge zur Hand und schlägt ihn in die Flucht. Colin jagt ihn dann mit etwas Sprengstoff in die Luft.

Pete und Heather hängen weiterhin im Auto ab und werden von einem der Raubfische umkreist. Bevor man einen Selbstmordplan in die Tat umsetzt, beschließt man noch kurz zu heiraten, wenn man den Kram hier überlebt. Das ist mal Charakterentwicklung. Heather entwickelt sich von Ex-Freundin zur Nutte. Läuft. Pete schwimmt los und richtet das nächste Kettensägenmassaker an.

Colin irrt weiter durch den Keller – also seiner Baustelle – und sucht eine Leiter. Sollte der nicht wissen, wo das Teil ist? Pete und Colin kacken sich dann noch etwas an, beschließen aber zumindest, dafür zu sorgen, das Heather nicht zu Fischfutter wird. Blondi darf mal wieder rumflennen, als Heather ihr Bein verbindet, das wieder blutet.

Chainsawpete und Flashlightcolin finden die Leiter nicht. Also tritt Plan B in Kraft: Den letzten Hai töten. Woher die wissen, dass nur noch ein Hai übrig ist, darf in so einem Streifen unter gar keinen Umständen erklärt werden. Mit Kettensäge, Axt, Teppichmesser und Eisenstange verarbeitet man das Tier kurzerhand zu Fischmehl und die Gefahr ist gebannt.

Man hat scheinbar die Leiter gefunden und kommt nach oben. Charakterentwicklung Nummer zwei bringt Blondi auf den Gedanken, ihre Sozialstunden doch durchzuziehen. Heather schlägt vor, dass sich Pete und Colin sie teilen können. Von Ex-Freundin, zur Nutte, zur Haremsbesitzerin. Das ist Charakterentwicklung!

Fledermäuse, Einhörner, Haie, was auch immer. Immerhin haben wir gelernt, wie man gute Charaktere entwickelt.

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5 Antworten zu “Meeresbiologie für Mutierte

  1. oldboyrap Mai 7, 2014 um 9:44 am

    Das klingt ja wieder mal nach einem Meilenstein der Filmkunst xD Sicher ganz großes Kino 😀

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    • filmschrott Mai 7, 2014 um 9:53 am

      Wobei ich die Grundidee, das die Leute in dem Strandhäuschen eingeschlossen und von Haien umkreist werden, gar nicht mal so schlecht fand. Die Umsetzung war dann natürlich wieder extrem grandios im negativen Bereich.

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  2. thillebrand89 Mai 7, 2014 um 4:21 pm

    Ob man es glaubt oder nicht, aber den Film habe ich erst vor kurzem auch gesehen. Großartige Darstellung der Haie. 😀 Zumindest schon mal einen davon abgehakt, den ich dann nicht mehr gucken muss. Denn ich muss auch mal anmerken, dass die meisten sich so scheiße anhören, dass die auch schon wieder gut sein könnten. Hell Comes To Frogtown ist ja schon ein gutes Beispiel dafür. Gesehen und für gut befunden. 😀

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