Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Dahinschlängelnde Virusforschung

„Snakes. Why’d it have to be snakes?“ – Raiders Of The Lost Ark, 1981

Na, was denn sonst? Diese komischen, langen, kriechenden Dinger, die keinen Körper zu haben scheinen, sind genau das Richtige, wenn es darum geht, einen schlechten Film aufzuwerten. Oder auch nicht. Wir werden sehen …

VENOMOUS – Virus Outbreak – Die Biowaffe – USA – 2001 – 97 Min.

Starring: Ein talentierter Darsteller, dessen noch größeres Talent offensichtlich darin besteht, sich für beschissene Rollen zu entscheiden. Oh, und natürlich Schlangen.

Irgendeine Forschungsabteilung im November 1990 – Grottige Musik dudelt vor sich hin. Irgendein Doktor zeigt seiner Freundin, oder Frau, oder Kollegin, oder Tante, oder Schwester, oder was auch immer, und nem Typen sein geheimes Labor. Da gibt’s Schlangen. Was daran jetzt so besonders sein soll, weiß kein Mensch, außer den Begleitern des Doktors. Die wollen gehen, aber der Hausmeister, oder jemand, der aussieht wie ein Hausmeister, hält sie auf. Der Typ schlägt ihn nieder. Die Tussi bringt ne Bombe an, was der Doktor nicht so cool findet. Dafür wird er abgeknallt. Ein weiterer Hausmeister löst Alarm aus, aber das Gebäude kann er nicht mehr retten. Alles fliegt in die Luft, nur die Schlangen überleben, weil sie eben überleben müssen, damit der Quatsch hier auch ne Story hat.

Irgendwo im Nirgendwo im, äh, naja, Jetzt – Ein Typ schraubt an seinem Auto rum. Erdbeben. Nein, es sind die Schlangen, die aus der Erde kriechen. Warum die dabei wackelt, wird nicht klar. Sind eben Über-Schlangen. Der Hund von dem Typen wird von ner Schlange angegriffen, was zu rein gar nix führt, denn der Typ fährt weg und lässt den Hund zu Hause. Während der Fahrt hat der Typ dann plötzlich Hustenanfälle und fährt Schlangenlinien (wie passend), was einen Polizisten auf den Plan ruft. Der findet den, sich auskotzenden, Typen im Auto und … Schnitt.

Im Krankenhaus untersucht ein Arzt einen Patienten. Was soll er da auch sonst tun? Ist ja schließlich sein Job. Ein anderer Arzt untersucht Bob, der im Auto angefangen hat, seine Lunge hochzuwürgen. Er weiß nicht, was er hat und ob er überleben wird. Nach einem kurzen Cut zu dem Hund, der im Sand liegt und sonst gar nix macht, erfährt man, ob Bob überleben wird. Die Antwort lautet: Nein. Denn er ist tot.

Der behandelnde Arzt, der David heißt, ruft seine Frau an, aber er macht klar, dass er sie gerade nicht poppen will, sondern ne Blutanalyse von Bob braucht. Seine Frau hat aber sowieso keinen Bock auf sexuellen Kontakt, denn sie lebt getrennt von ihrem Mann, was der aber noch nicht so ganz zu raffen scheint.

Schlangen überall in der Wüste. Schnitt zu nem Typen, der seine Post durchguckt. Sein Name ist Billy, seine Frau heißt Cindy, sein Sohn heißt ebenfalls Billy, weil dem Drehbuchautoren einfach keine Namen mehr einfallen wollten. Billy, der Alte, nicht das Blag, wird von ner Schlange gebissen. Doktor David gibt ihm ein Gegenmittel gegen Schlangengift. Billy lässt ein Glas fallen, an dessen Scherben sich die Krankenschwester schneidet. Davids Frau findet in Bobs Blut ein unbekanntes Virus. Bobs Leiche muss schnellstens abgefackelt werden, sagt Davids Frau.

Billy haut ab und geht Burger braten. Bei seinem Gekröche wundert es, dass überhaupt noch ein Kunde seinen Burger haben will. Der Restaurantbetreiber schmeißt sich an eine Kundin ran und nix passiert. Schnitt zum Feierabend, Billy will nach Hause, bricht aber vor der Burgerbude zusammen.

Billy liegt in Quarantäne. Die Tussi, der Billy auf die Burger gehustet hat, und die Krankenschwester mit Schnitt am Finger brechen im Krankenhaus zusammen.

Davids Frau quatscht mit ihrem vorgesetzten General. Der gibt ihr die Freigabe, das Virus zu erforschen. Anschließend guckt sich der General mit nem anderen Militärfritzen Mikroskopbilder von dem Virus an, das sie stark an das Virus von 1990 erinnert. Die Burgertussi stirbt. Dem General wird nebenbei verklickert, dass er gefälligst die Fresse zu halten hat, wenn es um das Virus geht.

Die Ärzte befragen den Burgerbrutzler und den Cop, der Bob gefunden hat. David fragt den Cop nach den Schlüsseln für Bobs Haus. Der weist darauf hin, dass Bob nen Hund hat, und er besser mit kommt, damit der David nicht in den Arsch beißt. Dann gibt er David die Schlüssel und lässt ihn trotzdem alleine fahren. Wenn jemand nach dem sinnlosesten Filmdialog aller Zeiten sucht: das war er.

David findet den toten Hund. Seine Frau labert mal wieder mit dem General. Der schlägt vor, dass die Leute einfach ihr Wasser abkochen sollen. Denn das ist scheinbar die Lösung für alle Probleme. David ist nicht davon überzeugt, dass seine Frau bei den Untersuchungen gute Arbeit geleistet hat, denn sie erzählt was von Kolibakterien. Dann rechnet er eins und eins zusammen und weiß, wie sich jeder angesteckt hat. Der Hund von der Schlange, Bob vom Hund, Billy von Schlange, die Burgertussi von Billys Lungeninhalt auf ihrem Mittagessen und so weiter.

Das Militär ist in der Stadt und stellt alles unter Quarantäne. Unter der Stadt schlängeln sich die Schlangen durch die Gegend. Dramatische Musik setzt ein und die Schlangen gelangen an die Oberfläche, wo ja eh schon welche sind, deshalb erschließt sich hier nicht so ganz, warum man jetzt bei jeder Schlange zeigen muss, wenn sie aus ihrem Loch kommt, aber irgendwie muss man ja die neunzig Minuten füllen.

Davids Frau erfährt im Fernsehen, dass alle Leitungen zu der Stadt unterbrochen sind und versucht erfolglos David anzurufen. Was hat die daran nicht verstanden? Leitungen = unterbrochen. Ist doch nicht so schwer. Und die hat nen Doktortitel?

Ein Typ namens Larry wird von ner Schlange gebissen. Seine Frau saugt das Blut aus. Man weiß, wo das hinführen wird.

Davids Frau kommt ohne größere Probleme in die Stadt, die unter Quarantäne steht. Der Lassen sie mich durch, ich bin Arzt Spruch funktinoiert scheinbar in allen Situationen. Sie trifft sich mit ihrem Mann, der sie unbedingt flachlegen will, aber die hat immer noch keine Böcke auf ihn.

Larry und Frau kommen ins Krankenhaus. Ein Frosch wird von ner Schlange angegriffen. Man kann nur auf Froschmutanten hoffen, das würde den Film extrem aufwerten. Davids Frau fährt zu ihrer Schwester. Deren Sohn geht zum Froschteich. Man ahnt, wo das hinführt. Genau: Er findet eine Katze. Uh, wie süß, und so. Man hätte denken können, das führt woanders hin. Naja, irren ist menschlich.

Davids Frau trifft zufällig den General, der im Krankenhaus rumturnt. Sie will wissen, warum sie nicht helfen durfte und schwallt den General voll. Da sie aber eh gerade da ist, kann sie selbstverständlich ihre Forschungen fortsetzen. Die Doktoren beraten sich mal wieder und wollen eine Schlange fangen, um Antikörper herzustellen. Der General soll sich für Anweisung 712 bereithalten. Was das bedeutet, wissen nur Militärexperten. Napalm kommt als Erstes in den Sinn, aber mal abwarten.

Die Katze wird von ner Schlange gekillt. Larrys Bruder will seinen Bruder in ein besseres Krankenhaus bringen und zieht einen Argumentationsverstärker. Also eine Waffe. David versucht sich als Held aufzuspielen, versagt aber kläglich. Larry wird rausgeschleppt. David nimmt die Verfolgung auf. Das Militär ist mit nem Helikopter zur Stelle und ballert Larry und seinen Bruder ab. Der General tut das als Notwehr ab. Na klar doch …

Mal wieder ein Erdbeben. Jetzt fliegen die Schlangen quasi aus der Erde. Davids Frau tut sich irgendwie an der Hand weh, verheimlicht aber natürlich ihre Verletzung. Dann labert sie tatsächlich mit David über Gott. Warum weiß mal wieder keiner. Wie das Gespräch auch nur ansatzweise in den Film passt sowieso nicht. Aber nach Sinn und Unsinn sollte man hier eh nicht mehr fragen.

David geht auf Schlangenjagd in einer unterirdischen Forschungsstation, oder so was. Die Polizei wollte hier unter Beweis stellen, dass sie viel zu viel Absperrband haben, denn in einem Gang hängt das Zeug alle dreißig Zentimeter. David ist von Schlangen umzingelt und labert sich den Weg frei, mit Versprechungen, dass er nie wieder Handtaschen und Gürtel trägt. Mit anderen Worten: Bisher hat er immer Handtaschen getragen. Es folgt ein absolutes Highlight mit Schlangen, die eine Leiter hochklettern. David kann aber trotzdem entkommen.

Davids Frau heißt Christine. Juhu, wir haben einen Namen. Allerdings ist sie infiziert, also könnte es etwas zu spät für diese Enthüllung sein. David bringt eine Schlange ins Labor und will sie „melken“. Ich stell mir das jetzt mal nicht bildlich vor?

Christine bricht zusammen. Der General erhält grünes Licht für Anweisung 712. David entwickelt mal schnell ein Gegengift und heilt Christine. Nee, doch nicht. Sie stirbt. Nee, doch nicht. Sie lebt. Oh, man, was für eine unfassbare Dramatik.

Irgendein Typ mit Baseballcap und seine Frau wollen sich aus der Stadt verpissen. Kappenkarl drückt seiner Frau etwas Pfefferspray in die Hand, die das auch direkt gegen einen Soldaten einsetzt. Eine Verfolgungsjagd startet und die Frau verreckt, als ihre Karre explodiert.

Christines Schwester hat nen Rohrbruch und will das fixen. Christine selbst hat im Vorbeigehen ein Medikament pharmaziert, das gegen das Virus hilft. Die Toilette ihrer Schwester läuft über und bringt Schlangen ans Licht. Christine bittet den General um etwas Zeit, um Impfstoff herzustellen, aber das Militär hat eigene Pläne. Es folgt die unausweichliche Duschszene mit Christines Schwester. Die Schlange wartet mit der Attacke immerhin, bis sie sich ein Handtuch umbinden konnte.

Ein Kampfjet startet, um die Stadt wegzubomben. Das ist wohl Anweisung 712. Beim Militär konnte man ja auch nix anderes erwarten.

David wird ungeduldig und sucht Christine, die gefesselt in nem Militärzelt sitzt. David wird auch gefesselt, weil das Militär das eben so macht. Christine rafft jetzt, was Sache ist und beschuldigt die Soldaten, das Virus erschaffen zu haben. Natürlich hat sie recht. Der General hat Gewissensbisse und wird von einem anderen General abgeknallt. Der wird dann abgeholt.

Christines Schwester ist im Krankenhaus und ihr geht’s gar nicht gut. David und Christine werden von Schlangen besucht, aber David hat sein Feuerzeug dabei und brennt seine Fesseln durch. Diesen Trick hat er wohl bei Indiana Jones gelernt.

Der böse General hat Schlangen im Helikopter, der deshalb explodiert. Die Spezialeffekte sind so unglaublich gut, dass man meinen könnte, jemand hätte einfach einen brennenden Spielzeughubschrauber aus fünf Metern Höhe gerade zu Boden fallen lassen.

Anweisung 712 wird abgebrochen, weil Christine mal kurz mit der Presse labert. Christines Schwester wird gerettet und alles ist cool. Mal davon abgesehen, dass die Schlangen immer noch da rumkriechen. Aber das scheint keine Sau zu interessieren.

Immerhin haben wir gelernt, dass Schlangen im Helikopter zu tödlichen Explosionen führen. Aber eine Frage habe ich trotzdem: Was wurde denn jetzt aus dem Frosch?

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4 Antworten zu “Dahinschlängelnde Virusforschung

  1. mwj April 25, 2014 um 9:41 am

    Was schaust du denn dir für Zeug an? 😉

    Gefällt mir

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