Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Überlebenskampf für Kleidungslose

„Zed’s dead, baby. Zed’s dead.“ – Pulp Fiction, 1996

Nun, noch nicht, aber da der Antagonist im heutigen Film ebenfalls Zed heißt, können wir davon ausgehen, dass es nicht mehr lange dauern wird. Aber Zed ist eigentlich völlig unwichtig, denn es gibt Einiges zu sehen, das interessanter ist, in:

SLAVE GIRLS FROM BEYOND INFINITY – Jäger der verschollenen Galaxie – USA -1987 – 80 Min.

Starring: Leicht bekleidete Damen, die kein Mensch kennt.

Ein dunkler Wald. Eine Blondine, mit ganz schön Holz vor der Waldhütte, läuft durch die Gegend. Dazu hat sie auch allen Grund, denn ein Alien, oder Kampfroboter, oder Terminator, der sich einen Pelzmantel übergezogen hat, oder was auch immer, ist hinter ihr her. Sie stolpert über einen Ast und fällt auf die Fresse. Alles scheint aus zu sein, doch in letzter Sekunde kommt ein dünner Typ mit seiner Laserarmbrust vorbei und ballert den Verfolger weg. Und dann …

… sind wir in den Weiten des Alls. Ein Raumschiff fliegt durch den Orbit. In dem Raumschiff liegen zwei Mädels, die so viel Brust haben, dass diese wahrscheinlich ein eigenes Gravitationsfeld besitzen, an der Kette. Eine von ihnen hat scheinbar keine große Mühe, ihre Kette zu zerreißen, was der Anderen ganz ausgezeichnet gefällt. Zusammen zerlegt man auch die andere Kette und plant die Flucht von dem Raumschiff, auf dem man scheinbar gefangen gehalten wird. Dazu befreien sie sich erst mal aus ihrer Zelle, indem sie das Gitter durch einen Kurzschluss öffnen, bei dem sich selbst jeder Elektriker fragen muss, wie der zustande gekommen ist. Anschließend hauen sie zwei Wachmänner um, was durch großartige Soundeffekte und dramatische Musik unterlegt ist. Naja, eigentlich nicht, aber die Macher des Films hielten es wohl für großartig und dramatisch. Die Tussis klauen einen Raumgleiter, was sich als schwierig herausstellt, denn sie drücken auf tausend Knöpfen rum, ohne das was passiert. Dann kriegen sie es doch noch gebacken und verschwinden ins Universum. Weit kommen sie aber nicht, denn ein Absturz auf einem fremden Planeten verkürzt die Flucht ungemein.

An einem Strand latscht ein Roboter rum und beobachtet, wie eine der Tussis in eine Höhle geht. Hinter dem Höhleneingang befindet sich ein Dschungel. So was gibt es auch nur auf fremden Planeten. Du betrittst eine Höhle und stehst plötzlich mitten im Urwald. Durch ein Tor geht es in eine Halle mit ausgestopften Mammuts und einem weiteren Roboter. Der Roboter hat nicht viel zu sagen, der Typ vom Anfang, der Zed heißt, allerdings schon. Nebenbei ist die andere Tussi auch schon da. Wie ist die jetzt da hingekommen?

Zed lädt die Weiber zum Essen ein, denn er hat auch noch andere Gäste da, die kürzlich abgestürzt sind. Dazu kriegt die Tussi erst mal ein schwarzes Kleid, das sie anstelle ihres Raumschiffgefängnisbikinis anziehen kann. Zed stellt die Gäste vor, und es gibt mal ein paar Namen zu den Titt … äh, Gesichtern. Daria und Tisa heißen die beiden Mädels. Shala und Rik sind die anderen Abgestürzten. Zed erzählt beim Dinner von seinem Lieblingshobby: Die Jagd. Man kann sich denken, wo das hinführt, aber mal abwarten. Rik traut dem Gastgeber nicht wirklich und quatscht Daria voll, während Zed komische Musik macht.

Zeit fürs Bett. Rik und Daria erkunden des Nachts die Behausung des eigenartigen Jagdverpeilten und finden absolut Nichts … außer Tisa, die ebenfalls völlig ziellos durch die Gänge tapert. Als Zed mit zwei Robotern aus dem Dschungel kommt, verpissen sie sich lieber wieder ins Bett. Man beschließt, die Flucht zu ergreifen – schließlich haben die Tussis da schon Übung drin – und klettert aus dem Fenster.

Zed sitzt derweil auf seinem Knochenthron und glotzt die gefesselte Shala an. Es folgt etwas Gegrapsche, was Shala aber so gar nicht gefällt. Zed lässt sich allerdings nicht so leicht abwimmeln, und verspricht ihr eine Menge Spaß.

Im Dschungel knurrt was.

Tisa liegt nackt auf nem Tisch. Nee, Moment mal. Tisa latscht gerade durchs Haus. Ach, ich blicke hier nicht mehr durch. Also noch mal:

Irgendeine Tussi liegt nackt auf nem Tisch. Rik und Daria (ich glaube zumindest, dass es Daria ist) frirmeln sich durch den Dschungel. Tisa quatscht nen Roboter voll. Zed, der gerade noch bei der nackten Tussi stand, sitzt wieder in seinem Thron. Tisa geht mit nem Roboter schwimmen. Während draußen die Roboter diskutieren, schleichen Daria und Rik zurück ins Haus, wo Zed um die nackte Tussi rumschleicht. Hey, ich glaube, das ist die Waldhüttenblondine vom Anfang! Jetzt macht das ja doch noch alles Sinn! Zumindest so viel Sinn, wie dieser Quatsch hier überhaupt machen kann.

Rik und Daria praktizieren GV und kein Mensch weiß, was denn jetzt der Plan war. Wozu hat man denn jetzt die Roboter abgelenkt? Nach der kurzen Nummer haut Rik ab, und wird von nem Roboter umgekloppt. Zed schickt Rik in den Dschungel, damit er ihn jagen kann. Die Jagd gestaltet sich als nicht all zu spannend, denn Rik verfängt sich in einem übergroßen Spinnennetz und wird damit zum leichten Ziel für die Spacearmbrust.

Das Schnittentrio ist jetzt gesammelt angekettet in Zeds Folterkeller. Zed will die drei Tussen jagen, denn Frauen sind für ihn die größte Herausforderung. Wahrscheinlich nicht nur bei der Jagd, aber lassen wir das. Die Mädels werden in den Dschungel entlassen und dürfen sich jetzt im Bikini durch das Dickicht kämpfen. Sie haben irgendeinen Plan, den man mit Y-Chromosom wohl nicht kapiert. Daria trennt sich jedenfalls von den anderen Beiden, um den Plan in die Tat umzusetzen. Shala und Tisa brabbeln auf nem Baumstamm sitzend rum, während Daria … naja, den Plan verfolgt, oder so.

Es folgen unfassbar spannende Minuten des Durch-den-Wald-Gelatsches. Shala kriegt ein Messer in den Rücken und ist raus. Daria und Tisa führen nen Zickenkrieg. Zed kriegt ein Messer ins Bein – von woher, kann niemand sagen. Die beiden Flüchtigen erreichen einen Tempel. Kaum sind sie da drin, verlieren sie sich auch schon aus den Augen. Immerhin findet Daria einen Dolch, mit dem sie kurz darauf einem Zombie die Kehle aufschlitzen kann. Und da ist das komische Alienvieh vom Anfang! Das hatte ich ja schon wieder völlig vergessen. Tisa ist zu neugierig und wagt sich zu nah an das Viech ran, das direkt zur Attacke übergeht. Aber kein Problem, denn in einem Altar liegt eine versteckte Strahlenkanone, mit der Daria das Alien kurzerhand wegballert. Wir wollen ja auch auf keinen Fall, dass hier zu viel Spannung aufkommt.

Die Mädels wandern zurück in den Dschungel, aber wie das eben so ist, lebt der Alien natürlich noch und latscht jetzt auch da rum. Zed ist selbstverständlich auch noch da, und es gibt nen beeindruckenden Schusswechsel, bei dem bunte Striche durch die Luft fliegen, die man mit viel Fantasie eventuell als Laserstrahlen bezeichnen könnte. Tisa fällt von nem umgekippten Baumstamm. Ich schätze mal, da ging es irgendwie weit runter, aber genau weiß ich es nicht, denn man sieht quasi gar nichts. Zed krallt sich Daria und bringt sie zurück in seinen Kerker, wo die sich mit Schwert und Schild bewaffnet und ein grandioser Kampf entbrennt, während dem die Roboter per Laserrückschleuderung ausgeschaltet werden, und Zed in die Eier getreten wird. Außerdem taucht auch noch der Pelzterminator auf und haut Zed in die Fresse. Zum Dank kriegt er von Daria einen Morgenstern vors Maul gehauen und löst sich in einem pinken Lichtstrahl auf. Showdown vom feinsten hier.

Tisa ist auch wieder da und haut mit Daria im Spaceship ab. Zed kriecht in seinen Thron und alles fliegt in die Luft, einfach weil … das eben so sein muss. Die Bikinigirls verschwinden in den Weiten des Weltraums und das war’s dann.

Na gut, ich gebe zu, „Einiges“ war vielleicht etwas übertrieben. Eigentlich gab es nur acht interessante Merkmale in diesem Film, die alle Teil der weiblichen Anatomie sind. Der Rest war eher nicht so aufregend. Aber immerhin haben wir gelernt, dass wir uns bei einer möglichen Alieninvasion am besten mit mittelalterlichem Kriegswerkzeug bewaffnen.

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2 Antworten zu “Überlebenskampf für Kleidungslose

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